Prof. Benedikt Sabaß wirbt Proof of Concept Grant ein
- Top-Meldungen
- Forschung
- Menschen

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels werden dringend neue Lösungen benötigt, um Treibhausgasemissionen deutlich zu senken. Zu den wirksamsten Strategien gehört dabei die Reduzierung der Methanemissionen. Ein erheblicher Anteil dieses Methans entsteht durch mikrobielle Prozesse im Pansen von Rindern. Zwar können Futterzusätze diese Methanbildung verringern, doch erzielen die bislang verfügbaren Produkte lediglich Emissionsminderungen von etwa 10 bis 30 Prozent.
Im Rahmen eines durch einen ERC Starting Grant geförderten Projekts wurden in der Arbeitsgruppe von Prof. Benedikt Sabaß an der LMU München niedermolekulare Verbindungen entdeckt, die die Methanbildung deutlich verringern. „Wir erwarten, dass Futterzusätze auf Basis unserer Verbindungen die Methanemissionen von Rindern um mehr als 70 Prozent reduzieren könnten“, sagt Sabaß. „Außerdem können potente antimethanogene Verbindungen auch erhebliche Vorteile für den Stoffwechsel mit sich bringen und bis zu 12 Prozent Energie einsparen.“ Diese neuen, methanhemmenden Verbindungen können somit die Futterverwertung der Rinder verbessern, wodurch sowohl der ökologische Fußabdruck als auch die Kosten der Rinderhaltung reduziert werden. Auf diese Weise wird der Einsatz klimafreundlicher Ergänzungsmittel für die Produzenten wirtschaftlich attraktiv.
Mit seinem Proof of Concept-Projekt „BacForClimate“ (A potent, new anti-methanogenic compound for climate-friendly livestock farming) will Sabaß die Wirkungsweise der neuen Verbindungen aufklären, deren metabolischen Vorteile bewerten und ein Konzept für die Markteinführung erstellen. Anschließend plant er, gemeinsam mit Partnern aus der Veterinärmedizin und der Industrie Produkte auf Basis dieser Verbindungen zu entwickeln. „Dieses Projekt soll die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg unserer neuen Technologie schaffen und letztlich, so hoffen wir, einen Beitrag zur Lösung eines dringenden Problems leisten“, sagt Sabaß.
Für einen Proof of Concept Grant können sich nur Wissenschaftler*innen bewerben, die bereits mit einem ERC Grant ausgezeichnet wurden. Ziel der Förderung ist es, Ideen aus ERC-geförderten Projekten in die praktische Anwendung zu überführen.
Zur Person
Prof. Benedikt Sabaß studierte Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und promovierte 2012 an der Universität Stuttgart in theoretischer Physik. Anschließend arbeitete er zunächst ein Jahr in der Automobilindustrie an der Entwicklung von Elektroautos mit, bevor er für eine Postdoc-Stelle an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zurückkehrte. Von 2014 bis 2016 forschte Sabaß als DAAD-Postdoctoral Fellow an der Princeton University (USA). Im Anschluss leitete er eine Forschungsgruppe am Institute of Biological Information Processing des Forschungszentrums Jülich. 2020 folgte der Physiker einem Ruf auf die Professur für Biophysik Pathogener Organismen an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er die Arbeitsgruppe Zellbiophysik und Statistische Mechanik leitete. Sein Forschungsprojekt „BacForce“ (Quantifying minute forces: How mechanoregulation determines the behaviour of pathogenic bacteria) wird mit einem ERC Starting Grant gefördert. Im Mai 2025 wechselte Sabaß an die TU Dortmund und hat seitdem an der Fakultät Physik die Professur für Experimentelle Physik/Medizinphysik inne. Die Arbeitsgruppe Sabaß an der TU Dortmund verbindet anwendungsnahe Medizinphysik mit biophysikalischer Grundlagenforschung.
Ansprechperson für Rückfragen:



















