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TU Dortmund erforscht innovative Umformprozesse für den Automobilbau

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Gruppenfoto in Werkhalle, vier Personen halten Puzzleteile mit Logos der beteiligten Institute in Händen © Oliver Schaper

Wie können hochfeste und gleichzeitig leichte Stahlbleche verarbeitet werden, die beispielsweise im Automobilbau dafür sorgen, dass Pkw leichter werden und damit weniger Sprit verbrauchen? Das ist eine Aufgabenstellung des Forschungszentrums ReCIMP (Research Center for Industrial Metal Processing), das am Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL) der TU Dortmund angesiedelt ist. Jetzt wurde die zweite Phase eingeläutet.

„Bei ReCIMP arbeitet das IUL seit fünf Jahren erfolgreich mit dem Automobilzulieferer Faurecia zusammen”, berichtet Institutsleiter Prof. A. Erman Tekkaya. Am Freitag, 13. April, wurde die Kooperation um fünf Jahre bis Ende 2022 verlängert. Seit 2013 arbeiteten 17 Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaft­ler sowie 23 studentische Hilfskräfte in ReCIMP-Projekten. Zusätzlich führten 45 Studierende Abschluss- und Projektarbeiten durch.

Phase zwei startet

Bei einer Feierstunde zum Start der zweiten Projektphase erläuterte der Dekan der Fakultät Maschinenbau, Prof. Markus Stommel, die herausragende Stellung der Produktionstechnik in dem Profil der TU Dortmund. Christophe Aufrère, Chief Technology Officer (CTO) von Faurecia, betonte die Bedeutung von Innovationen in Projekten wie ReCIMP für die Weiterentwicklung seines Unternehmens. Die äußerst produktive Kooperation mit Faurecia wurde von ReCIMP Manager Daniel Staupendahl anhand von Projektbeispielen dargestellt. Prof. A. Erman Tekkaya unterstrich, dass durch die Kooperation bereits sechs zusätzliche neue, drittmittelgeförderte Forschungsprojekte an der TU Dortmund initiiert werden konnten, in denen Grundlagenwissen über Metallumformverfahren generiert wird. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, Thomas Westphal, betonte die lange Tradition metallverarbeitender Betriebe in Dortmund und hob die enge Verbindung zwischen Forschung und Industrie hervor.

Innovative Metallverarbeitungen

Das ReCIMP wurde 2013 gegründet. Ziel ist die Verbesserung und Vertiefung von Grundlagenwissen über innovative Verarbeitungsprozesse für Metall. Es geht zudem um Prozessketten und hybride Prozesse, die Untersuchung neuer wissenschaftlicher Trends in der Fertigungstechnik und den Aufbau eines Kompetenznetzwerks. Dieses besteht aus weiteren For­schungs­ein­richtungen und Unternehmen. Zusammen mit den Faurecia-Gruppen „Automotive Seating“ und „Clean Mobility“ bildete das IUL fünf übergeordnete Forschungsbereiche.

 

Ein Schwerpunkt des ReCIMP ist die Bearbeitung von hochfesten Stählen. Diese ermöglichen effizienten Leichtbau in der Automobilindustrie und tragen einen wesentlichen Anteil zur Verringerung des CO2-Ausstoßes von Kraftfahrzeugen bei. Der Einsatz von neuen Werkstoffen erfordert neuartige Produktionsverfahren, die auf die Werkstoffeigenschaften abgestimmt sind und ihren Einsatz erst möglich machen.

Forschung zu hochfesten Stählen

Eine Eigenschaft von hochfesten Stählen, die die Bearbeitung erschwert, ist ihr geringes Umformvermögen. Eine Lösung sind inkrementelle Umformverfahren: Durch eine Unterteilung des Umformprozesses in eine Vielzahl von kleinen Schritten mit komplexen Spannungszuständen können hohe globale Umformungen erzeugt werden. Durch eine intelligente Anwendung des Verfahrens für das Erzeugen von lokalen Formelementen und durch eine Verkürzung der Prozesszeit soll das Verfahren in der Produktion eingesetzt werden. Um das Formänderungsvermögen von hochfesten Stählen und ferritischen Edelstählen zu erhöhen, die für den Abgasstrang verbaut werden, untersuchen die Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaft­ler, Wärme in den Prozess und die Prozesskette einzubringen. Speziell für die ferritischen Edelstähle wird hierbei die Kombination mit Innenhochdruckumformen untersucht.


Bildhinweis: Freuten sich über die Verlängerung des Forschungszentrums ReCIMP: (v. l.) Jura Kautz (Process Engineer, Faurecia Clean Mobility), Daniel Staupendahl (ReCIMP Manager IUL, erste Phase), Prof. A. Erman Tekkaya (Institutsleiter IUL), Thomas Westphal (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Dortmund), Christophe Aufrère (CTO Faurecia), Anna Rossi (Technology Intelligence Manager, Faurecia), Dr. Hosen Sulaiman (Manager Metal Forming, Faurecia Automotive Seating) und Jörn Lueg-Althoff (ReCIMP Manager IUL, zweite Phase).

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