Entlastung für Germanistik

Das Rektorat der TU Dortmund nimmt die Bedenken der Studierendenschaft ernst und ist hierzu seit mehreren Monaten im engen Austausch mit dem Dekanat und der Lehreinheit. Bereits vergangenen Monat wurden Maßnahmen beschlossen, um die Lehrkapazität zu erhöhen und die Koordination des Lehrangebots zu stärken. So erhält die Lerneinheit Germanistik zwei zusätzliche Professuren bis 2030. Diese können ab sofort vertreten werden, sodass dadurch noch vor Ende des Sommersemesters zusätzliche Personalkapazität für Lehrveranstaltungen und Prüfungen verfügbar ist. Darüber hinaus gibt es eine neue Stelle für das Studiengangsmanagement, die durch die Zentralverwaltung unterstützt wird. Diese wird bis zur Besetzung intern vertreten. Aufgabe ist es, die ungedeckten Bedarfe zu erfassen, die Ursachen dafür zu identifizieren und gemeinsam mit dem Dekanat auf strukturelle Änderungen hinzuwirken.
Der AStA mutmaßt, dass die Germanistik bisher finanziell nicht ausreichend ausgestattet sei. Dieser Annahme steht entgegen, dass die Fakultät nach denselben Kriterien budgetiert wird, wie alle anderen auch, d.h. der gemeldete Lehrbedarf wird gedeckt. Das Budget ist 2026 auch – entgegen dem hochschulweiten Trend – gewachsen. Es kann derzeit nur spekuliert werden, dass verschiedene andere Faktoren dazu führen, dass die Studierenden Engpässe spüren. So könnten Vakanzen oder Erkrankungen die Personaldecke geschwächt haben. Denkbar ist ebenso, dass Lehrangebote unterschiedlich stark nachgefragt sind, sodass es einen Überhang auf der einen und einen Mangel auf der anderen Seite gegeben haben könnte. Hier soll das Studiengangsmanagement ansetzen.
Die Lage in der Germanistik ist komplex, weil hier zum einen Fachstudiengänge und zum anderen verschiedene Lehramtsstudiengänge involviert sind. So belegen beispielweise alle Studierenden für das Grundschullehramt Deutsch als Pflichtfach. Für Sonderpädagogik haben Studierende im Fach Deutsch andere Bedarfe als für die gymnasiale Oberstufe. Angewandte Sprach- und Literaturwissenschaften wiederum sind gar nicht im Schulkontext verortet. Da die Studierendenzahlen von Jahr zu Jahr schwanken, ändert sich dadurch die Nachfrage nach spezifischen Angeboten. Insgesamt haben mehr als 4.000 TU-Studierende Berührungspunkte mit der Lerneinheit Germanistik.
Ein Großteil der Studierenden im Lehramt für Sonderpädagogik schließt das Bachelorstudium in sieben Semestern ab, d.h. in Regelstudienzeit plus ein Semester. Im Lehramt für Gymnasien liegt der Durchschnitt hingegen bei zehn Semestern. Hier bildet das Fach Deutsch jedoch keine Ausnahme, das Bild ist in anderen Fächern ähnlich. Für ein längeres Studium gibt es vielfältige auch persönliche Gründe, wie aus Befragungen bekannt ist. Dass Studierende ihr Studium ohne eigenes Verschulden nicht zügig abschließen konnten, wird mitunter berichtet. Dies möchte die TU Dortmund zukünftig vermeiden und setzt auf eine konstruktive Zusammenarbeit der Lerneinheit Germanistik mit der Studierendenschaft, dem Dekanat und dem Rektorat. Dazu fand Anfang Mai auch eine hochschulöffentliche Info-Veranstaltung zum gegenseitigen Austausch statt.


















