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Erfolgsbedingungen von Robotik-AGs

Robotik-AGs wecken In­te­res­se­ an MINT-The­men

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Vier Personen stehen neben einander an einem Tisch, auf dem ein 3D-Drucker steht. © Oliver Schaper​/​TU Dort­mund
Markus Fleige, Vorsitzender von TECHNIK BEGEISTERT e.V., Prof. Uwe Wilkesmann (zhb), Dr. Annika Ohle-Peters (IFS) und Prof. Winfried Pinninghoff (KARL-KOLLE-Stiftung) mit Lego-Robotern und ei­nem 3D-Drucker, wie sie auch in den Robotik-AGs ver­wen­det wer­den.

Viele Grund- und weiterführende Schulen bieten Robotik-AGs an, in denen Schü­le­rin­nen und Schüler eigene kleine Roboter aus Lego-Bau­stei­nen bauen und programmieren kön­nen oder 3D-Drucker nut­zen. Auf Initiative der KARL-KOLLE-Stiftung, die im Ruhr­gebiet und Münsterland die Grün­dung dieser AGs för­dert, haben Wissen­schaft­lerinnen und Wis­sen­schaft­ler der TU Dort­mund nun un­ter­sucht, wie die Roboter-AGs bei Schü­le­rin­nen und Schülern der 8. Klasse wirken und wel­che Rah­men­be­ding­ung­en zum Erfolg führen. Die Er­geb­nisse wurden am Dienstag, 28. Januar, vor rund 30 AG-Leitenden, Schulleiterinnen und Schulleitern vor­ge­stellt.

Robotik-AGs er­mög­li­chen den Schü­le­rin­nen und Schülern ein selbstständiges Ler­nen. Die Kin­der und Jugend­lichen kön­nen sich aus­pro­bie­ren und die Inhalte eigenständig entdecken – frei vom Unterrichtsalltag, frei von Leistung, frei von Bewertung. Eine Studie des Zentrums für Hoch­schul­Bil­dung (zhb) und des Instituts für Schul­ent­wicklungs­forschung der TU Dort­mund (IFS) zeigt, dass Schü­le­rin­nen und Schüler, die an Robotik-AGs teil­neh­men, deutlich positivere MINT-bezogene Merkmale aufweisen als diejenigen, die nicht an einer solchen AG teil­ge­nom­men hatten: Sie hatten eine höhere Motivation, sich mit MINT-The­men zu be­schäf­ti­gen, sahen sich besser über MINT-Berufe informiert und gaben deutlich häufiger an, später einen MINT-bezogenen Beruf ergreifen zu wol­len. Die Ab­kür­zung MINT steht für die Bereiche Mathe­matik, In­for­ma­tik, Na­tur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik.

Schü­le­rin­nen, Schüler und Schulen profitieren von Robotik-AGs

„Darüber hinaus konn­ten al­ler­dings auch Geschlechterunterschiede identifiziert wer­den, die durchweg zuungunsten der Mädchen ausgefallen sind“, sagte Dr. Annika Ohle-Peters vom IFS. „Dieser Befund untermauert die Relevanz der Bestrebungen, vor allem Mädchen für MINT-bezogene Fächer und Inhalte zu begeistern und zu ermutigen, sich in diesem Be­reich langfristig zu engagieren.“ Die Robotik-AGs kön­nen hier einen guten Ansatz liefern: Während Jungen eher an diesen AGs teil­neh­men, weil sie sich bereits für Tech­nik interessieren, entdecken Mädchen durch die AG oft erst ih­re Leidenschaft für das The­ma, berichtete eine Schulleiterin.

Doch nicht nur für die Schü­le­rin­nen und Schüler bietet eine Robotik-AG Vorteile – auch die Schulen selbst profitieren. Eine Robotik-AG trägt dazu bei, eine positivere Evaluation bei der Be­wer­bung als MINT-EC-Schule zu bekommen. MINT-EC ist ein Netz­werk von Schulen mit Se­kun­dar­stu­fe II, die ein hervorragendes MINT-Schulprofil aufweisen. Auch in der Außendarstellung der Schulen bietet eine solche AG einen Vorteil. Die teil­neh­men­den Schulen werben auf ihrer Homepage oder beim Tag der offenen Tür mit ihrem Angebot. „Wenn es be­nach­bar­te Grund­schu­len gibt, die bereits mit Robotern ar­bei­ten, wird erwartet, dass die weiterführende Schule auch Robotik-AGs anbietet“, sagte Prof. Uwe Wilkesmann, Di­rek­tor des zhb.

Tech­nik, Fi­nan­zie­rung und Unter­stüt­zung sind Erfolgsfaktoren

Doch für ein gutes Ge­lin­gen der Robotik-AGs müs­sen auch einige Voraus­set­zun­gen gegeben sein, wie die Un­ter­su­chung ergab. Neben technischer Infrastruktur und Räumen gehört auch die Fi­nan­zie­rung dazu: Die KARL-KOLLE-Stiftung hilft Schulen bei der Aus­stat­tung mit Lego-Roboter-Sets oder Bausätzen für 3D-Drucker. Darüber hinaus ent­ste­hen aber noch Folgekosten für die Schulen, unter an­de­rem, wenn die Schü­le­rin­nen und Schüler an Robotik-Wettbewerben teil­neh­men. Nicht zuletzt benötigen die Fachlehrerinnen und -lehrer die Unter­stüt­zung der Schulleitung, zum Bei­spiel durch Entlastungsstunden oder Fort­bil­dun­gen.

Im Anschluss an die Präsentation der Er­geb­nisse bot sich den Gästen die Mög­lich­keit zu Vernetzung und Aus­tausch. Die Teil­neh­men­den kamen überein, dass die Ver­an­stal­tung mit einer gezielten Wei­ter­bil­dung für die Lehrenden an der TU Dort­mund fortgesetzt wer­den soll. Prof. Winfried Pinninghoff, Vorsitzender des Kuratoriums der KARL-KOLLE-Stiftung, motivierte die Gäste zudem, sich weiterhin rege für die Robotik-AGs ein­zu­set­zen: Immerhin findet im November 2021 das Finale der World Robot Olympiad in Dort­mund statt.

Die KARL-KOLLE-Stiftung ist eine Dort­mun­der Stiftung, die sich Projekten im Be­reich Bil­dung und Erziehung, Wis­sen­schaft und For­schung sowie im sozialen Be­reich wid­met. Die Stiftung hat in der Ver­gan­gen­heit bereits For­schungs­pro­jekte an der TU Dort­mund un­ter­stützt und för­dert Stu­die­ren­de der TU Dort­mund mit Deutsch­land­sti­pen­di­en.

 

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Cam­pus Nord, Vo­gel­pothsweg.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Stre­cke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zu­dem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.