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Sprachbildender Mathematikunterricht

Mathe-Unterrichtskonzept der TU Dort­mund aus­ge­zeich­net

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Porträtfoto Susanne Prediger © Roland Baege​/​TU Dort­mund
Entwickelt und erforscht wurde das SiMa-Unterrichts- und Fortbildungskonzept von Prof. Susanne Prediger von der TU Dort­mund.

Auszeichnung für Prof. Susanne Prediger und ihr Team von der Technischen Universität Dort­mund und dem Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathe­matik (DZLM): Am 21. Oktober erhielten sie den 1. Polytechnik-Preis. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis der Stiftung Polytechnische Gesell­schaft zeichnet besonders innovative fachdidaktische Unterrichtskonzepte aus.

Das Unterrichtskonzept

Alle Leistungsstudien zeigen: Sprachlich schwache Lernende können auch in angeblich nicht-sprachlichen Fächern wie Mathe­matik nicht so viel lernen wie sprachlich starke. Daher ist es wichtig, Sprachkompetenz im Fachunterricht zu fördern. Wie das am besten gelingt, erforschen Prof. Susanne Prediger und ihr 19-köpfiges Team von der TU Dort­mund intensiv seit vielen Jahren. Auf Basis dieser For­schung hat sie mit ihrem Team ein Unterrichtskonzept zur Sprachbildung im Mathematikunterricht (SiMa) entwickelt und in Unterrichtsmaterialien umgesetzt. Mit dem SiMa-Unterrichtskonzept wird allen Lernenden ermöglicht, nicht nur mathematische Rezepte zum Rechnen zu lernen, sondern mathematische Konzepte auch zu erklären und mit ihnen zu argumentieren. Sprachlich reichhaltige Lernsituationen und grafisch gestützte Sprachspeicher helfen dabei.

Das Fortbildungskonzept

Als Vizedirektorin des DZLM weiß Susanne Prediger, dass innovative Unterrichtskonzepte nur dann in der Unterrichtspraxis ankommen, wenn Lehrkräfte in den neuen Feldern auch fortgebildet werden. Auch für die Entwicklung des SiMa-Fortbildungskonzepts war For­schung notwendig, diesmal zur Frage, was Lehrkräften leichtfällt, und wo sie besonders Unterstützung brauchen.

„Alle Lehrkräfte wollen ihren sprachlich schwachen Lernenden helfen, manche jedoch nur durch Vereinfachen der Sprache. Wir erarbeiten in Fortbildungen gemeinsam das Gegenteil: Wir müssen viel Sprache einfordern, so dass Kinder immer wieder erklären und argumentieren, zunächst an Bildern und im Kontext, erst danach im Formalen. Wenn Lehrkräfte dazu Beispielmaterialien und -videos reflektieren, können sie das Umsetzen lernen“, erklärt Prof. Prediger. In einer großen Feldstudie mit 79 Klassen konnte ihr Team tatsächlich zeigen, dass ein solcher sprachbildender Mathematikunterricht zu höheren Mathematikleistungen als herkömmlicher Unterricht führt. Und zwar auch für die sprachlich starken Schülerinnen und Schüler – das ist besonders bemerkenswert.

Der Preis

Ziel des Polytechnik-Preises ist, diejenigen Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker deutschlandweit zu ehren, die sich um die Weiterentwicklung der Unterrichtspraxis besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurden Unterrichtskonzepte in den MINT-Fächern gesucht, die einen konstruktiven Umgang mit Di­ver­si­tät umsetzen – dabei ist Sprachkompetenz ein wichtiger Faktor. „Wir freuen uns unheimlich über den Polytechnik-Preis. Wir fühlen uns sehr geehrt, aus der Fülle an tollen und innovativen nominierten Konzepten ausgewählt worden zu sein. Es ist nicht selbstverständlich für die Fachdidaktik, dass neben der For­schung auch unsere Transferarbeit so gewürdigt wird“, sagte Prof. Prediger im Namen ihres Teams.

Prof. Jürg Kramer, Direktor des DZLM, gratulierte zum Erfolg: „Der Schlüssel des Erfolgs von SiMa liegt in der engen Zu­sam­men­arbeit von fachdidaktischer Design-For­schung und der Praxis, also mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Kolleginnen und Kollegen aus Fortbildungsinstituten. Dieser Austausch auf Augenhöhe ist notwendig für einen gelingenden Erkenntnistransfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Das SiMa-Projekt verdeutlicht das eindrucksvoll.“

Zum Hintergrund

Entwickelt und erforscht wurde das SiMa-Unterrichts- und Fortbildungskonzept von Prof. Susanne Prediger von der TU Dort­mund. Sie ist seit 2006 Professorin am Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts der Technischen Universität Dort­mund und leitet die 19-köpfige MuM-Forschungs­gruppe. Seit 2017 ist sie Vize-Direktorin des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathe­matik. Dort entwickelt und erforscht sie gemeinsam mit acht anderen Universitäten Fortbildungen für Mathematiklehrkräfte, um diese Lehrkräfte gemeinsam mit den Landesinstituten bei der Weiterentwicklung ihres Unterrichts zu unterstützen.

Weitere Informationen

Website des Instituts für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts
Prediger & Wessel (2018): Brauchen mehrsprachige Jugendliche eine andere fach- und sprachintegrierte Förderung als einsprachige? (PDF)
Polytechnik-Preis der Stiftung Polytechnische Gesell­schaft

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Universität Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.