TU-Bildungsforscher*innen ordnen schlechte PISA-Ergebnisse ein
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Die am 8. September veröffentlichten Ergebnisse von PISA 2025, einem internationalen Schulleistungstest, zeigen für Deutschland eine Lesekompetenz von 465 Punkten. Damit liegen die Leistungen noch einmal 15 Punkte unter dem bereits niedrigen Wert von PISA 2022 mit rund 480 Punkten. Auch das Ergebnis des sogenannten „PISA-Schocks“ aus dem Jahr 2000 mit 483 Punkten wird deutlich unterschritten. Gegenüber dem Vor-Pandemie-Niveau von PISA 2018 mit 498 Punkten beträgt der Rückgang inzwischen 33 Punkte. „465 Punkte sind vor dem Hintergrund der langfristigen IGLU- und PISA-Entwicklung ein sehr deutliches Ergebnis: Der Abwärtstrend, den wir in den Grundschulen beobachtet haben, setzt sich bei den 15-Jährigen fort“, sagt Dr. Ulrich Ludewig, Co-Leiter von IGLU am IFS.
Das IFS-Team hatte bereits vor der Veröffentlichung der aktuellen PISA-Ergebnisse auf Grundlage der bisherigen IGLU- und PISA-Trends eine Modellierung durchgeführt und für den Lesekompetenzwert eine mittlere Erwartung von 480 Punkten ermittelt. Laut der Modellierung sind Werte unter 465 ein unerwartet negatives Ergebnis. Mit 465 Punkten bei PISA 2025 liegt das tatsächliche Ergebnis in der Lesekompetenz an der Grenze dessen, was mit dem bisherigen Abwärtstrend vereinbar ist.
IGLU als Frühindikator
Die Entwicklung bei IGLU macht deutlich, dass der aktuelle Tiefstand bei PISA nicht erst in der Sekundarstufe entstanden ist. Bereits bei den Grundschüler*innen am Ende der vierten Klasse hatte sich zuvor eine ungünstigere Entwicklung der Lesekompetenz gezeigt. Die umfassende Analyse des IFS anhand der Daten beider Studien seit 2000 beziehungsweise 2001 zeigt auffällige Gemeinsamkeiten in ihrer langfristigen Entwicklung.
„Eine IGLU-Kohorte erreicht, vereinfacht gesagt, etwa fünf Jahre später das PISA-Alter. Trotz unterschiedlicher Zielpopulationen, Erhebungszyklen und Kompetenzskalen zeigen IGLU und PISA bemerkenswert ähnliche langfristige Entwicklungen“, erklärt Ludewig. „Wenn die Lesekompetenz bei IGLU stieg, stagnierte oder sank, zeigte sich eine ähnliche Entwicklungsrichtung einige Jahre später auch bei PISA.“
Lesekompetenz früh stärken
Der Vergleich zwischen IGLU und PISA richtet den Blick besonders auf die Grundschule als Ausgangspunkt langfristiger Kompetenzentwicklung. „Die PISA-Ergebnisse führen uns erneut vor Augen, wie wichtig es ist, Basiskompetenzen wie das Lesen früh und systematisch zu fördern“, sagt IFS-Direktorin Prof. Nele McElvany. „Wenn sich Schwierigkeiten bereits im Grundschulalter zeigen, können sie sich über die weitere Schullaufbahn fortsetzen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern und insbesondere Kinder mit ungünstigen Lernvoraussetzungen wirksam zu unterstützen.“ Ob sich bei den jüngeren Schüler*innen inzwischen eine Trendwende abzeichnet, wird die nächste Veröffentlichung der Ergebnisse von IGLU 2026 im Dezember 2027 zeigen.
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