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Gemeinsam exzellent

TU Dortmund und Ruhr-Universität Bochum bündeln ihre Kräfte

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Foto: Prof. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund, und Prof. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum, stehen vor einem grünen Gebäude und lächeln in die Kamera. © Oliver Schaper​/​TU Dortmund
TU-Rektor Prof. Manfred Bayer (links) und sein Bochumer Kollege Prof. Martin Paul (rechts) berichten über die gemeinsame Bewerbung als Exzellenzverbund.
Im Mai haben die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder insgesamt drei Exzellenzcluster eingeworben. Nun treten sie gemeinsam in der zweiten Förderlinie des Wettbewerbs an und bewerben sich um den Titel Exzellenzverbund. Ihr Konzept trägt den Namen „Ruhr Innovation Lab“. Im Interview erklären die beiden Rektoren aus Dortmund und Bochum, was es damit auf sich hat.

Warum tritt die TU Dortmund in dem Wettbewerb zusammen mit der Ruhr-Universität Bochum an?

Prof. Manfred Bayer: Mit zwei Exzellenzclustern hätte sich die TU Dortmund zwar allein bewerben können, wir hätten aber weniger Chancen gehabt. Denn erst gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum erreichen wir genügend kritische Masse, um einen erfolgversprechenden Antrag auszuarbeiten. Wir haben durch die Kooperation in der UA Ruhr langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit und können unsere Netzwerke mit Partnern in der Region gemeinsam weiter stärken.

Was ist die Idee für das „Ruhr Innovation Lab“? Was steckt hinter dem Namen?

Prof. Martin Paul: Wir wollen damit gemeinsam einen Experimentier- und Erprobungsraum schaffen, der neue Freiheiten für die Forschung eröffnet. Zugleich wollen wir Innovationen den Weg ebnen und den Transfer von der Grundlagenforschung in die Praxis stärken. Dafür bietet das Ruhrgebiet als Industrie- und Wissensregion hervorragende Bedingungen, aber auch unsere internationalen Partnerschaften wollen wir dafür nutzen. Mit unseren rund 63.000 Studierenden können wir zudem stark in die Gesellschaft wirken.

In welchen Bereichen haben die beiden Unis die kritische Masse, um Spitzenforschung zu betreiben?

Prof. Manfred Bayer: Das sind ganz klar die Bereiche, die unsere drei Exzellenzcluster und die Research Center der UA Ruhr abdecken, also Solvatationsforschung, vertrauenswürdige IT-Systeme, die Natur der Materie sowie neuartige Materialien. Es gibt aber weitere Bereiche, die ein hohes Potenzial haben, um gemeinsam weiterentwickelt zu werden. Diese können durch den Verbundantrag gestärkt werden.

Herr Paul, Sie haben vor Ihrer Amtszeit als Bochumer Rektor die Universität Maastricht in den Niederlanden geleitet. Was macht für Sie den Reiz des Ruhrgebiets aus?

Prof. Martin Paul: Das Ruhrgebiet ist ein einzigartiger Ballungsraum mit 5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Region verfügt über die dichteste Hochschullandschaft Europas und hervorragende außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Die Wirtschaft hat den Wandel im Blut, hier wachsen Ideen in Zukunftsbranchen. Und hier wird Kooperation gelebt, wie wir in der UA Ruhr zeigen, aber auch Verbünde wie der Initiativkreis Ruhr. Nicht zuletzt herrscht eine Willkommenskultur, die für die internationalen Mitglieder unserer Universitäten essentiell ist.

Hilft uns dieser Spirit im Ruhrgebiet gegen die bundesweite Konkurrenz?

Prof. Manfred Bayer: Die Konkurrenz ist stark in diesem Wettbewerb. Es wird bis zu 15 Plätze für Exzellenzuniversitäten oder Exzellenzverbünde geben. Darum konkurrieren wir mit zehn Titelverteidigern und zehn weiteren Herausforderern. Wir haben aber durchaus Vorteile: Durch die Mentalität des Anpackens können wir uns mehr trauen als traditionsreiche Standorte. Wir können unsere Zusammenarbeit zudem durch langjährige Kooperation untermauern. Und wir haben starke Partner an unserer Seite. Nun gilt es bei der Bewerbung, auf eine Tugend des Ruhrgebiets zu verzichten: auf Understatement.

Die Ruhr-Universität Bochum hat bereits Erfahrung mit der Bewerbung in der Exzellenzstrategie. Wie werden diesmal die Mitglieder beider Universitäten eingebunden?

Prof. Martin Paul: Manfred Bayer und ich bestreiten viele Termine in Bochum und in Dortmund gemeinsam, um Beschäftigte in Wissenschaft und Verwaltung sowie unsere Studierenden mitzunehmen. Im Juli gab es Dialogforen an der Ruhr-Universität Bochum, nach der Sommerpause einen hochschulöffentlichen Vortrag in Dortmund. Wir sprechen auch vor Gremien, wie den Hochschulräten und Senaten. Am 13. November, am Tag nach Abgabe des Antrags, sind alle Mitglieder zu einem digitalen Townhall-Meeting eingeladen. Danach geht die Kommunikation auf vielen Kanälen weiter, damit wir alle erreichen.

Was bringt der Wettbewerb eigentlich? Geht es um Geld?

Prof. Manfred Bayer: Es gibt Fördergeld. Die Summe ist im Vergleich zum Gesamtetat einer Hochschule nicht hoch, aber als ungebundene Mittel dennoch wichtig. Allerdings geht es hier vor allem darum, Chancen zum Aufbruch zu nutzen, Synergien in der Kooperation zu suchen und Erfolge auch durch einen Titel sichtbarer zu machen. Das hilft letztlich allen.

Mehr Informationen zur Exzellenzstrategie

Dieses Interview ist ein Beitrag aus der unizet, der Campuszeitung der TU Dortmund.
Zur aktuellen Ausgabe der unizet