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Fußballweltmeisterschaft der Herren 2026

WM-Prognose: Spanien vorn, aber viele Teams mit Titelchancen

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Foto: Fußball im Tornetz © anekoho​/​stock.adobe.com
Am 11. Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren in den USA, Kanada und Mexiko. Die spanische Nationalmannschaft gilt als Favorit für den WM-Titel – zumindest aus statistischer Perspektive. Das sagt ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der TU Dortmund mithilfe von Maschinellem Lernen voraus. Laut ihren Prognosen haben auch England und Frankreich gute Chancen auf den Titel, gefolgt von Deutschland.

Beim ersten XXL-Turnier mit 48 Mannschaften wird das Team aus Spanien mit einer Wahrscheinlichkeit von 14,5 Prozent gewinnen. Das prognostiziert das Forschungsteam rund um Prof. Andreas Groll von der Fakultät Statistik der TU Dortmund und Prof. Achim Zeileis von der Universität Innsbruck mittels eines hybriden Machine-Learning-Modells. Dicht dahinter folgen England (12,4 %), Frankreich (12,4 %) und Deutschland (11,2 %) sowie mit etwas Abstand Portugal (8,9 %), Argentinien (8,2 %), die Niederlande (5,6 %) und Brasilien (4,7 %). „Im Vergleich zu früheren Turnieren ist das Feld der Titelfavoriten in diesem Jahr sehr gedrängt“, bestätigt Prof. Achim Zeileis.

Diverse Daten in statistischem Modell kombiniert

Die Prognose stützt sich auf zahlreiche Informationen: die Spielstärke der Teams aus vergangenen Länderspielen, Buchmacherquoten für das bevorstehende Turnier, Spieler-Ratings aus Vereins- und Länderspielen sowie den durchschnittlichen Marktwert der Kader. Diese Informationen werden mittels Maschinellen Lernens mit diversen weiteren verfügbaren Daten in einem statistischen Modell kombiniert. Dabei stand das Forschungsteam vor einigen Herausforderungen: „Wir mussten alle diese Daten zusammentragen, einige davon sind aber erst sehr kurz vor dem Turnier verfügbar. So kennen wir die endgültigen Kader aller 48 Mannschaften erst seit wenigen Tagen“, sagt Prof. Achim Zeileis. 

Auch galt es, statistisches Know-how und Maschinelles Lernen so miteinander zu kombinieren, dass am Computer ein plausibles Modell für das Turnier entstand. „Mit diesem Modell haben wir dann die gesamte WM 100.000-mal simuliert: Spiel für Spiel, der Turnierauslosung und allen FIFA-Regeln folgend“, ergänzt Dr. Rouven Michels aus dem Team von Andreas Groll an der TU Dortmund. Dr. Michels forscht aktuell als Gastwissenschaftler an der Universität Innsbruck und hält dort einen Kurs zum Thema „Soccer Analytics“. Ebenfalls an der Studie beteiligt waren Forscher*innen der TU München und der Hochschule Molde in Norwegen.

Wahrscheinlichkeiten, nicht Gewissheiten

Dass der errechnete Favorit tatsächlich den Titel holt, kam bei den bisherigen Prognosen des Teams mehrfach vor – etwa bei der WM 2010, der EM 2012 und der Frauen-WM 2019. Für Prof. Groll ist das aber nicht der entscheidende Maßstab: „Die Wahrscheinlichkeit für den Topfavoriten, das Turnier tatsächlich zu gewinnen, beträgt meist nicht mehr als 20 Prozent, das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit irgendein anderes Team gewinnt. Interessanter ist daher für mich als Statistiker, ob tendenziell viele von den Teams weit kommen, bei denen wir das vorhersagen.“

Das deutsche Team erreicht laut Berechnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 70,5 Prozent die Runde der besten 16 und mit 30 Prozent das Halbfinale. „Interessant im Fall Deutschland ist, dass unser Modell eine Wahrscheinlichkeit für den Weltmeistertitel von 11,2 Prozent vorhersagt, während sie bei den Wettanbietern lediglich bei 5,4 Prozent liegt. Bei den meisten anderen Mannschaften fällt dieser Unterschied deutlich geringer aus. Es bleibt also spannend!“, sagt Andreas Groll.

Statistikprofessor Andreas Groll von der TU Dortmund.

Der Innsbrucker Statistiker Achim Zeileis ist selbst großer Fan und freut sich auf die WM. „Das ist mein persönlicher Antrieb. Aber beruflich begeistert mich noch etwas anderes: Ein Turnier wie dieses ist eine wunderbare Gelegenheit, bei ganz vielen Menschen Interesse für Wahrscheinlichkeiten zu wecken, die damit sonst nie in Berührung kommen.“

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