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Spotlight Forschung: Karolina Jagiello und Sarah Kosmann zur Gründung eines Start-ups aus der Wissenschaft

„Erst wenn man es versucht, weiß man, ob es klappt“

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Porträtfoto von Sarah Kosmann und Karolina Jagiello © Cynthia Ruf
Sarah Kosmann (l.) und Karolina Jagiello haben gemeinsam das Start-up kasaira gegründet.

Das Start-up-Projekt kasaira will Tools zur Verfügung stellen, um die Akustik von Räumen zu verbessern. Die Idee dazu entwickelte Karolina Jagiello während ihrer Arbeit an der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund. Mit Sarah Kosmann fand sie eine Mitgründerin für die Umsetzung. Ein Jahr lang wurde das Team durch ein EXIST-Gründungsstipendium vom Bund gefördert. Im Interview sprechen beide über die Idee für kasaira und den Weg von der Universität in die Selbstständigkeit.

Welche Idee steht hinter dem Projekt kasaira?

Karolina Jagiello: In vielen Räumen ist die Akustik sehr schlecht. Jeder kennt sicher eine Situation, in der man sich von der Geräuschkulisse in einem Raum gestört fühlt: Im Büro kann ich nicht konzentriert arbeiten, im Restaurant oder sogar in einem Besprechungsraum verstehe ich meine Gesprächspartner*innen kaum. Oder mein Gehör wird geschädigt, weil es in den Räumen der Kita so laut ist. Das müsste nicht so sein. Leider wird die Raumakustik in der Planung aber selten berücksichtigt, entweder weil keine Expertise vorhanden, oder eine Fachplanung zu teuer ist. Unsere Idee ist, eine intelligente Software zu entwickeln, die die Planung guter Raumakustik deutlich vereinfacht. So können künftig Innenarchitekt*innen die individuellen räumlichen Anforderungen an Akustik bereits früh berücksichtigen.

Sie haben erfolgreich ein EXIST-Gründungsstipendium eingeworben. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Sarah Kosmann: Zwischen der Idee und der Antragstellung lag bei uns ca. ein halbes Jahr. In diesen sechs Monaten haben wir ein Konzeptpapier geschrieben und unsere Gründungsidee damit einem ersten Test unterzogen: Gibt es einen Markt? Wo liegt die besondere Innovationshöhe? Ist unser Team interdisziplinär genug aufgestellt? In welchen Schritten wollen wir unsere Software entwickeln? Das war viel Arbeit, hat sich aber gelohnt, weil die Idee dadurch sehr reifen konnte. Dann kam die positive Rückmeldung des Fördergebers und wir konnten loslegen. Aber: Alles braucht letztlich viel mehr Zeit als man vorher plant, etwa die Abläufe zwischen Universität und Projektträger, die Abstimmung im Team für die Produktentwicklung oder Präsentationen für Investoren. Dabei muss man aufpassen, nicht das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Alles in allem sind wir am Ende der Stipendienzeit aber sehr zufrieden und konnten das Jahr gut nutzen.

Was braucht es, um sich aus der Wissenschaft heraus selbstständig zu machen – welche Tipps haben Sie?

Karolina Jagiello: Es hilft auf jeden Fall, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, seine Ideen vorzustellen und zu diskutieren, Feedback abzuholen. Dafür gibt es auch viele gute Angebote an der TU Dortmund. Ich wurde auf einer Veranstaltung der Reihe female.2.enterprises des Gleichstellungsbüros dazu ermutigt, meine Idee weiterzuentwickeln, was ich dann im Rahmen des Programms cetup.INNOLAB des Centrums für Entrepreneurship & Transfer (CET) gemacht habe. Anschließend habe ich eine Mitgründerin gesucht.

Sarah Kosmann: Ich hatte schon Gründungserfahrung und sofort Lust, an dem Projekt mitzuwirken. Erst wenn man es probiert, weiß man, ob es klappt. Daher: einfach machen! Wichtig bei einer Gründung ist nicht rasend schnelles Wachstum, sondern die Idee. Jeder hofft, das nächste Einhorn zu sein, dabei sind solide Zebras ebenso ein Gewinn für die Gesellschaft.


Zur Person

Karolina Jagiello

  • 2006 Dipl.-Ing. (FH) für Umweltschutz/Umwelttechnik, Technische Hochschule Bingen
  • 2007-2012 Mitarbeiterin in Ingenieurbüros für Akustik und Bauphysik
  • 2012 M.Sc. Bauphysik, Bauhaus-Universität Weimar
  • 2013-2020 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund, Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Koordination und Umsetzung des Projektes „Planungsatlas Hochbau“
  • 2021 Start des Projektes kasaira

Sarah Kosmann

  • 2008 B.Sc. Bauingenieurwesen, Universität Duisburg-Essen
  • 2010 M.Sc. Bauingenieurwesen, TU München
  • 2010-2014 Mitarbeiterin Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart
  • 2014-2018 Mitarbeiterin Krämer-Evers Bauphysik
  • 2018 Gründung Kosmann Ingenieure
  • 2021 Start des Projektes kasaira


Weiterführende Informationen:

Drittmittelberatung des Referats Forschungsförderung der TU Dortmund
cetup.INNOLAB-Programm des Centrums für Entrepreneurship & Transfer (CET)
EXIST-Gründerstipendium des Bundes
 

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.