Zum Inhalt
Spotlight For­schung: Prof. Stephan Hußmann zur ministerialen Förderung des Projekts DoProfiL

„Wir forschen stark anwendungsbezogen“

-
in
  • Top-Meldungen
  • For­schung
Portrait von Prof. Stephan Hussmann © Nikolas Golsch​/​TU Dort­mund
Prof. Stephan Hußmann ist einer der Leiter des Projekts DoProfiL, das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bildung und For­schung gefördert wird.

Prof. Stephan Hußmann vom Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM) an der Fakultät für Mathe­matik der TU Dort­mund betreibt fachdidaktische Entwicklungsforschung. Das heißt, er entwickelt Designs für Lehr- und Lernarrangements, um die Verstehensprozesse sowohl von Schü­ler­in­nen und Schülern als auch von Stu­die­ren­den besser zu verstehen und auf dieser Grundlage Theorie weiterzuentwickeln. Seit 2016 leitet er gemeinsam mit Prof. Barbara Welzel, Prorektorin Diver­sitäts­manage­ment der TU Dort­mund, das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bildung und For­schung (BMBF) geförderte Projekt „Dort­mun­der Profil für inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung“ (DoProfiL), das im Juli 2019 in die zweite Förderphase gestartet ist. Im Interview erzählt Hußmann, welche He­raus­for­de­rung­en und Chancen sich aus der Leitung dieses Projekts ergeben und warum das BMBF im Falle von DoProfiL der passende Fördergeber ist.

Professor Hußmann, was ist das Ziel von DoProfiL?

Wir möchten die Lehramtsausbildung an der TU Dort­mund umstrukturieren und die zukünftigen Lehrkräfte auf die vielfältigen Lernvoraussetzungen von Schü­ler­in­nen und Schülern vorbereiten. Um diesen eine chancengerechte Teilhabe an Bildung zu ermöglichen, sollen die Lehramtsstudierenden in allen Fächern für einen inklusionsorientierten Umgang mit Di­ver­si­tät geschult werden. Wir gehen dabei von einem weiten Inklusionsbegriff aus, der kognitive Fähigkeiten von Lern­schwie­rig­kei­ten bis zur Hochbegabung ebenso umfasst wie die motorische und emotionale Entwicklung, den kulturellen Hintergrund, das Geschlecht, die soziale Herkunft oder die Religion. In der ersten Projektphase haben wir diese Ziele für ausgewählte Fächer umgesetzt. Hierzu zählen unter anderem die „großen“ wie Deutsch und Mathe, aber auch Fächer, in denen ein breites Inklusionsspektrum berücksichtigt werden muss wie bei­spiels­weise in Chemie oder Sport. Unser langfristiges Ziel ist es, die inklusionsorientierte Lehrerinnen- und Lehrerbildung in die Curricula aller lehramtsrelevanten Fächer als wesentlichen Bestandteil zu integrieren.

Sie leiten mit DoProfiL ein großes drittmittelfinanziertes Projekt, das fakultätsübergreifend arbeitet. Worin bestehen die He­raus­for­de­rung­en, worin die Chancen?

Dass in DoProfiL so viele ver­schie­de­ne Fachkulturen zu­sammen­arbeiten, ist Her­aus­for­de­rung und Chance zugleich: Als Projektleitende ist es unter anderem unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Fächer eine gemeinsame Verständnisbasis aufbauen und ihre Forschungsinteressen unter dem Dach des Projekts aufeinander abstimmen. Entscheidend für den Erfolg eines Projekts, das auf Strukturveränderung abzielt, ist zudem die Be­tei­li­gung zentraler Akteure der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, zu denen neben den verschiedenen Disziplinen auch das „Dort­mun­der Kom­pe­tenz­zen­trum für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung“ (DoKoLL), das Rektorat und Be­schäf­tigte der Ver­wal­tung zählen. Die Her­aus­for­de­rung liegt darin, eine gute Balance zu finden zwischen klaren Strukturen und Vorgaben auf der einen Seite und Freiräumen auf der anderen Seite, damit sich jede und jeder in das Projekt einbringen und eigene Impulse setzen kann. Hierin sehe ich gleichzeitig das große Potenzial des Projekts: Denn man lernt viel von den anderen Fachdisziplinen, hat die Möglichkeit, über das eigene Fach zu reflektieren, und kann gemeinsam neue Ideen entwickeln. Aus den Kooperationen sind auch bereits neue gemeinsame Projekte entstanden. Ich persönlich schätze den Austausch und die fa­kul­täts­über­grei­fende Zu­sam­men­arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen sehr. Selbstverständlich bedeutet die Leitung eines solchen Projekts auch einen großen Verwaltungsaufwand. Hier wurden wir, wie schon bei der Antragstellung, von verschiedenen Ein­rich­tun­gen der Ver­wal­tung – unter anderem dem Referat Forschungsförderung – un­ter­stützt.

Aus welchen Gründen haben Sie sich mit diesem Projekt um eine Förderung durch das BMBF beworben?

Die Auswahl des Fördergebers hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem der Art des Projekts, der wis­sen­schaft­lichen Ausrichtung und den jeweiligen Rahmenbedingungen. Die Deutsche Forschungs­gemein­schaft (DFG) un­ter­stützt zum Beispiel vor allem Grundlagenforschung. DoProfiL ist dagegen ein stark anwendungsbezogenes Projekt, das For­schung und Entwicklung miteinander verbindet: Wir arbeiten theoretisch fundiert, sind dabei aber stark praktisch orientiert. Genau jene Art von Projekten fördert das BMBF. Wir werden nun seit 2016 im Rahmen der ‚Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘ vom BMBF un­ter­stützt. Neben der DFG gehören die Ministerien des Bundes und der Länder zu den renommiertesten Fördermittelgebern in Deutsch­land und ich empfinde das Gutachtergremium des BMBF als wissenschaftlich sehr hochwertig.
 

Zur Person:

  • Studium der Mathe­matik (Diplom und Lehramt) an der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum
  • 1998-2002 Lehrer für die Fächer Mathe­matik und Philosophie
  • 2001 Pro­mo­ti­on an der Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen, 2004 Preis für die beste deutschsprachige Dissertation
  • 2003-2005 Professor für Mathe­matik und ihre Didaktik an der PH Karlsruhe
  • seit 2005 Professor für Mathe­matik und ihre Didaktik an der TU Dort­mund
  • seit 2010 Direktor des Dort­mun­der Kom­pe­tenz­zen­trum für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL)
  • Wissenschaftlicher Leiter bzw. Sprecher verschiedener fachübergreifender Projekte (z.B. FUNKEN, dortMINT, KOSIMA, DoProfiL)

 

Weitere In­for­ma­ti­onen:
Ministeriale Förderung
Pro­gramm Qualitätsoffensive Lehrerbildung
Referat Forschungsförderung

 

Alle Interviews der Reihe Spotlight For­schung:
Zur Übersicht

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.