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Gambrinus-Forum trägt Wissenschaft in die Stadt

Durch Forschung und Wissen die Gesellschaft voranbringen

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Gruppenfoto: Vier Personen um einen runden Tisch beim Gambrinus-Forum, mit sichtbar platziertem TU Dortmund-Logo auf dem Tisch. © Oliver Schaper​​​/​​​TU Dortmund
Das Rektorat begrüßte die Vortragenden zum 29. Gambrinus-Forum (v.l.n.r.): RUB-Rektor Prof. Martin Paul, TU-Rektor Prof. Manfred Bayer, TU-Prorektorin Internationales Prof. Tessa Flatten und der Ökonom Prof. Martin Ihrig.
Am 27. Oktober lud die TU Dortmund erneut Vertreter*innen der Stadtgesellschaft zu wissenschaftlichen Vorträgen in die Dortmunder Innenstadt ein. Beim 29. Gambrinus-Forum sprach der Ökonom Prof. Martin Ihrig von der New York University über nachhaltiges Wachstum in der Wissensgesellschaft. Prof. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum, stellte das Ruhr Innovation Lab vor. Mit diesem Projekt bewerben sich die RUB und die TU Dortmund gemeinsam als Exzellenzverbund. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem erneut die Internationalisierungspreise der TU Dortmund verliehen.

Prof. Manfred Bayer begrüßte zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Industrie und Stadtgesellschaft im Westfälischen Industrieklub. Der Rektor der TU Dortmund betonte, das Gambrinus-Forum habe zum Ziel, den Dialog zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft zu stärken.

Wissensressourcen strategisch weiterentwickeln

Der Ökonom Prof. Martin Ihrig, der für das Gambrinus-Forum aus New York angereist war, sprach über nachhaltiges Wachstum in einer wissensbasierten Gesellschaft und einer gleichzeitig unsicheren Welt. Um das Wissen in Organisationen – seien es Unternehmen, Kommunen oder Universitäten – strategisch weiterzuentwickeln, sei zunächst eine Bestandsaufnahme notwendig. Dabei sollte das „proprietäre Wissen“ berücksichtigt werden, das sehr strukturiert und nicht diffundiert ist, wie etwa Schutzrechte und geistiges Eigentum. Außerdem müsse das „persönliche Wissen“ von Fachexpert*innen berücksichtigt werden, das meist unstrukturiert und nicht diffundiert ist. Hinzu kommen das „vorherrschende Verständnis“, etwa branchenweit verbreitete Überzeugungen, sowie das „öffentliche Wissen“, das beispielsweise in Unternehmenspublikationen festgehalten ist. In seinen Beratungen empfiehlt Prof. Ihrig, stets ein strategisches Portfolio all dieser Wissensressourcen und ihrer Beziehungen untereinander zu erarbeiten und zu visualisieren, um das Wissen dann strategisch weiterentwickeln zu können. So kann eine Organisation Innovationen hervorbringen und nachhaltig wachsen.

Prof. Martin Ihrig lebt und arbeitet seit rund 20 Jahren in den USA. Aktuell ist der Betriebswirtschaftler an der New York University (NYU) sowie an der Wharton School der University of Pennsylvania tätig. Zudem ist er Mitbegründer und Präsident des I-Space-Instituts, das Organisationen bei der Entwicklung von Innovations- und Wachstumsstrategien unterstützt.

Im Ruhr Innovation Lab neue Freiräume schaffen

Prof. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hat das Ruhr Innovation Lab vorgestellt. Unter diesem Namen treten die TU Dortmund und die RUB zusammen in der zweiten Runde der Exzellenzstrategie an. Gemeinsam möchten die beiden Unis einen Experimentierraum schaffen, wo neue Freiräume für die Forschung entstehen und aus Grundlagenforschung innovative Lösungen erwachsen. Dafür solle auch die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft neu gedacht werden. Das Ruhrgebiet eigne sich hierfür besonders, da es bereits gezeigt hat, wie sich Wirtschaft und Gesellschaft positiv und nachhaltig verändern können. Mit 22 Hochschulen und zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen hat es sich zu einer starken Wissensregion gewandelt.

