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Vortragsreihe

TU Dortmund im Gespräch

Im Sommersemester 2022 sind alle Mitglieder der TU Dortmund zur Vor­trags­rei­he „TU Dort­mund im Ge­spräch“ eingeladen. Ziel ist es, Forschung an der TU Dortmund in einem interdisziplinären Format vorzustellen und die Mitglieder unserer Universität miteinander ins Gespräch zu bringen.

An acht Donnerstagen finden jeweils zwei Vorträge von Pro­fes­sor*innen aus un­ter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen statt. Im An­schluss daran ist Raum für Rückfragen und Dis­kus­si­o­nen. Die Ver­an­stal­tung ist für alle Mit­ar­bei­ter*innen und Stu­die­ren­den der TU Dort­mund ge­öff­net. Die Teil­nah­me wird sowohl in Präsenz im Au­di­max auf dem Cam­pus Nord als auch di­gi­tal via Zoom mög­lich sein.

Die Vorträge finden immer donnerstags und für gewöhnlich von 16 bis 17:15 Uhr statt.

Themen und Termine

21. April:

Exzitonen – Licht für die Welt!
Prof. Manfred Bayer (Fakultät Physik)

Medien & Migration – ein Blick auf die Auslandsberichterstattung
Prof. Susanne Fengler (Fakultät Kulturwissenschaften)


28. April (Beginn 17 Uhr):

Zur Langzeitverwitterung hydrophobierter Natursteinoberflächen
Prof. Jeanette Orlowsky (Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen)

Um was geht es? Um Hydrophobierungen von Natursteinen. Mithilfe von Hydrophobierungsmitteln wie siliziumorganische Verbindungen sollen die Oberflächen von Natursteinen wasserabweisend gemacht werden, um die Steine vor Verwitterungsprozessen zu schützen. Es wurde untersucht, wie gut und lange verschiedene Hydrophobierungsmittel bei Natursteinen, die bis zu 30 Jahre an verschiedenen Orten in Deutschland unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt waren (z.B. Industriegegend oder ländliche Gegend), wirken.

Wer forscht daran? Prof. Jeanette Orlowsky aus dem Bereich Werkstoffe des Bauwesens der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Melanie Groh.

Wozu dient das? Der Baustein Naturstein, der häufig auch in Baudenkmälern verbaut ist, kann durch die Hydrophobierung beständiger gemacht werden. Dadurch werden auch Ressourcen gespart. Aufgrund zahlreicher Folgeschäden, die nach Hydrophobierungsmaßnahmen an Objekten zu beobachten waren, sind Hydrophobierungen aber zunehmend in die Kritik geraten. Ursachenforschung, geeignete Prüfverfahren zur Qualitätssicherung und zur frühzeitigen Erkennung von Schäden sind deswegen wichtig.

Inwiefern ist das neu? Die bis zu 30 Jahre lang freibewitterten hydrophobierten Natursteine bieten eine einzigartige Basis zur Ermittlung und Bewertung der Langzeitwirkung von Hydrophobierungen.

Wie ist das geglückt? Das Porengefüge des Natursteins wurde mittels unilateralen Kernspinresonanz (NMR)-Messungen charakterisiert. Diese Methode ist zerstörungsfrei und kann die tiefenabhängige Verteilung des Wassers in der Sandsteinoberfläche erfassen. Transversale Relaxationszeiten (T2- Relaxationszeiten) erlauben es, Veränderungen in den Porengefügen der Steine zu beschreiben. So konnte festgestellt werden, dass zwar Wasser in die Oberfläche eindringt, die Hydrophobierungsmittel aber in den tieferen „Wirkzonen“ auch nach 30-Jahren Freibewitterung funktionieren.

Was ist als nächstes geplant? Es wird untersucht, welche Auswirkungen es auf die Porengefüge hat, wenn die Natursteinoberflächen wieder gereinigt und dann nachhydrophobiert werden. Zudem soll die Dokumentation aller Versuchsergebnisse in einer Datenbank festgehalten werden, die dann auch öffentlich zugänglich sein soll (geplantes DFG-Vorhaben mit der Universitätsbibliothek). Außerdem sollen Auswerte-Routinen für die NMR-Relaxationszeiten festgelegt werden, ggf. wird mit dem NMR-Labor der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie zusammengearbeitet.

Wo kommt das Geld her? Die DFG fördert das Forschungsprojekt mit Sachbeihilfen.

