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Zweisprachige Neuauflage von Walt Whitmans Lyrik

Armin Mueller-Stahl bei Buchvorstellung von „Leaves of Grass | Grashalme“

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Armin-Mueller-Stahl in einem Sessel vor grünem Hintergrund © Roland Baege​/​TU Dortmund
Das Ergebnis des studentischen Übersetzungsprojekts „Leaves of Grass | Grashalme“ von Whitmans Erstausgabe wurde gemeinsam mit Armin Mueller-Stahl im Audimax vorgestellt.

Acht Jahre lang haben fast 80 Studierende und Wissenschaftler*innen rund um Prof. Walter Grünzweig die erste Ausgabe des Gedichtbands „Leaves of Grass“ des amerikanischen Autors Walt Whitman, die im Jahr 1855 erschien, übersetzt. Gemeinsam mit dem Hollywood-Schauspieler und Künstler Armin Mueller-Stahl wurde das zweisprachige Buch am 23. November im gut besuchten Audimax vorgestellt. Mueller-Stahl malte das markante Autorenportrait, das auf der ersten Seite der neu erschienenen Auflage zu sehen ist.

Die Erstausgabe der Gedichtsammlung von Walt Whitman (1819-1892) aus dem Jahr 1855 lag lange nicht in deutscher Originalübersetzung vor – alle deutschsprachigen Versionen basierten auf späten Veröffentlichungen Whitmans. Die erste Ausgabe ist jedoch von großer Bedeutung, weil sie Whitmans radikales lyrisches Programm besonders deutlich zeigt. 79 Personen, die meisten von ihnen Studierende aus insgesamt vier Seminaren, waren an der Übersetzung der Erstausgabe beteiligt. „Diese Vielstimmigkeit der Übersetzung reflektiert die inhaltliche und strukturelle Vielschichtigkeit von Whitmans Texten und betont auch die Bedeutung von Übersetzungsprozessen als Spielart literarischer Interpretation“, erklärt Prof. Walter Grünzweig, Initiator des Projekts und Professor für amerikanische Literatur und Kultur an der Fakultät Kulturwissenschaften. Die neue Übersetzung wurde von einem der bedeutendsten Lyrikverlegern Deutschlands, dem Aachener Rimbaud Verlag, veröffentlicht.

Demokratie in Lyrik und Gesellschaft

Ein Leitmotiv der Buchvorstellung und des anschließenden Podiumsgesprächs, aber auch Whitmans Lyrik selbst, ist die Demokratie. So betonte Grünzweig: „Whitmans Lyrik verweist auf die tiefe Wahrheit, dass die Demokratie immer wieder aufs Neue interpretiert und verteidigt werden muss. Die Demokratie bleibt ein Experiment.“ Die Erstausgabe von 1855 bedeutete einen tiefen Einschnitt in der Weltliteratur. Whitmans damals neuartige Lyrik zeichnete sich durch die Abwesenheit von Reimen, regelmäßigem Rhythmus und Strophenstruktur aus und drücke damit, so Grünzweig, die Befreiung des Menschen durch die Demokratie aus. Der Künstler Armin Mueller-Stahl zog eine ähnliche Parallele zwischen dem amerikanischen Autor und seinem eigenen gesellschaftlichen Verständnis: „Wären wir uns als 20-Jährige begegnet, wären wir Freunde geworden. Wir hätten uns ausgetauscht zur Fragilität der Demokratie und hätten sie als beste Form anerkannt, wenn sie auch nicht überall vollkommen ist.“

„Malerisches Update“ des Whitman-Portraits

Armin Mueller-Stahl kreierte eigens für das neue Buch ein „malerisches Update“ eines frühen Portraits Whitmans, das ihn mit Hut und offenem Hemd zeigt und sich damit vom bekannten Portrait des alten, bärtigen Autors drastisch unterscheidet. Wie die Erstübersetzung dieses Werks bietet auch Mueller-Stahls Neuinterpretation der Abbildung einen neuen Zugang zu Whitman für Leser*innen im deutschsprachigen Raum, ohne seinen vielschichtigen Charakter zu verlieren. Auch der Künstler selbst kam dem amerikanischen Autor durch den Prozess des Malens näher: „Durch das Projekt habe ich Whitman schätzen und lieben gelernt. Er ist eine verwandte Figur, die die Welt kennenlernen und ihren Gegenwind spüren will. Eine robuste, klare Figur, die in die Zukunft schaut. Eine Figur, die mich fasziniert.“

Whitman und Mueller-Stahl in Dortmund

Sowohl Werke Whitmans als auch Kunst von Armin Mueller-Stahl können derzeit in Dortmund im städtischen Raum gesichtet werden: Seit 2022 fahren über 60 U-Bahnen, die „Gedankenzüge“ (eine Kooperation der Fakultät Kulturwissenschaften mit DSW21), mit in acht Sprachen übersetzten Gedichten durch  Dortmund. Armin Mueller-Stahls Ausstellung „Jüdische Freunde“ ist bis Ende Januar im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) zu sehen.

Das Portrait Walt Whitmans, gemalt von Armin Mueller-Stahl
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