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Globale Mediendynamiken

Gemeinsam für starke Medienlandschaften in Subsahara-Afrika

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Große Gruppe von Konferenzteilnehmenden posiert vor einem Gebäude der Uganda Christian University. © TU Dortmund
Die CoMMPASS-Initiative feierte mit einer großen Konferenz an der Uganda Christian University in Mukono ihren Abschluss.
Das Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus der TU Dortmund (EBI) baut sein akademisches Engagement in Subsahara-Afrika weiter aus: Im Februar ist ein neues Forschungsprojekt zur geopolitischen Medienbeeinflussung gemeinsam mit der Makerere University in Uganda gestartet. Außerdem fand eine große panafrikanische Initiative zur Journalist*innenausbildung bei einer Konferenz ihren Abschluss.

Mehr als 2.300 Journalismusstudierende und professionelle Journalist*innen aus 29 Ländern haben bis dato an einem Online-Kurs teilgenommen, der im Rahmen der CoMMPASS-Initiative entstanden ist. Die Initiative, die durch Erasmus+ der Europäischen Union kofinanziert und von einem Netzwerk aus 37 Partneruniversitäten auf dem afrikanischen Kontinent unterstützt wurde, feierte nun mit einer Konferenz an der Uganda Christian University in Mukono ihren Abschluss. Der CoMMPASS-Kurs zum Thema Migration in Afrika wurde 2024 von Lehrenden und Forschenden des Erich-Brost-Instituts gemeinsam mit Kolleg*innen aus sechs afrikanischen Universitäten in Uganda, Malawi und Burkina Faso sowie mit Unterstützung von Partnern aus Portugal ins Leben gerufen. Als flexibles, mehrsprachiges Online-Programm konzipiert, verbindet er wissenschaftliche Forschung mit redaktioneller Praxis und fördert eine ethische, datenbasierte Berichterstattung.

Die Abschlusskonferenz brachte nun Hochschulpartner und Entscheidungsträger*innen aus ganz Afrika zusammen, um über die Zukunft der Online-Journalismusausbildung zu beraten. Sie bildete den Höhepunkt eines umfassenden Dialogprozesses, der 2023 begann. Aktuell ging es unter anderem darum, wie afrikanische Hochschulen Migrationsnarrative in der Lehre stärker selbst gestalten, stereotype Darstellungen überwinden und digitales Storytelling für gesellschaftlichen Wandel nutzen können. In den Vorjahren hatten sich die Partner bereits mit Vertreter*innen der Internationalen Arbeitsorganisation, führender lokaler Medien und der Vereinten Nationen über das Verhältnis von Medien und Migration ausgetauscht.

An der Schnittstelle globaler Mediendynamiken und lokaler Wissensproduktion

„Die CoMMPASS-Initiative knüpft an langjährige Forschungen des Erich-Brost-Instituts zur Migrationsberichterstattung in Afrika und Europa an“, sagt EBI-Leiterin Prof. Susanne Fengler. „Indem wir die professionelle Ausbildung von Journalist*innen und zukünftig auch die geopolitische Medienbeeinflussung in den Blick nehmen, positionieren wir uns an der Schnittstelle globaler Mediendynamiken und lokaler Wissensproduktion – und stärken unsere akademischen Partnerschaften, die weit über einzelne Projekte hinaus Bestand haben.“

Das neue Projekt, das im Februar an der Makerere University in Uganda gestartet ist, untersucht Desinformations- und Manipulationskampagnen ausländischer staatlicher Akteure in Subsahara-Afrika und analysiert, wie geopolitische Rivalitäten die Medienlandschaften der Region verändern. Unter dem Titel „The ‘Great Game’ of Media and Politics in Africa: Geopolitics and Media Intervention post-2022“ wird es von der Daimler und Benz Stiftung gefördert. Beteiligt sind neben der TU Dortmund und der Makerere University weitere acht akademische Partner aus Nigeria, Ghana, Kenia, Malawi, Burkina Faso und Tansania.

Die Forschenden analysieren, wie China, Russland und die Türkei sowie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und möglicherweise weitere BRICS-Staaten Mediensysteme in Subsahara-Afrika beeinflussen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Beziehungen dieser Akteure zu Redaktionen, Journalistenausbilder*innen und medienpolitischen Entscheidungsträger*innen sowie den Auswirkungen auf ausgewählte afrikanische Länder. Indem es empirische Daten zur ausländischen Medienintervention generiert, soll das Projekt sowohl die wissenschaftliche Debatte als auch medienpolitische Diskussionen in Zeiten zunehmender globaler Konkurrenz bereichern.

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