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Forschung zum Unterricht des 21. Jahrhunderts

Seit fast drei Monaten gibt es an der TU Dortmund einen besonderen Lehr- und Lernraum: das LabprofiL. Ende November wurde das „Labor für forschungsbasierte und inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung“ offiziell eröffnet und in den Regelbetrieb überführt.

Im Gebäude an der Emil-Figge-Straße 50 sind ein technisch sehr gut ausgerüsteter Klassenraum und ein benachbarter Beobachtungsraum entstanden, in denen Lehrveranstaltungen mit Studierenden, aber auch Unterrichtssituationen mit Schülerinnen und Schülern beobachtet, dokumentiert und analysiert werden. Ziel ist es, maßgeschneiderte Lehr- und Lernkonzepte für eine „Schule für alle“ zu erarbeiten – einen Unterricht, der der diversen Schülerschaft mit all ihren Stärken und Eigenheiten gerecht wird.

Das Projekt DoProfiL

Das Labor ist ein Baustein des Projekts DoProfiL (Dortmunder Profil für inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung), mit dem sich die TU Dortmund an der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ beteiligt. Damit werden Lehrerinnen und Lehrer auf die veränderten Bedingungen einer Schule am Beginn des 21. Jahrhunderts vorbereitet. „Wir wollen die gesamte Lehrerbildung an der Universität verändern“, sagt Stefan Schmidt, der das Projekt LabprofiL betreut.

Die abgeordneten Lehrerinnen Sina Römer (Karl-Ernst-Osthaus-Grundschule in Hagen) und Christine Fresen (Werner-von-Siemens-Hauptschule in Bochum) gehören zu den Ersten, die im LabprofiL mit Schülerinnen und Schülern arbeiten. Und sie haben bereits gute Erfahrungen gemacht: „Binnen kürzester Zeit ist die Technik im Labor vergessen“, sagt Sina Römer, „und auch, dass man nicht im normalen Unterricht sitzt“. Christine Fresen ergänzt: „Die Kinder genießen die Aufmerksamkeit, die sie bei uns finden. Sie erleben, dass ihr Lernen geschätzt wird.“ Die beiden Lehrerinnen bringen Praxiserfahrung mit und verbinden sie mit theoretischen Konzepten.

Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis sollen auch die Lehramtsstudierenden im LabprofiL erleben. „Unsere Vision ist, dass alle Lehramtsstudierenden im Laufe ihres Studiums Erfahrungen im LabprofiL sammeln“, sagt Prof. Stephan Hußmann, Projektleiter von DoProfiL. „In dem mit neuester Video- und Beobachtungstechnik ausgestatteten Labor erhalten Lehramtsstudierende die Möglichkeit, unter realen Bedingungen Unterrichtskonzepte in einem geschützten Raum zu erleben, zu erproben und zu reflektieren“.

 

Das LabprofiL

Das LabprofiL bietet eine Reihe technischer Möglichkeiten, Unterrichtssituationen zu analysieren: Auf den Tischen stehen hochwertige Mikrofone, die ebenso wie mehrere Kameras individuell gesteuert werden können. Das geschieht aus dem Nachbarraum, in dem auf mehreren individuell eingerichteten Arbeitsplätzen die Arbeit von bis zu sechs Unterrichtsgruppen gleichzeitig aufgezeichnet werden kann. Dass das LabprofiL barrierefrei sowie mit höhenverstellbaren Stühlen und Tischen ausgestattet ist und dass Hörschleifen hörbeeinträchtigten Schülerinnen und Schülern gutes Zuhören ermöglichen, war für das Planer-Team des Raums selbstverständlich – gehört aber zu den Alleinstellungsmerkmalen.

Bis zu 20 Studierende oder Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13 haben Platz im LabprofiL. In der Regel arbeiten die Pädagoginnen und Pädagogen aber mit Kleingruppen. Dabei entstehen, unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Bestimmungen, „Video-Vignetten“. Dies sind kurze Filmsequenzen von Unterrichts- oder Seminarsituationen, die in der Lehrerbildung exemplarisch eingesetzt werden können. So entstehen Best-Practice Beispiele, die auch in Lehrveranstaltungen außerhalb des Labors eingesetzt werden können.

Lehrprozesse verstehen

Die Praxis im LabprofiL strahlt so in die Lehrerbildung aus. „Wir wollen Lernprozesse verstehen“, sagt Prof. Barbara Welzel, Prorektorin Diversitätsmanagement. Dass das LabprofiL dafür eine gute konzeptuelle wie infrastrukturelle Basis liefert, stellt auch Dr. Fridtjof Filmer vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW heraus. Er bezeichnet das LabprofiL als einen „sehr wichtigen Beitrag für die Lehrerbildung des Landes“. Dadurch sei mehr und bessere Praxis bereits während des Studiums möglich.

Technisch sind die Möglichkeiten des LabprofiL längst nicht ausgeschöpft. Umgang mit digitalen Medien, Eye-Tracking, das Phänomen Mehrsprachigkeit und viele weitere Themen stehen auf dem Plan – alles für eine umfassende inklusionsorientierte Lehrerbildung an der TU Dortmund.



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