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Wunsch nach Ver­kehrs­wen­de

Nachhaltige Mo­bi­li­tät im Ruhr­gebiet: Uni­ver­si­tä­ten sind auf dem Weg

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Fahrräder stehen an einem Bahnhof © Pixabay.com
Das Projekt InnaMoRuhr er­forscht das Mobilitätsverhalten von Stu­die­ren­den und Be­schäf­tig­ten der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum, der TU Dort­mund und der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen.

Der Wunsch, bei der Anreise zum Cam­pus auf um­welt­freund­li­che Verkehrsmittel umzusteigen, ist groß bei den Mitgliedern der Uni­ver­si­täts­allianz Ruhr (UA Ruhr). Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Projekt InnaMoRuhr unter Stu­die­ren­den und Be­schäf­tig­ten der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum (RUB), der TU Dort­mund und der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen (UDE) ge­macht hat. Drei Viertel der Be­frag­ten kön­nen sich vorstellen, auf intermodale Wegeketten umzusteigen, nach dem Motto: mit dem eBike zum Bahnhof und von dort mit der Bahn zur Uni. Viele Be­schäf­tigte würden die Ar­beit im Home­office auch nach der Pan­de­mie gern tageweise fortsetzen.

Für die Ver­kehrs­wen­de im Ruhr­gebiet spielen die vier Stand­or­te der UA Ruhr eine bedeutende Rolle: 120.000 Stu­die­ren­de und rund 16.000 Be­schäf­tigte pendeln regelmäßig hierher. Das For­schungs­pro­jekt InnaMoRuhr un­ter­sucht im Rah­men der Ruhr-Konferenz deshalb, wie die Mo­bi­li­tät an den vier Universitätsstandorten in Duis­burg, Essen, Bochum und Dort­mund innovativ und nach­hal­tig gestaltet wer­den könnte. 

„Moderne Verkehrspolitik ist der beste Klimaschutz. Eine gute Anbindung ohne Umwege und schnelle Er­reich­bar­keit ist Lebensqualität und Standortfaktor – auch für Stu­die­ren­de und Lehrende an For­schungs­ein­richtungen,“ sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst MdL. „Deshalb haben wir im ver­gang­enen Jahr 1,9 Mil­lio­nen Euro Landesmittel für die Er­for­schung und Ent­wick­lung von intelligenten Mobilitäts-Lö­sun­gen zwischen den Hoch­schu­len in der Metropolregion Ruhr bereitgestellt. Ich freue mich sehr, dass die ersten Er­geb­nisse vorliegen und das Projekt weiter Fahrt aufnimmt.“

Umfrage unter UA-Ruhr-Mitgliedern

In einer ersten Umfrage für das Projekt InnaMoRuhr haben 10.000 Mitglieder der UA Ruhr Auskunft über ihr Verhalten und ih­re Wünsche gegeben. Das Projektteam hatte die Angehörigen der RUB, der TU Dort­mund und der UDE dazu befragt, wie sie zu ihrem Lern- und Arbeitsplatz anreisen und wie häufig sie be­nach­bar­te Stand­or­te be­su­chen.

Vor Beginn der Coronapandemie legten 40 Pro­zent der Be­frag­ten den Weg zur Uni­ver­si­tät mit individuellen Verkehrsmitteln (Rad, Auto) zu­rück, 50 Pro­zent nutzten öffentliche Verkehrsmittel und 10 Pro­zent kombinierten beides in un­ter­schied­li­cher Weise. An allen Standorten lassen sich ähn­liche Nut­zungs­mus­ter be­ob­ach­ten: Stu­die­ren­de reisen häufiger mit dem ÖPNV bzw. in­ter­mo­dal, wäh­rend Be­schäf­tigte in Tech­nik und Ver­wal­tung einen hohen Anteil des Individualverkehrs aufweisen. Essen liegt beim ÖPNV deutlich vorne, wäh­rend in Duis­burg der Individualverkehr dominiert. Vier von zehn befragten Per­so­nen haben 2019 min­des­tens einmal einen anderen Standort der UA Ruhr be­sucht. Es besteht jedoch Bedarf an ei­nem intensiveren Aus­tausch: „Wenn es mehr hochschulübergreifende Ver­an­stal­tun­gen und attraktivere Verkehrsangebote gäbe, würde man andere Stand­or­te häufiger be­su­chen“, so die Wirt­schafts­wis­sen­schaft­le­rin Prof. Heike Proff.

