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Fußballspieler besucht die TU Dortmund

Digitaler Avatar für BVB-Legende Dedê

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Früherer Außenverteidiger Dedê von Borussia Dortmund in einem Körperscanner © Marinus Hermes​/​TU Dortmund
Im Hybrid Learning Center machen 60 Kameras zeitgleich eine Aufnahme von Dedê.

Besonderer Besuch auf dem TU-Campus: Dedê, früherer Außenverteidiger von Borussia Dortmund, hat im Hybrid Learning Center (HyLeC) einen fotorealistischen digitalen Avatar von sich anfertigen lassen. Dieser ist aktuell in einer Sonderausstellung zum 50. Geburtstag des BVB-Stadions im BORUSSEUM zu sehen.

Im schwarz-gelben Trikot mit seiner Stammnummer 17 steht der 45-jährige Brasilianer im Personenscanner im HyLeC: eine weiße, gut beleuchtete Kabine, in der ringsum an den Wänden und sogar oben an der Decke insgesamt 60 hochauflösende Kameras installiert sind. Stephan Wenninger, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Computergraphik, gibt die letzten Anweisungen: „Einmal bitte die Arme wegspreizen, neutraler Gesichtsausdruck, geschlossener Mund, nicht lächeln und keine Grimassen – dann kann es auch schon losgehen!“ Wenninger verlässt die Kabine und schließt die Tür hinter sich. Mit einem Klick machen alle 60 Kameras zeitgleich eine Aufnahme von Dedê.

Die Daten fließen direkt in den Rechner nebenan, wo man den Arbeitsprozess am Computerbildschirm live mitverfolgen kann: Ein Körpermodell, das zunächst nur aus einem grauen Durchschnittsmenschen besteht, füllt sich nach und nach mit Konturen, Farben und Details. „Früher hat das Erstellen von Avataren mehrere Tage gedauert und viel Handarbeit gekostet“, sagt Lehrstuhlinhaber Prof. Mario Botsch von der Fakultät für Informatik. „Mittlerweile, dank unserem KI-gestützten Verfahren, geht das in wenigen Minuten und ist vollautomatisch.“

Von Videospielen bis zur medizinischen Therapie

Botsch ist Professor für Computergraphik und Geometrieverarbeitung und entwickelt neue Methoden zur Erstellung von Avataren – beispielsweise ein Verfahren, mit dem man Avatare per Smartphone erstellen kann . Avatare haben in den vergangenen Jahren beispielsweise durch das Videospiel „Cyberpunk 2077“ große Aufmerksamkeit erfahren – dort agiert ein Avatar des Hollywood-Schauspielers Keanu Reeves. Doch sie sind mehr als nur eine Spielerei: In ViTraS und VIA-VR, zwei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kooperationsprojekten mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an denen Prof. Botsch beteiligt ist, werden sie für medizinische Therapien mittels Virtual Reality (VR) eingesetzt. So entstehen im Adipositas-Projekt ViTraS beispielsweise Avatare von übergewichtigen Personen. Die Patient*innen können sich dann gewissermaßen vor einem virtuellen Spiegel bewegen und beobachten, wie sich eine simulierte Gewichtsveränderung auswirken würde.

Dedês Avatar ist nach kurzer Zeit fertig. Wer den digitalen Fußballer erleben möchte, kann dies noch bis Oktober im BVB-Museum, dem BORUSSEUM, tun. Dort ist aktuell eine Sonderausstellung zum 50. Geburtstag des BVB-Stadions zu sehen, in der Dedês Avatar als Augmented-Reality-Element zum Einsatz kommt. Studierende und TU-Beschäftigte können sich darüber hinaus im Personenscanner des HyLeCs einen eigenen Avatar erstellen lassen. Deren Scan-Daten können dazu beitragen, dass die datengetriebenen KI-Modelle verbessert und breiter einsetzbar werden.

Weitere Informationen zum HyLeC

Rektor Prof. Manfred Bayer überreicht Dedê den gemeinsamen Fan-Schal von TU Dortmund und Borussia Dortmund.