Aufbauen können die RUB und die TU Dortmund auf der Universitätsallianz Ruhr, in der sie gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen (UDE) bereits seit 2007 strategisch eng zusammenarbeiten. In vier Profilschwerpunkten weisen die beiden Universitäten bereits exzellente Spitzenforschung auf, darunter nachhaltige Chemie, vertrauenswürdige IT-Systeme, neuartige Materialien sowie die Natur der Materie, so Prof. Paul. Auch im Bereich Transfer und Start-ups sind die TU Dortmund und die RUB sehr gut aufgestellt. So haben sie gemeinsam mit der UDE und weiteren Partnern im Sommer mit der BRYCK Startup Alliance eine Förderung als eine von zehn Startup Factories Deutschlands eingeworben. Die Vision des Ruhr Innovation Labs sei es, durch Forschung und Innovation dazu beizutragen, Wohlstand und Werte zu sichern und die Vertrauenswürdigkeit von Informationen zu stärken, erklärte Prof. Martin Paul. Nach der Einreichung des Antrags am 12. November und der Begutachtung im nächsten Frühjahr wird im Oktober 2026 bekanntgegeben, welche 15 Exzellenzuniversitäten und -verbünde gefördert werden.

Prof. Martin Paul ist seit 2021 Rektor der RUB. Davor war der Pharmakologe zehn Jahre lang Präsident der Universität Maastricht. Geforscht und gelehrt hat er zudem an der FU Berlin und der Charité. Ab 2016 gehörte er mehrere Jahre dem Expertengremium der Deutschen Exzellenzstrategie an.

Internationalisierungspreise in vier Kategorien verliehen

Im Rahmen des Gambrinus-Forums wurden wieder die Internationalisierungspreise der TU Dortmund verliehen. Prof. Tessa Flatten, Prorektorin Internationales, würdigte damit besonderes internationales Engagement in den Bereichen Lehre, Forschung, Transfer und Verwaltung.

Gruppenfoto: Die Preisträger*innen der Internationalisierungspreise posieren für ein Gruppenfoto vor der Leinwand bei der feierlichen Verleihung. © Oliver Schaper​​​/​​​TU Dortmund
Die Preisträger*innen (v.l.): Prof. Matthias Faes, Prof. Angela Madeo, Dr. Maximilian Hartmann, Dr. Debra Hanning und Frigga Göckede gemeinsam mit der Prorektorin Internationales Prof. Tessa Flatten (r.).

Prof. Matthias Faes von der Fakultät Maschinenbau wurde für seine vielfältigen Publikationen mit internationalen Ko-Autor*innen geehrt. Allein im Jahr 2024 verzeichnete er 15 Publikationen mit internationalen Kolleg*innen. Rund 80 Prozent seiner Arbeiten veröffentlicht er gemeinsam mit Team aus der ganzen Welt.

Prof. Angela Madeo von der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen hat den internationalen Masterstudiengang Mechanics of Sustainable Materials and Structures initiiert. Das Programm wird gemeinsam mit der Universität Trento in Italien und der Ecole Centrale de Nantes in Frankreich angeboten und im Erasmus-Mundus-Programm gefördert.

Dr. Maximilian Hartmann nahm den Internationalisierungspreis für das Start-up vGreens entgegen. Das 2020 gegründete und vom Centrum für Entrepreneurship & Transfer unterstützte Unternehmen optimiert den vertikalen Anbau von Lebensmitteln mit Künstlicher Intelligenz – und hat seit Kurzem einen eigenen Standort in Singapur.

Für ihre umfassende Unterstützung für Studierende, die internationale Erfahrungen sammeln wollen, ging der Internationalisierungspreis an Dr. Debra Hanning von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Frigga Göckede von der Fakultät Maschinenbau. Beide betreuen in den jeweiligen Dekanaten sowohl internationale Studierende, die für ein Studium nach Dortmund kommen, als auch TU-Studierende, die für ein Auslandssemester in ein anderes Land gehen wollen.

Die Dortmunder Gambrinus Fellowships

Seit 1993 fördern die Gambrinus Fellowships Forschungsaufenthalte ausländischer Wissen­schaft­ler*innen an der TU Dortmund. Die Fellowships wurden 1993 anlässlich des 700-jährigen Braurechts der Stadt Dortmund vom Verband Dortmunder Bierbrauer ins Leben gerufen. Insgesamt konnten schon mehr als 200 Gastwissenschaftler*innen in Dortmund begrüßt und zahlreiche internationale Kooperationen etabliert werden. Das jährliche Gambrinus-Forum richtet sich mit Vorträgen von international renommierten Wissen­schaft­ler*innen an eine außeruniversitäre Öffentlichkeit und findet seit 2016 im Westfälischen Industrieklub statt.

Impressionen des Gambrinus-Forums:

Zahlreiche Gäste kamen zum Gambrinus-Forum in den Westfälischen Industrieklub.
Prof. Martin Ihrig sprach über nachhaltiges Wachstum in einer wissensbasierten Gesellschaft.
Die Internationalisierungspreise wurden für besonderes internationales Engagement verliehen.
Prof. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum, stellte das Ruhr Innovation Lab vor.

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