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TU Dortmund federführend bei internationaler Studie zu Bildung und Schulsystemen: EU fördert Projekt OCCAM mit rund 3,9 Millionen Euro

Welches Schulsystem macht Schülerinnen und Schüler besser, wie sind internationale Schulrankings wie die PISA-Studie einzuschätzen, aber auch – welche Angebote sollten Schulen machen, damit Schülerinnen und Schüler zu mündigen Menschen werden? Das sind drei Fragestellungen der internationalen OCCAM-Studie, die das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) eingeworben hat. In der Studie untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus neun Ländern Schul- und Bildungssysteme auf der ganzen Welt; koordiniert wird die Arbeit von Dr. Rolf Strietholt vom IFS.

Fünf Jahre Vorarbeiten hat es gekostet, doch dann war Dr. Rolf Strietholt am Ziel: Die Europäische Union (EU) bewilligte im Rahmen ihres Horizont 2020-Projekts rund 3,9 Mio. Euro für die Studie „Outcomes and Causal Inference in International Comparative Assessments” (OCCAM). Dabei greift er auf die mehr als 15-jährige Erfahrung mit Schulleistungsstudien in der Arbeitsgruppe von Prof. Wilfried Bos zurück. Das Kooperationsprojekt mit insgesamt 12 Partnern wird als sogenanntes European Training Network (ETN) gefördert. Strietholt sieht OCCAM als „Leuchtturm – nie zuvor wurde so ein Projekt in der empirischen Bildungsforschung gefördert“. Strietholt koordiniert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Norwegen, Schweden, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Zypern, den USA, Australien und natürlich Deutschland.

 
Schulsysteme im internationalen Vergleich

Die Forscherinnen und Forscher untersuchen, welche Merkmale von Schulsystemen sich auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Ländern auswirken. Dabei schauen sie auf die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre. „Es ist wissenschaftlich nämlich längst nicht erforscht, warum zum Beispiel Kinder in Asien in einigen Fächern besser als Kinder in Deutschland abschneiden“, sagt Strietholt. „Für die Begründungen, die dafür bisher angeführt werden, gibt es meist gar keine empirischen Belege.“

 

Drei große Bereiche werden bei OCCAM erforscht:

·         Wie arbeiten Schulen in den verschiedenen Ländern?

·         Wie ist das Bildungssystem in den Ländern gesteuert?

·         Kann man den Ergebnissen der Bildungsstudien trauen oder welche Schlüsse kann man aus PISA & Co ableiten?

 

Die Forscherinnen und Forscher stehen vor einer komplexen Aufgabe. Die Herausforderung ist, gemeinsame Forschungsstandards in einer sehr unterschiedlichen Bildungslandschaft zu entwickeln: In Großbritannien haben beispielsweise Privatschulen eine große Bedeutung, in den USA wird Schule häufig als eine reine Berufsvorbereitung gesehen. Das humboldtsche Bildungsideal, also die ganzheitliche Ausbildung in den Künsten und Wissenschaften in Verbindung mit einer Studienfachrichtung, soll im Vergleich zur zielgerichteten Ausbildung mit Blick auf bestimmte Berufsfelder untersucht werden.


Enger Praxisbezug

Als eine Besonderheit fordert die EU-Kommission mit der Bereitstellung der Fördergelder, dass internationale Organisationen oder Unternehmen, die im Bereich Bildung arbeiten, in die Forschung einbezogen werden. Dies soll einen engen Praxisbezug des Projekts gewährleisten und den 15 Doktorandinnen und Doktoranden – davon zwei an der TU Dortmund – mögliche Berufsperspektiven nach ihrer Promotion eröffnen.

 

„Ein- bis zweimal im Jahr treffen sich die Forscherinnen und Forscher für jeweils zehn Tage zum Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Training“, berichtet Koordinator Strietholt. „Außerdem sind für jeweils sechs Monate Aufenthalte im Ausland vorgesehen.“ Insgesamt läuft das Projekt über vier Jahre, Beginn ist im Februar.


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