Mithilfe von KI weniger Lebensmittel verschwenden
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Rund 22.000 Portionen Mittagessen produziert die Stattküche in Münster täglich und liefert sie an Schulen und Kindergärten. Ein Teil der vorbestellten Mahlzeiten wird jedoch regelmäßig nicht abgenommen, weil Stornierungen zu spät erfolgen oder ganz vergessen werden. Aus hygienischen Gründen muss dieses Essen dann meist vernichtet werden.
Dr. Ina Dormuth und Prof. Markus Pauly haben daher in Zusammenarbeit mit dem Centrum für Entrepreneurship & Transfer (CET) der TU Dortmund und der Stattküche mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) einen Prognoseansatz entwickelt, damit die Produktion flexibel an den tatsächlichen täglichen Bedarf angepasst werden kann. Dafür haben sie zunächst umfangreiche vergangene Bestelldaten aufbereitet und mit Parametern wie Feiertagen, Wetterbedingungen und Daten zu Grippewellen kombiniert. Anschließend haben sie verschiedene statistische und maschinelle Lernansätze getestet und schließlich ein Tool konzipiert, das historische Bestellmuster analysiert und die zukünftige Portionsplanung unterstützt, indem es erwartete Stornierungen möglichst präzise vorhersagt. Auf diese Weise sollen Lebensmittelabfälle verringert, Ressourcen effektiver genutzt und Kosten gesenkt werden. Mittlerweile ist die digitale Anwendung bereits in die täglichen Arbeitsabläufe der Stattküche integriert und unterstützt die Großküche transparent und datengestützt bei ihren Entscheidungen.
Methodisch fundiert und praxistauglich
Die Herausforderung bestand für das Projektteam darin, einen methodisch fundierten und zugleich praxistauglichen Ansatz zu entwickeln: Wie lässt sich aus vergangenen Bestell- und Stornierungsmustern lernen, wie lassen sich verschiedene Prognosemethoden vergleichen und wie lassen sich die Ergebnisse für Menschen nutzbar machen, die täglich Mahlzeiten planen? „Unser Ziel war es, wissenschaftliche Methoden so einzusetzen, dass sie im Alltag einer Großküche tatsächlich helfen. Die Auszeichnung zeigt, dass datenbasierte Lösungen einen konkreten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten können“, sagt Prof. Markus Pauly von der Fakultät Statistik, der auch Forscher am Research Center Trustworthy Data Science and Security der Universitätsallianz Ruhr ist. Dr. Ina Dormuth, die als ehemalige Doktorandin und Postdoktorandin am Lehrstuhl von Prof. Pauly die wichtigsten analytischen Arbeiten durchführte, arbeitet seit 2026 als Data Scientist in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Wilo-Gruppe.
Das Projekt „KI statt Abfall“ wurde vom European Digital Innovation Hub Dortmund (EDIH-DO) unterstützt. Dieser Zusammenschluss unter Beteiligung des CET und der TU concept GmbH hilft kleinen und mittleren Unternehmen beim Ausbau ihrer digitalen Kompetenzen sowie bei der Umsetzung von Transferprojekten aus der Wissenschaft in die Anwendung. Der Hub ist kofinanziert von der EU und Teil des Netzwerks der European Digital Innovation Hubs.
Die Auszeichnung „EDIH Network Award for Excellence 2026“ wurde Anfang Juni beim EDIH Summit in Brüssel vergeben. Mit seinem innovativen Ansatz, seiner konkreten Wirkung und seiner Übertragbarkeit auf andere Anwendungsfelder konnten sich der EDIH-DO und „KI statt Abfall“ gegen die anderen beiden Finalisten durchsetzen. Insgesamt waren 69 Projekte eingereicht worden.
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