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Weihnachten weltweit

Feliz Navidad, Wesolych Swiat Bozego Narodzenia und Frohe Weihnachten – weltweit feiern Christen das Weihnachtsfest. Dabei unterscheiden sich in den verschiedenen Ländern aber nicht nur das Datum des Fests, sondern auch die Bräuche. Internationale Studierende der TU Dortmund berichten deshalb von Weihnachtstraditionen aus ihren Heimatländern.

Spanien – Laura Lagares Fernandez

Ich wache an Weihnachten spät auf, verbringe den Tag mit Freunden und besuche die verschiedenen Weihnachtsmärkte in Madrid. Diese ähneln den deutschen Weihnachtsmärkten, sind aber kleiner. Die Weihnachtsbäume sind dort mit Spielzeug dekoriert. Abends feiere ich dann mit meiner Familie – auch dieses Jahr, denn Weihnachten ist mein Lieblingsfest im ganzen Jahr! Die meisten Spanier glauben übrigens nicht an den Weihnachtsmann. Stattdessen bringen die Heiligen Drei Könige am 6. Januar bei vielen Familien die Geschenke. Aber auch bei uns gibt es Adventskalender und in der Vorweihnachtszeit bauen wir zu Hause Krippen auf.

Die 20-jährige Laura kommt aus Madrid, Spanien und studiert ein Jahr lang an der TU Dortmund.
 

Großbritannien – Jed Rigby

JedViele Engländer beginnen ab dem 1. Dezember damit, weihnachtlich zu dekorieren: sie stellen beispielsweise den Baum auf – normalerweise direkt vor dem Fenster, so dass ihn alle sehen können – und hängen Lichter ans Haus. Am Weihnachtsmorgen wachen wir normalerweise extra früh auf, um die Geschenke auszupacken, die unter dem Weihnachtsbaum liegen. Anschließend fangen wir damit an, das Essen vorzubereiten. Ein typisches Weihnachtsgericht in Großbritannien ist gebratener Truthahn. Dazu essen wir Cranberry-Sauce und Rosenkohl. Rosenkohl hasst aber eigentlich jeder, weil er nach nichts schmeckt und es ewig dauert, ihn zu essen!

Engländer mögen deutsche Weihnachtstraditionen. Die deutschen Weihnachtsmärkte sind zum Beispiel sehr berühmt. Ich war letztes Jahr auf einem in Berlin. Es war großartig! Meine Lieblingstradition in Deutschland ist aber das Glühweintrinken.

Jed studiert an der TU Dortmund ein Jahr lang Deutsch und Französisch. Der 20-Jährige ist seit September 2017 in Deutschland. Weihnachten feiert er auch dieses Jahr zusammen mit seiner Familie zu Hause in Großbritannien (Bild: privat).

Mexiko – Marcos Isaac Vazquez Sanchez

MarcosAn Heiligabend trifft sich die Familie zu einer Posada. Diese Feier stellt Marias Reise bis zur Geburt Jesu durch Gesang und manchmal Gebete nach. Bereits neun Tage vor Weihnachten beginnen wir damit, solche Posadas zu feiern. Anschließend essen wir am 24. Dezember zu Abend. Normalerweise gibt es Truthahn, Schweinelende, Kabeljau und Romeritos mit einer Sauce, die wir aus einem lokalen Gewürz herstellen. Dazu essen wir Apfel- oder Rübensalat und trinken Apfelwein oder Punsch. Nach dem Essen tanzen wir gerne und tauschen Geschenke aus.

In Mexiko bekommen manche Menschen ihre Geschenke vom Weihnachtsmann und andere müssen – so wie ich – auf die Heiligen Drei Könige bis zum 6. Januar mit der Bescherung warten. Außerdem haben wir häufig Pinatas in der Form von Sternen. Diese brechen wir auf und verteilen die Süßigkeiten, die sich darin befinden – vor allem an Kinder. Am nächsten Tag – an Weihnachten – treffen wir uns dann alle wieder zum Resteessen. Normalerweise haben wir noch Essen für rund einen Monat übrig, weil alle so viele Speisen mitbringen. 

