Forschungspreisträger spricht über Altern und Pflege in England
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Der Bessel-Preis der Humboldt-Stiftung ist Teil des 1000-Köpfe-Programms der Bundesregierung, über das internationale Spitzenforscher*innen langfristig nach Deutschland geholt werden sollen. Einer der bis zu 20 Preise, die pro Jahr verliehen werden, ging 2026 an den Wissenschaftler aus London. Dr. Giorgio Di Gessa erforscht Themen an der Schnittstelle von Sozial-, Gesundheits- und Lebenslaufforschung mit quantitativen Methoden. Er untersucht, wie soziale und demografische Faktoren gesundes Altern beeinflussen, wofür er umfangreiche Längsschnittdaten und statistische Methoden nutzt. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Frage, wie soziale Aktivitäten – etwa Erwerbsarbeit, ehrenamtliches Engagement oder informelle Pflege – mit der körperlichen und psychischen Gesundheit im mittleren und höheren Lebensalter zusammenhängen. Während der Corona-Pandemie hat Di Gessa zudem erforscht, wie Maßnahmen zur Eindämmung des Virus die mentale Gesundheit, die soziale Lage und den Zugang zur Gesundheitsversorgung, insbesondere älterer Menschen, beeinflusst haben.
Während seines Aufenthalts an der TU Dortmund arbeitet er mit Prof. Martina Brandt und ihrem Team am Lehrstuhl für Sozialstruktur und Soziologie alternder Gesellschaften an vergleichender, politiknaher Forschung zu alternden Gesellschaften, familiären Beziehungen und Pflegearbeit. Dabei untersucht er insbesondere, wie sich Pflegeverantwortung über den Lebensverlauf hinweg auf soziale Ungleichheiten, Gesundheit und Erwerbsbiografien auswirkt. In seinem Vortrag „Caregiving, Inequalities, and Health: Evidence From England“, der am 29. April um 16:15 Uhr in der Emil-Figge-Straße 50 stattfindet, stellt er aktuelle Ergebnisse zu den Auswirkungen von Pflegearbeit auf die Lebensqualität vor. Grundlage seiner Analysen sind Daten der Langzeitstudie „English Longitudinal Study of Ageing“. Zudem gibt er einen Ausblick auf geplante Forschungen zu Pflegebiografien und deren langfristigen Folgen für Arbeit und Gesundheit im höheren Lebensalter.



















