Mit dem richtigen Mentoring zum Erfolg

Sarah ist während der Schulzeit eher zufällig in Kontakt mit dem Talentscouting gekommen – und weiß heute, dass das Coaching durch ihren Scout ihren gesamten Bildungsweg maßgeblich mitgeprägt hat. Ihr Talentscout unterstützte Sarah bei den Entscheidungen, die sie über den Bachelor Maschinenbau bis in ihren heutigen Masterstudiengang geführt haben, und gab ihr den Rückhalt, den einem manchmal nur Menschen außerhalb der eigenen Familie bieten können.
Sarah, du bist vor rund zehn Jahren während deiner Oberstufenzeit ins Talentscouting eingestiegen. Kannst du dich noch daran erinnern, wie du damals zum Talentscouting gekommen bist?
Tatsächlich kam ich eher zufällig dazu. Eine Freundin von mir war sehr engagiert, hat an vielen Angeboten wie Schüleruniversitäten teilgenommen und mich motiviert, mitzukommen. Sie erzählte mir vom Talentscouting, und wir gingen gemeinsam zu einem ersten Termin. Während meine Freundinnen danach nicht weiter dabei geblieben sind, war ich sofort begeistert. Ich hatte direkt das Gefühl, dass dort echtes Interesse an meinem Weg und meinen Ideen bestand.
Bist du damals mit konkreten Vorstellungen zum Talentscouting gegangen oder eher, um dich zu orientieren?
Ich hatte durchaus konkrete Vorstellungen. Für mich spielte meine familiäre Situation eine große Rolle. Ich komme aus einer Familie mit wenig finanziellen Ressourcen, und schon früh war für mich klar, dass ich später finanziell unabhängig sein möchte. Deshalb war mein Ziel zunächst, einen möglichst guten Schulabschluss zu machen und mir viele Wege offenzuhalten. Gleichzeitig wusste ich noch nicht genau, welches Fach ich später studieren wollte. Medizin, Jura oder Ingenieurwissenschaften – vieles erschien mir interessant. Mir ging es vor allem darum, eine Perspektive zu finden, die mir Stabilität und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Was hat dir das Talentscouting in dieser Phase geboten?
Vor allem Orientierung und Struktur. Mir wurde geholfen, meine Gedanken zu sortieren und konkrete Pläne zu entwickeln. Als Erstakademikerin hatte ich zu Hause kaum Unterstützung bei Themen wie Studienwahl, Bewerbungen oder Fördermöglichkeiten.
Wir haben gemeinsam Studiengänge recherchiert, über meine Interessen gesprochen und geschaut, welche Wege zu mir passen könnten. Dabei hat mein Scout meinen Blick immer wieder auf meine eigenen Stärken gelenkt. Besonders hilfreich war auch, dass sie mich ermutigt hat, Dinge einfach auszuprobieren.
Hast du da ein konkretes Beispiel?
Ich habe damals überlegt, Maschinenbau zu studieren, war aber unsicher, ob ich das überhaupt schaffen würde. Gerade Mathematik und Physik wirkten auf mich zunächst sehr anspruchsvoll. Mein Scout hat mir vorgeschlagen, mich einfach einmal in eine Vorlesung zu setzen.
Also bin ich an die Universität gegangen und habe mir eine Physikvorlesung angeschaut. Das war ein wichtiger Moment für mich. Ich habe festgestellt, dass die Inhalte zwar anspruchsvoll sind, aber keineswegs unverständlich. Dadurch habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen und gemerkt, dass ich mir ein solches Studium durchaus zutrauen kann.
Welche Rolle spielte dein Talentscout darüber hinaus auf deinem Weg?
Eine sehr große Rolle. Sie war für mich eine feste Ansprechpartnerin bei allem, was rund um Studium und Förderung wichtig war. Egal, ob es um BAföG-Anträge, Bewerbungen oder organisatorische Fragen ging – ich wusste immer, dass ich mit meinen Fragen zu ihr kommen konnte.
Gerade wenn man keine familiären Vorbilder für ein Studium hat, macht das einen enormen Unterschied. Viele Dinge wirken zunächst kompliziert und abschreckend. Durch das Talentscouting hatte ich aber das Gefühl, nicht allein durch diesen Prozess gehen zu müssen.
Du bist Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung. Hatte das Talentscouting auch dabei Einfluss?
Definitiv. Hier hat man mich überhaupt erst auf die Möglichkeit eines Stipendiums aufmerksam gemacht. Gemeinsam haben wir die Bewerbung vorbereitet und die Unterlagen durchgearbeitet. Mein Scout hat mir geholfen, meinen bisherigen Weg und die Herausforderungen, die ich erlebt habe, verständlich und authentisch darzustellen.
Ich hätte mich wahrscheinlich gar nicht beworben, wenn ich nicht durch das Talentscouting erfahren hätte, dass solche Fördermöglichkeiten existieren. Das Stipendium hat mein Studium letztlich enorm erleichtert und mir viele finanzielle Sorgen genommen.
Würdest du sagen, dass das Talentscouting dich auch in deiner Studienwahl bestärkt hat?
Ja, auf jeden Fall. Das Talentscouting hat mir vor allem Mut gemacht. Nicht indem mir jemand gesagt hat, was ich tun soll, sondern indem ich darin bestärkt wurde, meinen eigenen Interessen zu folgen und mir mehr zuzutrauen. Gerade als junge Frau in einem technischen Fach wie Maschinenbau begegnet man vielen Vorurteilen oder Zweifeln. Das Talentscouting hat mir geholfen, diese Unsicherheiten zu überwinden und meinen Weg selbstbewusst zu gehen.
Was würdest du einem jungen Menschen raten, der unsicher auf die Zukunft blickt und noch nicht weiß, welchen Weg er/sie einschlagen möchte?
Ich würde sagen: Hör auf dein Bauchgefühl. Und trau dich, Dinge auszuprobieren. Wenn der einzige Grund, etwas nicht zu machen, die Angst ist, dass du es vielleicht nicht schaffst, dann solltest du es trotzdem versuchen. Natürlich fällt das leichter, wenn man Unterstützung hat. Aber grundsätzlich gilt: Einfach ausprobieren. Denn was ist, wenn es klappt? Das wäre doch großartig.
Außerdem sollte man keine Angst davor haben, Fehler zu machen. Deshalb würde ich sagen: Mach das, wobei du dich wohlfühlst, und hab den Mut, einen Weg einzuschlagen, den du dir vielleicht selbst noch nicht ganz zutraust.



