Marcos ist seit September in Dortmund. Der 26-Jährige studiert an der TU als internationaler Student im Master Chemieingenieurwesen. Er feiert Weihnachten dieses Jahr in Dortmund zusammen mit einem kolumbianischen Freund (Bild: privat).

Russland – Daria Churikova

DariaNicht alle Menschen in Russland feiern Weihnachten. Einige religiöse Familien feiern das Fest am 7. Januar, aber in Russland feiern die Menschen vor allem das neue Jahr.

Unsere Weihnachtstraditionen ähneln den Traditionen in Deutschland: Wir dekorieren unsere Wohnungen und den Tannenbaum. Allerdings glauben wir statt an den Weihnachtsmann an den Frostmann, der statt einer roten, eine blaue Jacke trägt und den Kindern zusammen mit Schneewittchen Geschenke bringt. Das beliebteste russische Weihnachtsgericht ist der Oliviersalat, unter anderem bestehend aus Kartoffeln, Salzgurken und Fleisch.

In Russland haben wir auch Weihnachtsmärkte, aber sie sind kleiner und nicht so schön wie die in Deutschland. Hier gefallen mir die vielen Lichter. Alles sieht so aus wie in einem Märchen. Außerdem mag ich Adventskalender, denn diese Tradition gibt es in Russland nicht.

Daria kommt aus Sankt Petersburg in Russland. Dank dem Stipendienprogramm „Studienbrücke” studiert sie an der TU Dortmund Informatik im dritten Semester. Das Programm ermöglicht jungen Menschen aus asiatischen Ländern wie Russland und Kasachstan ein Studium eines MINT-Fachs an einer deutschen Universität ohne vorher ein Studienkolleg besuchen zu müssen (Bild: Nikolas Golsch/ TU Dortmund).

Brasilien – Brunna Hartman

BrunnaUnsere Weihnachtszeit beginnt am 1. Adventssonntag: Dann feiern viele Kirchen ein Kerzenfest, bei dem nach Ende der Messe zahlreiche Kerzen angezündet werden. Anschließend singen wir Weihnachtslieder und wünschen uns alles Gute. Nach dem 1. Advent beginnen dann die meisten Brasilianer damit, den Weihnachtsbaum aufzustellen und ihre Häuser mit Lichtern zu dekorieren.

Ich glaube, dass sich die Weihnachtsfeste in Brasilien und Deutschland stark ähneln, da viele Deutsche in den Süden von Brasilien, wo ich herkomme, ausgewandert sind. Der größte Unterschied ist die Jahreszeit, weil wir Weihnachten im Sommer feiern. Am 24. Dezember besuchen wie in Deutschland viele Brasilianer die Kirche und treffen sich danach mit der Familie zum Abendessen und zum Austauschen der Geschenke. Wir essen meistens Kartoffelsalat, Reis oder Nudeln, Gemüse und geröstetes Rindfleisch. Zum Nachtisch gibt es Pudding mit Früchten. Am 1. Weihnachtstag trifft sich die Familie normalerweise dann zum Mittagessen wieder.

Brunna kommt aus Timbó, Brasilien. An der TU Dortmund studiert sie als internationale Studentin seit September 2017 den Master Chemical Engineering (Bild: privat).

Polen – Lukas Kucharzewski

LukasIn Polen beginnt die Adventszeit am 30. November mit den Andrzejki, dem Feiertag zum Gedenken des heiligen Andreas. In dieser Nacht versuchen unverheiratete Frauen mit verschiedenen Bräuchen, in die Zukunft zu schauen. In der Adventszeit (czas adwentu) werden viele Kirchen schon in den frühen Morgenstunden geöffnet, da oft Adventsmessen stattfinden und Krippen geschnitzt werden, die dann an Weihnachten in der Kirche ausgestellt werden.