Die Rolle der modernen statistischen Methodik in der toxikologischen Forschung
Prof. Jörg Rahnenführer (Fakultät Statistik)


5. Mai

How the use of opaque artificial intelligence undermines knowledge
Prof. Eva Schmidt (Fakultät Humanwissenschaften und Theologie)

Um was geht es? In der Medizin wird bereits erfolgreich Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt – etwa zur Erkennung oder Vorhersage von Krankheiten oder zur Empfehlung von Behandlungen. Allerdings sind die eingesetzten KI-Algorithmen für Mediziner*innen oft undurchsichtig. JProf. Eva Schmidt geht in ihrer Forschung der Frage nach, ob diese Undurchsichtigkeit die Fähigkeit von Ärzt*innen beeinträchtigt, auf der Grundlage der Ergebnisse der Künstlichen Intelligenz Wissen zu erlangen. Sie unterfüttert das intuitive Urteil, dass Ärzt*innen in manchen Fällen auf Basis von Black-Box-Algorithmen nicht zu Wissen kommen können, mit Hilfe einer philosophischen Theorie des Wissens.

Wer forscht daran? Eva Schmidt, Juniorprofessorin für Theoretische Philosophie an der der Fakultät Humanwissenschaften und Theologie, gemeinsam mit Prof. Paul Martin Putora vom Kantonsspital St. Gallen und Dr. Rianne Fijten vom Maastricht University Medical Centre.

Wozu dient das? Die Arbeit von Eva Schmidt zeigt auf, wie wichtig es ist, dass KI-Algorithmen transparenter werden, und dass sichergestellt werden muss, dass Ärzt*innen bei ihren Entscheidungen auch auf andere Informationsquellen zurückgreifen können.

Inwiefern ist das neu? Neu ist, dass Wissenschaftler*innen aus der Philosophie, Medizin und Informatik zusammenarbeiten, um die Auswirkungen des Einsatzes opaker Algorithmen auf das Wissen von Nutzer*innen zu untersuchen. Ziel ist es, die Relevanz der Erklärbarkeit von KI-basierten Entscheidungen hervorzuheben und damit eine der Herausforderungen beim Einsatz von KI in der Gesellschaft anzugehen.

Wie ist das geglückt? Um ihre Theorie zu entwickeln, beruft sich JProf. Eva Schmidt auf die sogenannte „safety“-Bedingung des Wissens. Sie zeigt in ihrer Argumentation, dass die Überzeugung eines Mediziners, die auf dem Output des KI-Algorithmus´ basiert, leicht falsch sein könnte.  Es ist Glückssache, dass seine Überzeugung wahr ist – und demnach kein Wissen.

Wo kommt das Geld her? JProf. Eva Schmidt forscht im Projekt „Explainable Intelligent Systems“, das von der Volkswagen-Stiftung gefördert wird.

The influence of gender and sustainable development on the entrepreneurial process
JProf. Daniela Giménez Jiménez (Fakultät Wirtschaftswissenschaften)

Um was geht es? JProf. Daniela Giménez Jiménez untersucht in ihrer Forschung, wie Gender und nachhaltige Entwicklung unternehmerische Prozesse beeinflussen. Sie nimmt dabei die Rolle des Kontexts bei unternehmerischen Aktivitäten von Frauen und Männern in den Blick, erforscht die Situation von Frauen bei der Unternehmensgründung und beschäftigt sich auch mit nachhaltigem Unternehmertum. Ihre Studien zeigen beispielsweise auf, dass Institutionen einen unterschiedlichen Einfluss auf Unternehmerinnen und Unternehmer haben. Daher sollte etwa die Gründung von Unternehmerinnenverbänden und Frauennetzwerken unterstützt werden. Außerdem wird in ihren Arbeiten deutlich, dass „Schwesternschaft“ Frauen bei der Unternehmensgründung hilft, da der Zusammenhalt die Risikowahrnehmung verringert und das Selbstvertrauen stärkt.

Wer forscht daran? JProf. Daniela Giménez Jiménez, Juniorprofessorin für Entrepreneurship an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften.

Wozu dient das? Die Forschung von JProf. Giménez Jiménez unterstreicht für wirtschaftswissenschaftliche Studien die Notwendigkeit, bei der Erforschung des Unternehmertums eine geschlechtsspezifische Perspektive einzunehmen und auch die Kontextvariablen auf Länderebene stärker zu berücksichtigen. Außerdem zeigen ihre Studien, dass Unternehmerinnen eine große Rolle beim Wandel der Gesellschaft in eine integrativere Gesellschaft spielen.

