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Spotlight For­schung: Prof. Sarah Weigelt zum Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG

„Der Preis war es­sen­zi­ell für meine nachfolgenden Karriereschritte“

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Portrait von Prof. Sarah Weigelt © Aliona Kardash​/​TU Dort­mund
Prof. Sarah Weigelt ist seit 2018 Professorin an der Fa­kul­tät Re­ha­bili­ta­tions­wissen­schaf­ten der TU Dort­mund.

Prof. Sarah Weigelt lehrt und forscht an der Fa­kul­tät Re­ha­bili­ta­tions­wissen­schaf­ten der TU Dort­mund im Fach­ge­biet Sehen, Sehbeeinträchtigung und Blindheit. 2015 hat ihr die Deutsche Forschungs­gemein­schaft (DFG) den Heinz Maier-Leibnitz-Preis in An­er­ken­nung herausragender Leis­tun­gen verliehen. Mit dem Preis, der mit rund 20.000 Euro dotiert ist, möch­te die DFG Nach­wuchs­wissen­schaft­ler­innen und -wis­sen­schaft­ler un­ter­stüt­zen und anspornen, ih­re wis­sen­schaft­liche Laufbahn weiterzuverfolgen. Im Interview er­zählt Prof. Weigelt, was der Preis ihr er­mög­licht hat und inwiefern man solche Auszeich­nungen für die eigene Karriere nut­zen kann.

Prof. Weigelt, woran forschen Sie?

Zentraler Fokus meiner Ar­beit ist das Sehen. Ich untersuche, wie sich die visuelle Wahr­neh­mung ins­be­son­de­re bei Kindern ent­wickelt. Studien haben gezeigt, dass sehr viele Ent­wick­lungen im ersten Le­bens­jahr statt­finden, wei­tere Fähigkeiten, bei­spiels­weise Gesichter zu er­ken­nen oder Entfernungen einzuschätzen, aber erst deutlich später ausgebildet wer­den und sich bis ins Erwachsenenalter ziehen. Mich in­te­res­siert, wie Kin­der mit und ohne Sehbeeinträchtigung die Welt wahr­neh­men. Um das herauszufinden, führe ich zu­sam­men mit meinem Team unter an­de­rem Wahrnehmungsexperimente und Magnetresonanztomografien durch. In meiner For­schung, die sich an der Schnitt­stelle zwischen Neurowissenschaften, Re­ha­bili­ta­tions­wissen­schaf­ten und Psy­cho­lo­gie bewegt, geht es also nicht etwa um das Auge und unsere Sehkraft, sondern um die Ent­wick­lung des Gehirns.

Was hat Ihnen der Heinz Maier-Leibnitz-Preis er­mög­licht?

Dass die DFG mir 2015 diesen Preis verliehen hat, würde ich als es­sen­zi­ell für meine wei­tere Karriere ansehen. Es ist deutsch­land­weit einer der anerkanntesten Preise für Nach­wuchs­wissen­schaft­ler­innen und -wis­sen­schaft­ler und ins­be­son­de­re, wenn man als Juniorprofessorin auf einer Stelle ohne Tenure Track, also der Aussicht auf eine Lebenszeitprofessur, sitzt, ist der Preis für den wei­te­ren Wer­de­gang förderlich und macht sich selbst­ver­ständ­lich gut im Lebenslauf. Auch konnte ich die 20.000 Euro Preisgeld sehr frei einsetzen, unter an­de­rem für Dok­toran­dinnen und Doktoranden, zur Durchführung von Ex­pe­ri­men­ten, für Dienstreisen und tech­ni­sche Ausstattungen. Der Preis führt zu einer größeren Sichtbarkeit der eigenen Person und auch bei der DFG ist man dann bekannt. So erhalte ich immer wieder Einladungen zu Ver­an­stal­tun­gen, bei denen man häufig auch selbst mitgestalten und sich ein­brin­gen kann. Nach Bekanntgabe der Preisträgerinnen und Preisträger gab es tatsächlich einen gewissen „Medienrummel“ inklu­sive Radiointerview und ei­nem WDR-Beitrag. Das hatte ich bis dato so nicht erlebt.

Was ist Ihre Meinung, kann und sollte man solche Preise als Karriereinstrument einsetzen?

Ja, definitiv sollte man das. Für meine Dissertation habe ich 2009 die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesell­schaft er­hal­ten. Ich hatte meinen Doktorvater, der mich nominiert hatte, zuvor selbst auf die Mög­lich­keit angesprochen – das finde ich legitim. Auch für den Heinz Maier-Leibnitz-Preis kann man sich nicht selbst nominieren, sondern muss vorgeschlagen wer­den. Es gibt aber andere Formate, für die man sich selbst aktiv ins Rennen bringen kann. Ich weise auch andere immer wieder auf solche Mög­lich­keiten hin, motiviere zum Bei­spiel Stu­die­ren­de, sich um Sti­pen­di­en zu be­wer­ben und nominiere sowohl Stu­die­ren­de als auch Promovierende, wann immer es geht. Das sehe ich als meine Aufgabe als Mentorin an und dafür lege ich mich auch gerne ins Zeug.

 

Zur Person:

  • 1998-2004 Stu­di­um der Philosophie und Psy­cho­lo­gie an der Heinrich-Heine-Uni­ver­si­tät Düsseldorf
  • 2005-2009 Dok­to­ran­din und Postdoktorandin am Max-Plack-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/Main
  • 2009 Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesell­schaft für Pro­mo­ti­on zum The­ma „Neurovision: neuroimaging studies of illusory perception“
  • 2009-2011 Postdoktorandin am Mas­sa­chu­setts In­sti­tute of Technology in Cambridge, USA
  • 2011-2013 Stipendiatin der Robert Bosch-Stiftung
  • 2012-2013 Gastwissenschaftlerin und wis­sen­schaft­liche Mit­ar­bei­te­rin am Fachbereich Psy­cho­lo­gie und Sport der Westfälischen Wilhelms-Uni­ver­si­tät Münster
  • 2012-2015 Stipendiatin der Daimler und Benz Stiftung
  • 2013-2018 Juniorprofessorin an der Fa­kul­tät für Psy­cho­lo­gie der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum
  • 2015 Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG
  • seit 2018 Professorin an der Fa­kul­tät Re­ha­bili­ta­tions­wissen­schaf­ten der TU Dort­mund

 

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Cam­pus Nord, Vo­gel­pothsweg.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zu­dem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.