Bild und Klang – Der Mord als schöne Kunst betrachtet.
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Als 1908 in Paris die Produktionsfirma „Le Film d’Art“ gegründet wurde, wollten ihre Betreiber die noch junge Cinematographie aus den Untiefen bloßer Unterhaltung zur anspruchsvollen Kunstform emporheben. Damit war die Idee geboren, statt der üblichen, aus vorgegebenen Versatzstücken zusammengefügten Klavierbegleitung eine eigene, originale Filmmusik in Auftrag zu geben.
Die erste Produktion der „Le Film d’Art“ war das Historiendrama „L’Assassinat du Duc de Guise“ („Die Ermordung des Herzogs von Guise“), für das der französische Komponist Camille Saint-Saëns die erste, knapp halbstündige Filmmusik der Musikgeschichte komponierte: fünf „Tableaux“ für Klavier, Harmonium, Bläserquintett und Streicher (op. 128). Der damals schon 73-jährige Saint-Saëns schuf instinktiv ein Urmodell, an dem sich spätere Filmkomponist*innen orientieren konnten: Neben der programmatischen Begleitung einzelner Handlungselemente sind jeder Person bestimmte Leitmotive zugeordnet, die sowohl unmittelbar als auch mittelbar den Gang der Geschichte zum Klingen bringen.
In der öffentlichen Vortragsreihe „Bild und Klang“ am 13. Januar kann das Publikum den Stummfilm mit Live-Begleitung durch das Dortmunder Kammerorchester (TU Dortmund) unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Julian Pontus Schirmer erleben. Saint-Saëns-Forscher Prof. Michael Stegemann (TU Dortmund) teilt seine Expertise zu der Musik, ordnet geschichtlich ein und leitet durch das Programm.
Über „Bild und Klang“:
Die Vorlesungsreihe „Bild und Klang“ bringt die TU Dortmund in die Stadt, die Stadtkirche St. Reinoldi wird zum Hörsaal. Der Raum der Kirche und die Kunstwerke sind nicht einfach Kulisse, sondern rücken immer wieder in den Blick: als Thema der Vorlesung, als Kontextualisierung der Themen, aber zuweilen auch als Widerpart für andere, scheinbar nicht in den Raum gehörende Bilder und Klänge. Die Vorlesung richtet sich gleichermaßen an Studierende wie an die städtische Öffentlichkeit. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Referent*innen: Prof. Dr.Michael Stegemann
Musik: Das Dortmunder Kammerorchester unter Leitung von Julian Pontus Schirmer
Weitere Termine: 20.1., 27.1.2026




















