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Nachruf

Trauer um Prof. Dr. Rita Süssmuth

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Foto: Eine Person spricht an einem Rednerpult der Technischen Universität Dortmund. © Lutz Kampert​/​TU Dortmund
Rita Süssmuth war von 1973 bis 1982 Professorin an der Universität Dortmund. Das Foto zeigt sie im Jahr 2018.
Die Technische Universität Dortmund trauert um Rita Süssmuth, die am 1. Februar im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Die ehemalige Bundesministerin und langjährige Bundestagspräsidentin hatte vor ihrer politischen Karriere von 1973 bis 1982 eine Professur an der damaligen Universität Dortmund inne und lehrte zugleich an der Ruhr-Universität Bochum. Ihr Leben lang setzte sie sich für die Gleichstellung von Mann und Frau und für ein besseres soziales Miteinander in der Gesellschaft ein.

Mit 36 Jahren wurde Rita Süssmuth auf die Professur für „Allgemeine Pädagogik“ an der Pädagogischen Hochschule (PH) Ruhr in Dortmund berufen. Nach der Integration der PH Ruhr in die Universität Dortmund im Jahr 1980 übernahm sie zudem die stellvertretende Leitung des Instituts für Sozialpädagogik innerhalb der Abteilung für Erziehungswissenschaft. Zur selben Zeit begann Süssmuth, sich auch politisch zu engagieren: So arbeitete sie im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen des Bundesfamilienministeriums und in der dritten Familienberichtskommission mit. 1982 führte sie ihre weitere wissenschaftliche Laufbahn nach Hannover, wo sie bis 1985 die Leitung des Forschungsinstituts „Frau und Gesellschaft“ übernahm.

Rita Süssmuth wird vor allem für ihr politisches Engagement ab 1985 in Erinnerung bleiben. Die Christdemokratin war die erste Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, setzte sich für die Wahlfreiheit der Frauen zwischen Familie und Beruf ein, trat für ein liberaleres Abtreibungsrecht ein und engagierte sich gegen die Ausgrenzung von Aidskranken. Von 1988 bis 1998 hatte sie das Amt der Bundestagspräsidentin inne und leitete an der Spitze des deutschen Parlaments seine nach der deutschen Wiedervereinigung notwendige Reform sowie dessen Umzug nach Berlin ein. Zudem bezog Süssmuth weiterhin offen Stellung, etwa zu frauenpolitischen Fragen. Noch bis 2002 blieb die Politikerin Mitglied des Bundestages, wo sie sich unter anderem für Zuwanderung und Integration engagierte.

An die TU Dortmund kam Rita Süssmuth zuletzt im Jahr 2018 zurück: Zur Feier ihres 50-jährigen Jubiläums verlieh die Universität die Ehrendoktorwürde an Donald Tusk, der damals Präsident des Europäischen Rates war. In ihrer Laudatio würdigte Süssmuth Tusks leidenschaftliches Engagement für die Europäische Union.

Die Technische Universität Dortmund verliert mit Rita Süssmuth eine besondere und hochgeschätzte Persönlichkeit – und wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.