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10. Zukunftsdialog

Herausragende Projekte mit Transferpreis ausgezeichnet

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Foto: Mehrere Personen stehen gemeinsam für ein Gruppenfoto mit Urkunden vor einer Leinwand und einem Banner der TU Dortmund. © Oliver Schaper​​/​​TU Dortmund
Rektor Prof. Manfred Bayer (2.v.l.) und Preisstifter Dr. Michael Brenscheidt (5.v.l.) gratulierten den Gewinner*innen des zweiten Transferpreises: Lisa Kröger und Prof. Bettina Brune (3&4.v.l.) sowie Stefan Böcker (5.v.r.) und Niklas Jost (2.v.r.) mit Teamkolleg*innen.
Stahlbrücken ohne Vollsperrung instand setzen, ein privates 5G-Netz aufspannen oder die Lieferketten im Hinterland von Seehäfen optimieren – zum zweiten Mal hat die TU Dortmund den Dr. Michael Brenscheidt-Transferpreis an drei Forschungsprojekte mit erfolgreicher Anwendung in der Praxis verliehen. Die Auszeichnung fand am Donnerstag, den 29. Januar, im Rahmen des zehnten „Zukunftsdialogs“ statt, bei dem Dr. Christian Samulewicz von Materna an der Universität zu Gast war und die Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation beleuchtete.

Rektor Prof. Manfred Bayer begrüßte die zahlreichen Gäste im Centrum für Entrepreneurship & Transfer (CET) und gratulierte den Preisträger*innen, die der CET-Transferbeirat ausgewählt hatte. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro für die Auszeichnung, die alle zwei Jahre vergeben wird, stiftet der Dortmunder Wirtschaftsjurist Dr. Michael Brenscheidt, um besondere Leistungen beim Forschungstransfer zu würdigen und die Realisierung neuer Geschäftsideen und Kooperationen mit Praxispartnern zu unterstützen.

Die Preisträger*innen

Lisa Kröger und Prof. Bettina Brune vom Lehrstuhl Stahlbau der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen überzeugten die Jury mit ihrem praxisnahen Konzept zur Instandsetzung von Stahlbrücken ohne Vollsperrungen und erhielten den ersten Preis, der mit 6.000 Euro dotiert ist. In ihrem Projekt definierten die Bauingenieurinnen erstmals Kriterien für Injektionsschrauben und wiesen sowohl die Ausführbarkeit als auch den wirtschaftlichen Vorteil in der Praxis nach. Gemeinsam mit einem Expertengremium aus Wissenschaft und Industrie konnten sie das Konzept in bundes- und europaweite Richtlinien überführen, die eine sofortige Anwendung des Verfahrens in Deutschland ermöglichen – nicht nur bei der Brückensanierung, sondern auch im allgemeinen Bauwesen.

Das Projekt „5G.NRW vor Ort“ von Stefan Böcker und dem Team des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze (ComNets) der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik wurde mit dem zweiten Platz, dotiert mit 3.000 Euro, ausgezeichnet. Die TU-Wis­sen­schaft­ler*innen schließen die Lücke zwischen theoretischer 5G-Forschung und praktischer Nutzung von privaten Campusnetzen mit einem dreiphasigen Modell: Das Team hat das kostenlose Tool „Campusnetzplan“ entwickelt, das die Antragsgebühren für ein geplantes Netz abschätzt und einen Antrag vorausfüllt. Bei 5G-Aktionstagen vor Ort bieten die Forschenden mit dem mobilen Labor an, praktische Erfahrungen zu sammeln, und ermöglichen im „Deep Dive“ eine individuelle Leistungsbewertung im laufenden Betrieb. Zukünftig soll das Modell auch in den Einsatz von 6G überführt werden.

Der dritte Platz, dotiert mit 1.000 Euro, ging an das Projekt „Strategische Netzplanung von Seehafenhinterlandverkehren“ von Niklas Jost und seinen Teamkolleg*innen am Institut für Transportlogistik und am Lehrstuhl für Diskrete Optimierung der Fakultät Maschinenbau. Gemeinsam mit dem Industriepartner DB Schenker entwickelte das Team eine Softwarelösung, die komplexe Routing-Entscheidungen in globalen Lieferketten automatisiert. Das System spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern dient auch als strategisches Werkzeug zur Simulation von Netzwerkstrukturen, in denen eine einzelne Entscheidung zugleich alle anderen beeinflusst.

Digitale Transformation neu denken

Der Transferpreis wurde im Rahmen des „Zukunftsdialogs“ mit Dr. Christian Samulewicz verliehen. Der TU-Alumnus ist Senior Vice President Group Marketing & Communications bei der Dortmunder Materna-Gruppe. Das IT-Unternehmen ist vor 46 Jahren als Ausgründung der TU Dortmund gestartet und mittlerweile an über 40 Standorten und mit rund 4.500 Beschäftigten international tätig. In seinem Vortrag sprach Samulewicz darüber, wie eine digitale Transformation in der Praxis gelingen kann.

Dr. Christian Samulewicz sprach in seinem Gastvortrag über die Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation.

Wenn KI-Strukturen nachhaltig aufgebaut und eingesetzt werden, um Routineprozesse effizient zu automatisieren und datenbasierte Entscheidungen zu treffen, könne das Fachbereiche entlasten und schnelle Reaktionen auf Störungen sowie eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens ermöglichen. Wichtig sei es außerdem, die Mitarbeitenden bei der Lösungsentwicklung mitzunehmen: So könnte das Community-Knowhow in Mensch-Maschine-Interaktionen eingebunden und das datenschutz- und sicherheitskritische Verwenden von privaten KI-Zugängen verhindert werden. Des Weiteren sei „Business Resilience“ wichtig, um Unternehmen oder Organisationen nicht nur widerstandsfähig gegenüber Cyber-Angriffen und Krisen zu machen, sondern auch um ihre Souveränität zu sichern. Eine plattformbasierte Transformation verknüpfe schlussendlich mithilfe von Cloud-Infrastrukturen Daten, Prozesse und Services effizient miteinander und ermögliche, dass die entwickelten Lösungen zukunftsfähig skalieren können.

Im Anschluss an seinen Vortrag trat Samulewicz mit Studierenden, Wissen­schaft­ler*innen und Beschäftigten der TU Dortmund in den inhaltlichen Austausch über den KI-bedingten Wandel des IT-Dienstleistungssektors und des digitalen Marketings sowie den Umgang mit neu entwickelten Technologien, die potenziell Disruptionen auslösen könnten. Die Veranstaltungsreihe „Zukunftsdialog“ wird vom CET organisiert und bietet Unternehmen aus der Region die Möglichkeit, aktuelle Zukunftsfragen aus ihrer Perspektive im Kontext der Universität zu beleuchten.

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