Hochschulen bei der Einrichtung eines „virtuellen nullten Semesters“ unterstützen
- Top-Meldungen
- Studium & Lehre

Das Verbundprojekt beVinuS.nrw, das von Oktober 2022 bis Dezember 2025 durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde, reagiert auf eine zentrale Herausforderung im Hochschulsystem: Vielfältige Qualifizierungswege für den Hochschulzugang haben ein heterogenes Kompetenzniveau der Studienanfänger*innen zur Folge. Für ein erfolgreiches Studium stellen gesicherte schulische Kompetenzen eine wesentliche Voraussetzung dar.
Studienerfolg unabhängig von Bildungsbiografien ermöglichen
Das nun vorgelegte Handbuch zeigt auf, wie Hochschulen ein zusätzliches Semester zum Auffrischen des Schulstoffs strukturell, rechtlich und organisatorisch implementieren können – orientiert an den Vorgaben des NRW-Hochschulgesetzes, das eine Verlängerung der individualisierten Regelstudienzeit ermöglicht, die auch für das BAföG anerkannt werden kann.
Kern des Konzepts ist ein digital unterstütztes, individualisierbares Selbstlernangebot, das Studierende begleitend in der Studieneingangsphase nutzen können. Online-Selbsttests identifizieren vorhandene Wissenslücken. Diese können anschließend durch gezielte digitale Lernmodule geschlossen werden. An der TU Dortmund wurde dies für Studiengänge der Fakultäten Mathematik, Physik, Maschinenbau sowie Elektrotechnik und Informationstechnik erarbeitet. Sobald ein definierter Workload erreicht ist, kann sich die Regelstudienzeit um ein Semester erhöhen.
Innovativer Ansatz für mehr Bildungsgerechtigkeit
Die Projektpartner betonen die Bedeutung des Ansatzes für eine zunehmend heterogene Studierendenschaft. Digitale Lernangebote ermöglichen es, unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen flexibel, skalierbar und ortsunabhängig auszugleichen.
Das 2026 veröffentlichte Handbuch bietet Hochschulen:
- die Zusammenfassung wissenschaftlicher Analysen zu Studienabbruchsursachen
- Empfehlungen zur Gestaltung lernförderlicher digitaler Angebote
- praxisnahe Leitfäden zur rechtlichen, organisatorischen und technischen Umsetzung
- Skizzen bewährter Prozessabläufe an der TU Dortmund
Damit stellt „How to beVinuS.nrw“ ein umfassendes Unterstützungsinstrument für alle Hochschulen in NRW dar, die ein begleitendes Virtuelles nulltes Semester implementieren oder weiterentwickeln möchten.
Das Handbuch und eine zugehörige Kurzdarstellung stehen dauerhaft zum Download zur Verfügung.
Über das Projekt
Das Projekt beVinuS.nrw wurde im Zeitraum Oktober 2022 bis Ende Dezember 2025 von der Bergischen Universität Wuppertal (Konsortialführung), der RWTH Aachen und der TU Dortmund umgesetzt. Es wurde von der Digitalen Hochschule NRW empfohlen und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW mit rund 3,5 Millionen Euro ausgestattet. Ziel war und ist – über das Projekt hinaus – die nachhaltige Förderung erfolgreicher Studienverläufe und ein messbarer Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit im Hochschulsystem.
Ansprechperson für Rückfragen:




