Am 24. Dezember schmückt man morgens mit der Familie im kleineren Kreis die choinka (Christbäume), welche im Gegensatz zu deutschen Verhältnissen farbenfroh geschmückt werden. Am späten Nachmittag kommt die gesamte Familie zusammen. Sobald der erste Stern am Himmel zu sehen ist, fängt man an zu essen, indem man als Zeichen der Liebe, der Freundschaft und des Friedens eine große opłatek (Oblate) mit der ganzen Familie teilt.

In Polen gibt es traditionell zwölf Gerichte, welche alle ohne Fleisch und von der ganzen Familie zubereitet werden. Unter diesen Gerichten findet man z.B. Barszcz, welches die traditionelle Rote-Beete-Suppe ist und den traditionellen Mohnkuchen (Makowiec). Die zwölf Gerichte sollen die zwölf Apostel Jesu symbolisieren. Es gibt immer ein zusätzliches Gedeck zum Gedenken an die Verstorbenen und für spontane Gäste.

Nach dem Essen steckt man sich eine Fischgräte ins Portemonnaie, da man glaubt, dass sie Wohlstand und Glück fürs nächste Jahr bringt. Später am Abend geht die ganze Familie in die Kirche zur Pasterka (polnische Weihnachtsmesse), wo man gemeinsam mit allen Leuten Weihnachtslieder singt.

Lukas macht beim Referat Internationales der TU Dortmund ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur, das er am 1. September 2017 begonnen hat. Er hilft unter anderem bei der Planung und Durchführung von internationalen Veranstaltungen und unterstützt bei der Koordination des Internationalen Begegnungszentrums. Der Vater des 18-Jährigen kommt aus Polen und der Großteil seiner Familie lebt dort (Bild: privat).

Portugal – Joao Gonçalo Veloso

JoaoIn der Weihnachtszeit werden in Portugal Straßen und Häuser dekoriert. Außerdem verkaufen die Geschäfte traditionelles Weihnachtsessen, wie zum Beispiel spezielle Desserts. An Heiligabend gibt es bei uns allerlei Gerichte mit Kabeljau. Weihnachten beginnt für uns schließlich um Mitternacht. Dann öffnen wir die Geschenke und essen Abendbrot – je nach Region Truthahn oder Lamm. Das Fleisch wird im Ofen zubereitet. Ein beliebter Nachtisch in Portugal heißt Rabanadas. Dazu braucht man:

  • 8 Scheiben Brot
  • 600 ml Milch
  • Zitronenschale
  • 1 Zimtstange
  • 3 Suppenlöffel Zucker
  • 3 geschlagene Eier
  • 10 Suppenlöffel Zucker gemischt mit einem Suppenlöffel Zimt
  • Öl 

1. Die Hälfte der Milch zusammen mit der Zitronenschale, der Zimtstange und drei Löffeln Zucker erhitzen und für zehn Minuten bei niedriger Hitze ziehen lassen.

2. Anschließend die Zimtstange und die Zitronenschale entfernen, die Hitze ausstellen und die restliche Milch hinzugeben.

3. Sobald die Milch nicht mehr heiß, sondern nur noch warm ist, werden die Brotscheiben für etwa fünf Minuten in ihr eingeweicht.

4. Dann werden die Brotscheiben im Ei gewälzt und anschließend in Öl gebraten bis sie gleichmäßig goldbraun sind.

5. Brotscheiben auf Küchenpaper legen und anschließend im Zuckerzimtgemisch wälzen.
Guten Appetit!

Joao studiert an der TU Dortmund Maschinenbau. Der 21-Jährige ist im September nach Deutschland gekommen und bleibt ein Jahr lang (Bild: privat).

Frohe Weihnachten!

 



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