Kunst- und Journalistikstudierende möchten Filterblasen durchbrechen
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Echokammern und Filterblasen, in denen die eigenen Ansichten verstärkt werden und in die abweichende Meinungen kaum vordringen, prägen zunehmend die Wahrnehmung unserer Realität und stellen ein immer größer werdendes Problem für die Gesellschaft und den Journalismus dar. Wo sich unterschiedliche „Bubbles“ voneinander abgrenzen und durch KI-gesteuerte Algorithmen befeuert werden, entsteht die Gefahr von Polarisierung.
Denn wenn digitale Welten auf Unterschieden aufbauen, werden konstruktiver Dialog und Austausch erschwert. Und dort, wo Algorithmen steuern, welche Nachrichten auf den „For You Pages“, also im personalisierten Hauptfeed der Nutzenden, auftauchen, ist eine zentrale Aufgabe des Journalismus gefährdet: eine vielfältige und ausgewogene Berichterstattung, um demokratische Diskurse zu fördern. Zeitgleich ist der Journalismus durch redaktionelle Selektionsprozesse auch Teil des Problems.
Kunst und Journalismus stehen vor ähnlichen Herausforderungen
„Uns ist aufgefallen, dass sowohl die Kunst als auch der Journalismus in der aktuellen Zeit mit ähnlichen Herausforderungen und Fragestellungen konfrontiert sind: zum Beispiel mit der Einflussnahme von KI und Digitalisierung auf Arbeitsprozesse, der Debatte um Meinungsfreiheit und Grenzen des Sagbaren, der Frage nach Aktivismus und einer Abgrenzung von eben diesem. Darin haben wir die Chance gesehen, interdisziplinär eben jene Themen zu bearbeiten“, sagt Leonie Krzistetzko vom Institut für Journalistik, die das Seminar gemeinsam mit Prof. Nikola Ukić vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft geleitet hat.
In der partizipativen Ausstellung „Breaking Bubbles“ sollen Filterblasen bewusst gemacht und abgebaut werden. Denn wenn man sie durchschaut und auflöst, eröffnen sich neue Wege des Dialogs, von denen die Gesellschaft profitieren kann.
Wissenschaftliche Erarbeitungen in künstlerische Werke transferieren
In diesem Spannungsfeld haben die Studierenden gemeinsam vier interaktive künstlerische Positionen entwickelt, die die Problematik reflektieren und sichtbar machen. Die künstlerischen Arbeiten heben sich besonders dadurch hervor, dass sie auf wissenschaftlichen Erarbeitungen basieren und somit eine Transferleistung bieten. Die entstandenen Installationen hinterfragen, wie Medien funktionieren, welche Blasen sie erzeugen und wie sie gemeinsam durchbrochen werden können.
„Die Werke zeichnen sich durch ihren Bezug zu Themen der Öffentlichkeit aus. Auch unterstützt ihre Materialität ihre Aussagen. Beispielsweise arbeitet die Installation ‚Verzählt‘, die sich mit der Berichterstattung über Gewalt an Frauen beschäftigt, mit Häkelarbeiten. Sowohl die Arbeit des Häkelns als auch das Material der Wolle werden kulturell stark mit Weiblichkeit assoziiert. Hier imitieren gehäkelte große Flächen klassische Darstellungen von Grafiken, wie wir sie aus der Wissenschaft kennen“, sagt Prof. Nikola Ukić.
Die Ausstellung ist bis zum 10. Mai zu den Öffnungszeiten des Dortmunder U auf der Campus Stadt zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Campus Stadt
Auf dem Campus Stadt gibt die Technische Universität Dortmund als Partnerin im Dortmunder U regelmäßig Einblicke in Forschung und Lehre. Ausstellungspräsentationen und der Raum als Forum des Dialogs bieten der Stadtgesellschaft durch verschiedene Veranstaltungsformate die Möglichkeit, Fragestellungen und Erkenntnisse der Wissenschaftsdisziplinen kennenzulernen und gemeinsam zu diskutieren.
Impressionen von der Ausstellung:
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