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Auszeichnung

30. Rudolf Chaudoire-Preis verliehen

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Gruppenfoto: Vier Personen stehen in einem Raum vor einem großen, leuchtend grünen TU-Logo. © Oliver Schaper​/​TU Dortmund
Kamen zur Verleihung des Rudolf Chaudoire-Preises zusammen (v.l.n.r.): Rektor Prof. Manfred Bayer, Preisträgerin Dr. Marion Börnhorst, Prorektorin Forschung Prof. Nele McElvany und Dr. Gert Fischer, Vorstandsmitglied der Rudolf Chaudoire-Stiftung.
Als Anerkennung für ihre herausragende Forschung hat Dr. Marion Börnhorst von der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen den Rudolf Chaudoire-Preis 2025 erhalten. Die TU Dortmund würdigte sie am 24. November bei einer feierlichen Preisverleihung. Mit dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird sie einen Forschungsaufenthalt in den USA finanzieren.

Dr. Marion Börnhorst ist seit 2022 Arbeitsgruppenleiterin am Lehrstuhl „Reaction Engineering and Catalysis“ der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen. Zuvor hat sie bereits an der TU Dortmund Chemieingenieurwesen studiert und am Karlsruher Institut für Technologie promoviert. Um fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen und eine umweltschonende Produktion in der chemischen Industrie voranzutreiben, müssen effiziente und nachhaltige Schlüsseltechnologien entwickelt werden. Dr. Börnhorst forscht daher zu katalytischen Mehrphasenreaktoren und entwickelt strukturierte Katalysatoren. Sie betrachtet dabei vor allem jene Prozesse in chemischen Reaktoren, in denen Gase, Flüssigkeiten und feste Stoffe miteinander reagieren. Sie untersucht, wie Wärme und Stoffe zwischen den Phasen ausgetauscht werden und wie die ablaufenden Reaktionen effizienter gestaltet werden können.

Im Fokus ihrer Forschung stehen neuartige Katalysatorträgerstrukturen: Dank einer strukturierten Oberfläche der Reaktorwand kann beispielsweise eine größere Menge Kohlenstoffdioxid in ein Lösungsmittel absorbiert werden. Die Technologie könnte zum einen dazu eingesetzt werden, CO2 direkt aus der Umgebungsluft abzuscheiden, und zum anderen eine bessere Emissionskontrolle von energieintensiven Prozessen in der Industrie ermöglichen. Zusätzlich erforscht Dr. Marion Börnhorst, wie im Kontext der Elektrifizierung Reaktoren statt durch fossile Brennstoffe durch Mikrowellen beheizt werden können. Die Mikrowellen könnten gezielt die Festkörper im Inneren erhitzen, während das sie umgebende Reaktionsmedium kühl bleibt, was eine deutliche Effizienzsteigerung bedeuten würde. Außerdem wäre bei dieser elektrischen Variante ein schnelles und gezieltes An- und Abschalten des Reaktors möglich, was eine bessere Prozesskontrolle ermöglicht.

Preis ermöglicht Forschungsaufenthalte im Ausland

Das Preisgeld wird Dr. Börnhorst für einen einmonatigen Forschungsaufenthalt im März 2026 bei Prof. Dionisios Vlachos an der University of Delaware in den USA nutzen. Professor Vlachos gehört zu den führenden Experten in der Reaktionstechnik mehrphasiger Prozesse, der Multiskalenmodellierung und in der Elektrifizierung chemischer Reaktoren. Gemeinsam mit ihm möchte Dr. Börnhorst das Potenzial von strukturierten Katalysatoren für die Elektrifizierung chemischer (Mehrphasen-)Reaktoren untersuchen. Dafür sind bereits gemeinsame Messungen in den dortigen Laboren geplant.

Prof. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund, und Dr. Gert Fischer, Mitglied des Vorstands der Rudolf Chaudoire-Stiftung, sprachen die Grußworte bei der Verleihung des mittlerweile 30. Rudolf Chaudoire-Preises. Prof. Nele McElvany, Prorektorin Forschung der TU Dortmund, stellte die Preisträgerin vor. Der Dekan der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen, Prof. Norbert Kockmann, sprach in seinem Vortrag über neue Wege für den Umweltschutz sowie über Kreislaufwirtschaft und stellte die Forschung von Dr. Börnhorst in diesen übergeordneten Zusammenhang. Zudem würdigte er das Engagement der Preisträgerin, die sich unter anderem im Netzwerk „Nachwuchs Reaktionstechnik“ (NaWuReT) für die Unterstützung von Early Career Researchers einsetzt. Für die musikalische Untermalung des Abends sorgten die Hbahneros.

Rudolf Chaudoire-Stiftung

Die Rudolf Chaudoire-Stiftung ist aus dem Vermächtnis des im Ruhrgebiet ansässigen Industriellen Rudolf Chaudoire hervorgegangen, dem die Förderung der Berufsbildung junger Menschen am Herzen lag. Seit 1995 stellt die Stiftung regelmäßig großzügige Mittel zur Verfügung, aus deren Erträgen jährlich der Rudolf Chaudoire-Preis für Early Career Researchers der TU Dortmund vergeben wird. Der Preis dient zur Unterstützung eines Forschungsprojektes im Ausland. Bislang wurden 60 TU-Wis­sen­schaft­ler*innen geehrt.


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