Inwiefern ist das neu? Bisherige Arbeiten haben gezeigt, dass es institutionelle Vorbedingungen dafür gibt, dass Frauen Unternehmerinnen werden. JProf. Giménez Jiménez konzentriert sich in ihrer Forschung nun auf die Ergebnisse dieser Unternehmungen und wie sie zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Mit einem mehrstufigen Ansatz untersucht sie einerseits den Einfluss des Unternehmertums auf die nachhaltige Entwicklung und andererseits die Rolle der Familie als Institution, Kontext und Kultur bei der unternehmerischen Tätigkeit. 

Wie ist das geglückt? In einer ihrer Arbeiten hat JProf. Giménez zwei große internationale Umfragen ausgewertet, die Daten von 1552 angehenden Unternehmer*innen aus 11 Ländern erhoben haben. Ihre Analyse zeigt, dass das Risikoverhalten und länderspezifische Kulturen den Fortschritt im Gründungsprozess bei Männern und Frauen unterschiedlich beeinflussen: So ist bei Frauen die Wahrnehmung von risikofreudigem Verhalten mit geringeren Fortschritten im Gründungsprozess verbunden; die Gründung eines neuen Unternehmens in einer sozial unterstützenden Kultur mildert jedoch diesen Zusammenhang. Bei Männern stehen weder Risikoverhalten noch länderspezifische kulturelle Variablen in Zusammenhang mit ihrem Gründungserfolg. Eine eigene Feldforschung mit 25 Unternehmerinnen aus Guatemala und Costa Rica zeigte, wie diese geschlechtsspezifische Herausforderungen bei der Gründung ihrer eigenen Unternehmen bewältigten und dadurch begannen, sich als Akteurinnen des Wandels zu verstehen.

Was ist als nächstes geplant? Aktuell widmet JProf. Giménez sich in ihrer Arbeit dem sozialen und nachhaltigen Unternehmertum. So konnte sie bereits zeigen, dass die persönlichen und beruflichen Erfahrungen des Gründers oder der Gründerin eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung eines sozialen Unternehmens spielen. JProf. Giménez wird als nächstes umfassender untersuchen, inwiefern Unternehmer*innen mit ihren Unternehmen die nachhaltige Entwicklung vorantreiben.

12. Mai:

Cancer meets Chemistry - Translationale Krebsforschung
Prof. Daniel Rauh (Fakultät für Chemie und Chemische Biologie)

Beethoven X: Es könnte sein (It could be … ) – On human-computer interaction and the musical decisions behind AI composition
Prof. Mark Gotham (Fakultät Kunst- und Sportwissen­schaften)


19. Mai (Beginn: 17 Uhr):

Trustworthy Machine Learning
Prof. Emmanuel Müller (Fakultät für Informatik)

„Was passiert, wenn die Schulen geschlossen werden? Schulschließungen und ihre Zusammenhänge mit Motivation und subjektivem Wohlbefinden von Schüler*innen“
Prof. Ricarda Steinmayr (Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung)


2. Juni:

Interventionsforschung für eine evidenzbasierte (sonder-)pädagogische Praxis
Prof. Jan Kuhl (Fakultät Rehabilitationswissenschaften)

Anreizsysteme und Kooperationsmodelle beim Teilen von Daten
Prof. Boris Otto (Fakultät Maschinenbau)


30. Juni:

Energieeffizientes wissenschaftliches Rechnen auf Hochleistungsrechnern: „Wie bringt man die (Computer-) PS auf die Straße?”
Prof. Stefan Turek (Fakultät für Mathematik)

Seismograph des Sozialen: Über das Grüßen in heterogenen Quartieren
Prof. Susanne Frank (Fakultät Raumplanung)


14. Juli:

6GEM  6G-Forschungshub für offene, effiziente und sichere Mobilfunksysteme
Prof. Christian Wietfeld (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik)

Lebenswelt Campus. Deutsch-pakistanische Einblicke
Prof. Angelika Poferl (Fa­kul­tät Sozial­wissen­schaf­ten)


Lecture Series

TU Dortmund University in Conversation

In this summer semester, all members of TU Dortmund University are invited to the lecture series "TU Dortmund University in Conversation". The aim is to present research in an interdisciplinary format and bring the members of our university into contact and conversation with each other.

On each of the eight Thursdays, there will be two presentations by professors from different disciplines. Afterwards, there will be room for questions and discussion. The event is open to all employees and students of the TU Dortmund. Participation will be possible both in presence in the Audimax on the North Campus and digitally via Zoom.
The lectures will usually take place from 16:00 to 17:15.

Topics and dates

Kalender

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Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.