Architekturstudierende entwickeln Konzepte für Hochhäuser in Dortmund
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„Wolkenkratzer“ bieten in Ballungsräumen effiziente Wohn- und Büroflächen – und wirken sich dabei wie kaum ein anderes Haus sowohl in der direkten Nachbarschaft als auch aus der Entfernung auf das Erscheinungsbild einer Stadt aus. „Bei der Planung ist diese Auswirkung besonders sorgsam zu betrachten, beispielsweise in der Nähe von historischen Kirchen oder im Zusammenspiel mit anderen wichtigen Stadtbausteinen. Zugleich können Hochhäuser eine Verbindung zum weiteren städtischen Kontext herstellen, zum Beispiel indem sie einen Platz einrahmen oder eine räumliche Begrenzung zwischen Quartieren markieren. Um ihrer besonderen Rolle gerecht zu werden, braucht es also ein übergeordnetes Konzept“, erklärt apl. Prof. Michael Schwarz die Wahl des diesjährigen Themas, das er und apl. Prof. Olaf Schmidt auch mit der Stadt Dortmund abgestimmt haben.
Die beiden Architekten haben die Internationale Frühjahrsakademie 2013 gemeinsam ins Leben gerufen. In einem zehntägigen Workshop erarbeiten die Studierenden dabei in hochschulübergreifenden Teams neue Ideen für reale Plangebiete, begleitet von Lehrenden der teilnehmenden europäischen Hochschulen. Dabei entstehen internationale Netzwerke und Beziehungen, die die Studierenden auch ins Berufsleben begleiten: So sind zum Beispiel italienische Alumni des Programms nach ihrem Studienabschluss in ein deutsches Architekturbüro gewechselt.
Analyse zentraler Stadtviertel
Diesmal haben die angehenden Architekt*innen den Wallring sowie den B1-Abschnitt zwischen der Schnettkerbrücke und der B236 intensiv analysiert und auf Basis der identifizierten Probleme Hochhauskonzepte entwickelt. „Die Teams haben festgestellt, dass der Wallring, der weitgehend den historischen Stadtmauern folgt, über die Zeit zu einem reinen Verkehrsweg umgestaltet wurde und nun fast wie eine Barriere zwischen dem Stadtkern und den umliegenden Wohnvierteln wirkt – sowohl räumlich als auch wirtschaftlich“, erläutert Michael Schwarz. „Um die Innenstadt zu stärken, haben beispielsweise einige Studierendengruppen daher in Erinnerung an die alten Stadttore eine Einrahmung der wichtigen Verkehrszuflüsse durch Hochhäuser gestaltet.“
Auch die B1 führt täglich viele Menschen durch Dortmund, aber ist nur an wenigen Stellen überquerbar, sodass sie die Stadtgebiete eher voneinander trennt, als in sie einzuladen. Die Studierenden haben daher ebenfalls eine große Bandbreite an Vorschlägen erarbeitet, die ein Ziel gemeinsam haben, sagt Michael Schwarz: „Da die Bundesstraße auch überregional eine wichtige Ost-West-Achse bildet und publikumsstarke Orte wie die Westfalenhallen oder das Stadion anbindet, haben die Teams die Stadtgrenzen architektonisch miteinbezogen, um Reisenden durch neue Akzente einen starken ersten Eindruck sowie ein einprägsames Abschlussbild von Dortmund zu vermitteln. Darüber hinaus fügen sie die B1 in ihren Konzepten in den städtebaulichen Kontext ein, indem sie mit einzelnen Hochhäusern gezielt Beziehungen zu den angrenzenden Vierteln herstellen, beispielsweise am Westfalenpark.“
Austausch mit der Stadt
Im Rahmen der Abschlusskritik am 11. März haben die Studierenden ihre Entwürfe im Baukunstarchiv NRW öffentlich vorgestellt. In diesem Jahr haben die Teams aufgrund der großen Dimensionen mit maßstabsgetreuen 3D-Computermodellen gearbeitet, die TU-Studierende in einem gemeinsamen Semesterworkshop vorbereitet hatten. Die abschließende Dokumentation wird zudem jedes Jahr der Stadt zur Verfügung gestellt. Olaf Schmidt sagt: „Durch den intensiven Austausch ergeben sich diverse Vorteile für beide Seiten. So profitieren die Studierenden von der praxisnahen Arbeit mit aktuellen Themen der Stadtentwicklung. Durch die öffentliche Präsentation der Ergebnisse können gegebenenfalls einzelne Projekte oder relevante Teile daraus in weitere Überlegungen der Planungsverwaltung einfließen oder zumindest Anregungen liefern.“ Auch 2027 soll wieder eine Internationale Frühjahrsakademie stattfinden.
Impressionen vom Workshop
Über die Internationale Frühjahrsakademie:
Als lokales Pendant zu der seit fast 40 Jahren stattfindenden Sommerakademie in Venedig veranstaltet die Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund seit 2013 jedes Jahr die Internationale Frühjahrsakademie. Thematisch fokussiert sich das Format dabei auf die Kernstadt Dortmund: So haben sich die Teams in den vergangenen Jahren beispielsweise mit folgenden Themenschwerpunkten auseinandergesetzt: „Der Bahnhofsvorplatz“, „Der Hellweg“ und „Stadtplätze“. Die Internationale Frühjahrsakademie ermöglicht sowohl den Studierenden als auch den Lehrenden, sich mit Kolleg*innen aus verschiedenen Ländern auszutauschen, gemeinsam zu arbeiten und langfristige internationale Kontakte zu knüpfen.
Weitere Informationen und Ergebnis-Dokumentationen aus den Vorjahren
Ansprechperson bei Rückfragen:

























