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Wallmark-Preis

Schwedische Akademie der Wissenschaften ehrt Prof. Christian Glaser

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Porträtfoto von Christian Glaser: Prof. Glaser trägt ein hellblaues Hemd und hat die Arme verschränkt. Im Hintergrund sind Büsche. © Beran Kosan
Prof. Christian Glaser ist seit August 2025 Professor für Experimentelle Astroteilchenphysik an der Fakultät Physik der TU Dortmund.
Mitte März hat die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften Prof. Christian Glaser von der Fakultät Physik mit dem Wallmark-Preis 2026 ausgezeichnet. Der mit 435.000 Schwedischen Kronen – umgerechnet mehr als 40.000 Euro – dotierte Preis würdigt seine international beachtete Forschung auf dem Gebiet der Radiodetektion ultrahochenergetischer Neutrinos, insbesondere seine bedeutenden Beiträge zur Echtzeitanalyse von Messdaten aus im Eis installierten Detektoren mit Maschinellem Lernen.

Die Akademie zeichnet mit dem Wallmark-Preis jährlich Wissen­schaft­ler*innen aus, deren Entdeckungen oder Erfindungen den Fortschritt in Wissenschaft und Industrie maßgeblich voranbringen. Der Preis geht auf den schwedischen Physiker Lars Johan Wallmark zurück und wird bereits seit 1859 für Leistungen aus den Bereichen Mathematik, Astronomie, Angewandte Mechanik, Physik, Chemie, Mineralogie oder Technik vergeben. 

Aus Uppsala nach Dortmund 

Prof. Christian Glaser ist seit August 2025 Professor für Experimentelle Astroteilchenphysik an der Fakultät Physik der TU Dortmund. Zuvor war er mehrere Jahre an der Universität Uppsala in Schweden tätig – zunächst als Juniorprofessor mit Tenure Track (2020–2023) und anschließend als Associate Professor (2023–2025). Mit seiner Berufung an die TU Dortmund kehrte er nach Deutschland zurück, wo er bereits studiert und promoviert hat. Nach seinem Bachelor- und Masterstudium der Physik an der RWTH Aachen promovierte er dort 2017 in Astroteilchenphysik. Als Postdoc und DFG-Stipendiat forschte er an der University of California in Irvine, USA.

Die Arbeiten, die mit dem Wallmark-Preis ausgezeichnet wurden, hat Glaser in Uppsala begonnen und er führt sie nun an der Fakultät Physik der TU Dortmund sowie am Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz weiter. Seine Forschung wird unter anderem vom Europäischen Forschungsrat gefördert. Für sein Projekt NuRadioOpt, in dem er mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Leistungsfähigkeit zukünftiger Neutrinodetektoren verbessern möchte, hat er 2024 einen ERC Starting Grant in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro über fünf Jahre eingeworben.

Forschung zu Neutrinos und kosmischer Strahlung

Glaser forscht zu hochenergetischen kosmischen Neutrinos und kosmischer Strahlung. Dabei handelt es sich um Teilchen, die bei extremen Prozessen im Universum entstehen und neue Einblicke in ferne astrophysikalische Ereignisse ermöglichen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Radiotechnik zur Messung dieser Teilchen im Eis. Dabei setzt seine Gruppe auch auf künstliche Intelligenz, um Signale in Echtzeit aus großen Datenmengen zu filtern, seltene astrophysikalische Ereignisse nachzuweisen und die Detektoren weiter zu verbessern. Seine Arbeitsgruppe ist an internationalen Großprojekten wie dem Neutrino-Observatorium IceCube am Südpol, dem Radio-Neutrino-Observatorium RNO-G in Grönland, dem ARIANNA-Experiment in der Antarktis und dem Pierre-Auger-Observatorium für kosmische Strahlung in Argentinien beteiligt.

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