Wunsch nach mehr Nach­hal­tig­keit

Obwohl die meisten Be­frag­ten mit ihrer alltäglichen Mo­bi­li­tät zufrieden waren, besteht ein großer Wunsch nach Veränderung – vor allem bei umweltbewussten Per­so­nen. Der öffentliche Verkehr mit Bus und Bahn schneidet überraschend gut ab und ist für etliche Befragte ein wich­ti­ger Baustein ihrer künftigen Mo­bi­li­tät. Projektkoordinator Prof. Johannes Weyer fasst die Er­geb­nisse wie folgt zu­sam­men: „Es besteht ein deutlicher Wunsch, die eigene Mo­bi­li­tät nach­haltiger und individueller zu ge­stal­ten und möglichst ohne Umstiege direkt ans Ziel zu gelangen.“ Dabei spielen das Fahrrad oder eBike und das Elektroauto eine wich­ti­ge Rolle.

Auch bei intermodalen Wegeketten besteht ein großes Potenzial: Das Szenario „mit dem Rad zum Bahnhof und dann mit der Bahn zur Uni­ver­si­tät" fanden knapp drei Viertel der Be­frag­ten attraktiv. Dabei zeigten sich nur marginale Un­ter­schie­de zwischen den drei Universitätsstandorten. Allerdings be­wer­te­ten Stu­die­ren­de und Forschende dieses Szenario positiver als Mit­ar­bei­ten­de in Tech­nik und Ver­wal­tung, die im Schnitt deutlich älter sind als die Angehörigen der beiden anderen Gruppen. Unterteilt man die Be­frag­ten in Typen wie die Umweltbewussten, die Komfortorientierten und andere, so ist für Weyer klar erkennbar, dass diese in un­ter­schied­li­cher Weise auf neue Mo­bi­li­täts­an­ge­bo­te re­agie­ren wer­den.

Weniger Mo­bi­li­tät durch Home­office

Zudem könnte das Vermeiden von Mo­bi­li­tät zu­künf­tig eine Rolle bei der Ver­kehrs­wen­de spielen: „Während der Coronapandemie hat der überwiegende Teil der Be­schäf­tig­ten – häufig erstmals – im Home Office gearbeitet und möch­te daran auch nach der Pan­de­mie zumindest anteilig festhalten“, stellt Soziologieprofessor Frank Kleemann fest, dessen Team diesen Aspekt un­ter­sucht hat. Generell ist die in­di­vi­du­elle Zufriedenheit ebenso hoch wie die wahrgenommene Arbeitsproduktivität. Verbesserungsbedarfe bestehen im Bereich der Ar­beits­platz­aus­stat­tung und beim Zugriff auf (teils noch nicht digitalisierte) Dokumente.

Das Projektteam schließt aus der Be­fra­gung, dass die drei UA Ruhr-Uni­ver­si­tä­ten ein großes Potenzial besitzen, das sie im Sinne einer nachhaltigen Mo­bi­li­tät einsetzen kön­nen. In der nächsten Projektphase wer­den die in der Be­fra­gung gewonnenen Erkennt­nisse genutzt, um konkrete Szenarien zu ent­wi­ckeln und diese in Simulationsexperimenten und Stakeholder-Work­shops auf den Prüfstand zu stellen.

Über InnaMoRuhr

Das Projekt InnaMoRuhr wird in­ter­dis­zi­pli­när von sechs Arbeitsgruppen der UA Ruhr aus So­zio­lo­gie, Wirtschafts- und In­ge­ni­eur­wis­sen­schaf­ten getragen. Beteiligt sind Prof. Johannes Weyer von der TU Dort­mund (Koordinator), Prof. Michael Roos und Prof. Constantinos Sourkounis von der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum sowie Prof. Heike Proff, Prof. Petra Stein, Prof. Frank Kleemann und Prof. Pedro José Marrón von der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen. Das Land NRW fördert das Projekt InnaMoRuhr von 2020 bis 2023 mit ins­ge­samt 1,9 Mio. Euro.

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Cam­pus Nord, Vo­gel­pothsweg.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.