Zum Inhalt
Gründerteam sieht Anwendungen auch beim autonomen Fahren

TU-Start-up EMVICORE macht datengesteuerte Produktion in Fabriken sicherer

-
in
  • Top-Meldungen
  • Forschung
  • Medieninformationen
Zwei Männer mit Anzug und Mund-Nase-Bedeckung stehen vor einem Tisch mit zwei Robotern und zwei Produktionsstraßen. © Martina Hengesbach​/​TU Dortmund
Dr. Markus Buschhoff und Dr. Boguslaw Jablkowski von der Fakultät für Informatik sind die Gründer des Start-ups EMVICORE.

Das Forscherduo Dr. Markus Buschhoff und Dr. Boguslaw Jablkowski von der TU Dortmund arbeitet daran, die rechnergesteuerte Produktion in Fabriken sicherer und flexibler zu machen. Mit ihrem Projekt EMVICORE wollen sie sich im kommenden Jahr als weiteres erfolgreiches Start-up des Wissenschaftsbetriebs der Universität selbstständig machen.

Wenn sich Markus Buschhoff und Boguslaw Jablkowski auf den Weg zum Kunden machen, haben sie einen Rollkoffer dabei. Dieser beherbergt das Modell von zwei Fließbändern, die parallel angeordnet sind und Kisten transportieren. Diese wiederum werden von Roboterarmen am Ende der Fließbänder hoch- und auf das zweite Band umgehoben – ohne Unterbrechung, Tag und Nacht. Selbst bei Wartungsarbeiten oder Störungen arbeiten die Roboter kontinuierlich weiter. Möglich macht dies eine Ausführungsplattform für Steuergeräte, die die beiden entwickeln: Es führt die Steuergeräte der einzelnen Roboter zusammen und sichert sie gegen Ausfälle. „In unserem Projekt EMVICORE entwickeln wir echtzeitfähige Systemsoftware für cyber-physische Systeme, die in den Bereichen Internet Of Things, also dem Internet der Dinge, bei Industrie 4.0 und Smart Grids zum Einsatz kommen“, formuliert Dr. Buschhoff in bester Informatiker-Sprache.

Diese Software hat für die Betreiber von automatisierten Produktionsstraßen viele Vorteile. „Die Steuergeräte von Robotern sind teuer und funktionieren in der Regel nur mit den Geräten eines Herstellers“, sagt Dr. Jablkowski. „Streikt ein Steuergerät, muss es gewartet oder umgestellt werden, stockt häufig die gesamte Produktion.“ Mit der EMVICORE-Entwicklung spannen die beiden Forscher eine Art „Sicherheitsnetz“: Kostengünstig und unabhängig vom Hersteller der Steuergeräte kommt es bei Ausfällen, aber auch bei Wartungsarbeiten oder Störungen zum Einsatz. Neben der Fabrikautomation ist die Software für weitere Anwendungen geeignet. Ein Beispiel ist das autonome Fahren, das nur funktioniert, wenn verschiedene Steuergeräte wie etwa für die Spur- und Abstandshaltung, die Verkehrsschildererkennung und weitere zusammenarbeiten. Ist eine Funktion gestört, kann dies die gesamte Autonomie beim Fahren beeinflussen und im schlimmsten Fall stoppen.

Projekt wird mit Stipendium gefördert

Das Konzept von Buschhoff und Jablkowski hat die Forschungsförderung überzeugt. Auf dem Weg in die Selbstständigkeit wurden die beiden mit einem EXIST-Gründungsstipendium gefördert und durch das Centrum für Entrepreneurship & Transfer (CET) der TU Dortmund begleitet. Aktuell bis Ende Mai nächsten Jahres unterstützt die START-UP transfer.NRW-Förderung aus dem EFRE.NRW-Programm die beiden. Danach sollte EMVICORE soweit sein, dass die Entwickler von ihrer Idee und ihrem breiten Angebot an weiteren IT-Serviceleistungen leben können.

Dabei war eine Firmengründung weder Dr. Jablkowski (41 Jahre) noch Dr. Buschhoff (47 Jahre) „in die Wiege“ gelegt. Mit ihren Lebensjahren entsprechen die beiden auch nicht dem Bild von Gründern einer hippen Garagenfirma. Aber ihr Projekt profitiert von ihrer Lebenserfahrung und der bereits jahrelangen Zusammenarbeit. „Wir führen schon ein paar Jahre eine ,Büro-Ehe‘ und können uns gut einschätzen“, sagt Buschhoff. „Unsere Arbeit ist von gleichen Werten und von Fairness geprägt, bei der das überlegenere Argument gewinnt“, so Jablkowski.

Neben der beschriebenen Anwendung bietet die Entwicklung der beiden noch eine Reihe weiterer Chancen. Das angebotene Echtzeitbetriebssystem lässt sich separat oder zusammen mit der Virtualisierungsplattform betreiben. Es bietet spezielle Erweiterungen zur Energie- und Ressourcenverwaltung. Die Produkte ermöglichen den Kundinnen und Kunden, Effizienz und Produktivität in der Produktion zu steigern und gleichzeitig Kosten zu senken.

Ansprechpersonen für Rückfragen:

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.