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© Martina Hengesbach​/​TU Dort­mund

War dir schon vor deinem Studium bewusst, dass du alle Voraus­setz­ungen für ein Sti­pen­dium mitbringst? Wie bist du auf das The­ma aufmerksam geworden?

Meine Stiftung hat mich schon beim Nachholen der Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg un­ter­stützt. Daher kannte ich die Zugangsvoraussetzungen für die Studienförderung bereits.

In meinem früheren Beruf als Elektroniker für Automatisierungstechnik war ich unzufrieden und nutzte diese Situation für eine persönliche Neuausrichtung – ich wollte mein Abitur nachholen und kündigte. Mir war es wich­tig, mich voll und ganz auf meine zweite Schullaufbahn konzentrieren zu können und finanziell auf gesicherten Beinen zu stehen. Bei einer Internetrecherche stieß ich dann auf die Hans-Böckler-Stiftung.

Sie ist eine der wenigen Stiftungen in Deutsch­land, welche den zweiten Bildungsweg und damit auch gezielt Stu­die­ren­de aus Arbeiterfamilien fördert.

Neben guten bis sehr guten Schul-/Studienleistungen kann auch Engagement eine Voraussetzung für ein Sti­pen­dium sein. Mit welchem Engagement hast du überzeugt?

Die Hans-Böckler-Stiftung ist eine gewerkschaftsnahe Stiftung. In meiner beruflichen Ver­gan­gen­heit habe ich mich innerhalb der betrieblichen Mitbestimmung engagiert und somit einen Bezug zur Stiftung gehabt, der gut zu mir passte und in der Stiftung gern gesehen wurde. Mein hauptsächliches Engagement liegt jedoch in der langjährigen ehrenamtlichen Leitung einer Selbsthilfegruppe für Stotternde. Ich selbst bin Stotterer und gestalte neben der lokalen Gruppe in einer aktiven Community auf Landes- und Bundesebene ehrenamtlich mit.

Natürlich wird auf gute Leistungen geschaut, um in die Förderung auf­ge­nom­men zu werden. Allerdings beachtet die Hans-Böckler-Stiftung genauso Bewerber*innen, die gesellschaftlich, im Besonderen gesellschaftspolitisch engagiert sind, und Gesell­schaft bereits positiv mitgestalten.

Was hat sich durch das Sti­pen­dium in deinem Leben / in deinem Studium verändert?

Durch die damalige Förderung als Schüler wurde mir ermöglicht, ein sehr gutes Abitur abzulegen. Die finanzielle Unabhängigkeit bedeutete nämlich mehr Zeit zum Ler­nen. Ohne diese Förderung wäre meine Abiturnote sicher schlechter ausgefallen. Dies gilt genauso für mein jetziges Lehramtsstudium. Besonders in Zeiten der Co­ro­na-Pandemie schätze ich die Unter­stütz­ung und finanzielle Unabhängigkeit noch viel mehr als zuvor.

Wovon träumst du beruflich, was möchtest du später gern erreichen?

Durch meinen Studiengang „Lehramt für son­der­päd­ago­gische Förderung“ ist mein Ziel zum Studienende ziemlich eindeutig – ich will Lehrer werden. Neben den üblichen Wünschen von zukünftigen Lehrern*innen, nämlich Kinder und Jugendliche auf dem Weg zum Selbstdenken und reflektierten Erwachsenen zu begleiten, hoffe ich, durch meine eigene Beeinträchtigung als ein mögliches Positivbeispiel zu ermutigen und zu zeigen, das mehr Potenzial in einem steckt als vielleicht selbst gedacht. Auch wegen meines eigenen, eher wenig geradlinigen Lebens­weges.

Was bedeutet es für dich, Stipendiat zu sein?

Ich war schon zuvor engagiert und nicht erst, seitdem ich wusste, dass ich mich für ein Sti­pen­dium bewerben wollte. Das war bei mir anfänglich durch meine eigene Stotterproblematik natürlich auch Eigennutz. Mein Engagement überstieg aber schnell den aus­schließ­lich eigenen Nutzen und ging dahin, dass ich etwas geben und nicht nur Konsument sein wollte. Vielleicht ist ein Wesensmerkmal eines Sti­pen­diaten*in, für eine Sache engagiert zu sein, von der auch andere im besonderen Maße profitieren.

Welche besonderen Angebote bietet dein Förderwerk, die du für dich nutzen kannst?

Zu Beginn meiner Bewerbung habe ich zuerst die finanzielle Unter­stütz­ung im Fokus gehabt. Erst im Einführungsseminar wurde mir bewusst, wie vielfältig die ideelle Förderung ist und welche Mög­lich­keiten dadurch eröffnet werden. Beispielsweise werden neben Sprachreisen ins Ausland auch vielfältige Angebote zu allen gegenwärtigen Gesellschaftsthemen angeboten – und das an Orten in ganz Deutsch­land genauso wie im Ausland. Hier bekommt man die Möglichkeit, sich mit vielen anderen Sti­pen­diaten*innen zu vernetzen.

Es ist jedem selbst überlassen, inwieweit die ideelle Förderung ausgeschöpft wird. Jedoch erwartet die Hans-Böckler-Stiftung, das In­te­res­se­ gegenüber den An­ge­boten besteht und zumindest ein paar davon besucht werden.

Welche Tipps würdest du Studieninteressierten und Stu­die­ren­den geben, die sich für ein Sti­pen­dium interessieren / sich für ein Sti­pen­dium bewerben möchten?

Warte nicht zu lange mit deiner Bewerbung für ein Sti­pen­dium. Wenn du nämlich in deinem Studium zu weit vorangeschritten bist, könnte es für deinen aktuellen Studiengang bereits zu spät sein. Genaueres zu den vielfältigen Konstellationsmöglichkeiten und Fristen kannst du auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung nachlesen.

Bewirb dich, wenn du für eine Sache engagiert bist. Auch wenn deine Leistungen eher durchschnittlich sind, solltest du es probieren. Die Hans-Böckler-Stiftung will selbst­ver­ständ­lich Schüler*innen und Stu­die­ren­de fördern, die gute bis sehr gute Leistungen bringen. Jedoch ist Leistung allein nicht ausreichend, sondern auch dein Engagement, mit welchem du sogar Defizite in deiner Leistung möglicherweise kompensieren kannst.

Schrecke nicht vor dem Bewerbungsprozess zurück. Es sind Bewerbungsformulare auszufüllen und persönliche Gespräche durch mehrere Instanzen zu führen. Du solltest dich davon jedoch nicht abhalten lassen. Leider zieht sich dieser Prozess über einen längeren Zeitraum, was bei der Menge an Bewerbungen anders auch nicht zu bewerkstelligen wäre.

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.