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Drei Fragen an Dr. Anne Haage

„Wir wollen bei der Barrierefreiheit noch einen Schritt weiterkommen“

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Ein Porträt von einer Frau vor einem Baum, die Frau ist Dr. Anne Haage. © Aliona Kardash​/​TU Dortmund
Dr. Anne Haage ist Mitarbeiterin des Bereichs Behinderung und Studium (DoBuS).

Bilder und Videos sind heute zentrale Bestandteile von Internetauftritten, Lehrmaterialien und Sozialen Medien. Zum „Global Accessibility Awareness Day“, dem weltweiten Aktionstag für digitale Barrierefreiheit am 19. Mai, macht die TU Dortmund daher auf die Bedeutung von Alternativtexten für Bilder und Untertiteln bei Videos aufmerksam. Der Bereich Behinderung und Studium (DoBuS) bietet an dem Tag Kurzworkshops zur Umsetzung von Alternativtexten und Untertiteln an. DoBuS-Mitarbeiterin Dr. Anne Haage erläutert, warum das Thema wichtig ist, wie gute Alternativtexte erstellt werden können und wie die TU Dortmund dabei unterstützt.

Frau Haage, DoBuS macht zum weltweiten Aktionstag für digitale Barrierefreiheit vor allem auf die Bedeutung von Alternativtexten für Bilder und Untertiteln bei Videos aufmerksam. Wieso sind gerade diese beiden Themen so wichtig?

Dr. Anne Haage: Ohne aussagekräftige Bildbeschreibungen von Fotos und Grafiken fehlen blinden und sehbeeinträchtigten Menschen wesentliche Informationen. Denn nur, wenn es Alternativtexte gibt, kann ein Screenreader, also eine Vorlesesoftware für blinde Menschen, diese Information wiedergeben. Bei Videos sind Untertitel für gehörlose und schwerhörige Menschen fürs Verständnis unverzichtbar. Sie helfen aber auch Nicht-Muttersprachler*innen. Und wer Videos unterwegs nutzen möchte oder wer die richtige Schreibweise von Fachbegriffen lernen muss, profitiert auch davon. Wir haben die Themen auch deshalb ausgewählt, weil sie relativ schnell umzusetzen sind. Wir wollen am 19. Mai nicht nur sensibilisieren, sondern aktiv werden: Viele TU-Angehörige sollen sich beteiligen und Bilder, die auf ihrer Internetseite noch keinen Alternativtext haben, beschreiben oder ein Lehrvideo für die nächste Seminarsitzung mit Untertiteln versehen. Am Aktionstag können wir in Sachen Barrierefreiheit an der TU Dortmund noch einen Schritt weiterkommen.

Worauf sollte man bei der Erstellung der Alternativtexte achten?

Alternativtexte werden idealerweise direkt bei der Erstellung der Dokumente und Internetseiten – etwa in Word, Powerpoint, Moodle oder Typo3 – eingegeben. So sind sie von Beginn an in diesem Punkt barrierefrei und man spart sich aufwendige Nacharbeit. Es gibt ein paar grundlegende Regeln beim Formulieren: In vielen Fällen können Alternativtexte kurz gehalten werden, es muss kein ganzer Satz sein. Ist das Bild eher dekorativ, kann man es knapp beschreiben, zum Beispiel: „Professorin am Rednerpult im Hörsaal“. Die Beschreibungen von Abbildungen in Lehr- oder Prüfungsmaterialien sind ausführlicher. Zunächst kommen allgemeine Infos, um einen ersten Eindruck von der Abbildung zu bekommen und zum Abbildungstyp. Dann folgt die kurze, fachlich präzise Beschreibung des Inhalts mit den Details, die zum Verständnis des Lerngegenstands nötig sind. Schließlich muss man aus didaktischer Sicht auf die Beschreibung schauen: Ist alles enthalten, was zur Lösung der Aufgabe nötig ist, wird aber auch nichts vorweggenommen, was schon zur Lösung gehört?

Was bieten Sie konkret an am 19. Mai?

Am Aktionstag laden wir zu mehreren kurzen Workshops ein. In 20 Minuten erklären wir etwa die grundlegenden Regeln für Alternativtexte für Bilder und Grafiken und sensibilisieren für die besonderen Herausforderungen bei Lehrmaterialien. Interessierte können ein Bild mitbringen, für das sie eine Beschreibung brauchen. Das zweite Angebot betrifft automatische Untertitel für Lehrvideos: In ebenfalls 20 Minuten wird das Online-Tool Amberscript vorgestellt, das die TU Dortmund ganz neu dafür angeschafft hat. Der Workshop liefert auch Tipps für die Nachbearbeitung.

Über den Global Accessibility Awareness Day (GAAD)

Der GAAD wurde 2011 von Joe Devon und Jennison Asuncion ins Leben gerufen. Seitdem finden immer am dritten Donnerstag im Mai weltweit Veranstaltungen zur digitalen Barrierefreiheit statt.

 

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.