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Jubel im Ruhrgebiet

Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund feiern Erfolg in der Exzellenzstrategie

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© Mareen Meyer, Ruhr Innovation Lab
Großer Jubel bei der Verkündung: Das Ruhr Innovation Lab wird als Exzellenzverbund gefördert.
Mit ihrer gebündelten Stärke haben die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund die Expertenkommission in der Exzellenzstrategie überzeugt: Ihre strategische Partnerschaft im Ruhr Innovation Lab wird als Exzellenzverbund gefördert. Wie der Wissenschaftsrat am 2. Oktober 2026 in Bonn bekannt gab, haben insgesamt fünf Bewerber den Exzellenzstatus neu errungen. Damit fördern Bund und Länder ab Januar nun bundesweit zwölf Exzellenzuniversitäten und drei Exzellenzverbünde.

„Wir sind überwältigt von diesem großartigen Erfolg“, sagte Prof. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum. „Zusammen sind wir in die Champions League der Wissenschaft aufgestiegen“, ergänzte Prof. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund. Die beiden Universitäten waren in der Exzellenzstrategie aus Überzeugung zusammen angetreten, um ihre langjährige Partnerschaft gezielt weiterzuentwickeln. Unter dem Namen Ruhr Innovation Lab haben sie ein Konzept vorgelegt, das ein Ökosystem für eine zukunftssichere Gesellschaft schaffen soll. Es setzt auf kreative Freiräume für Forschung, innovative Lehre, engen Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft sowie neue Wege der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit.

Glückwünsche der Landesregierung

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Herzlichen Glückwunsch an die Universität Köln sowie an die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund zu diesem herausragenden Erfolg. Beide Bewerbungen haben in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren gegen große Konkurrenz überzeugt. Das ist eine großartige Nachricht für die Universitäten und für den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Die Entscheidung ist ein besonderer Erfolg für unser Land und zeigt eindrucksvoll, welche Stärke und internationale Strahlkraft der Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen besitzt. Vor allem das Ruhrgebiet hat sich in den vergangenen Jahren zu einem starken und international sichtbaren Wissenschafts- und Innovationsstandort entwickelt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Research Alliance Ruhr, die als zentrales Projekt der Ruhr-Konferenz die internationale Spitzenforschung der Universitätsallianz Ruhr bündelt. Der neue Exzellenzverbund knüpft an diese Stärke an und gibt dem Wissenschaftsstandort Ruhr zusätzlichen Schub. Nordrhein-Westfalen baut damit seine herausragende Stellung im bundesweiten Exzellenzwettbewerb weiter aus. Exzellente Forschung ist eine wesentliche Grundlage für die Innovationskraft unseres Landes. Von der Stärke unserer Hochschulen profitieren dabei Wissenschaft und Wirtschaft, genauso wie die Hunderttausenden jungen Menschen, die in Nordrhein-Westfalen studieren und forschen. In einem immer schnelleren technologischen Wandel sind es unsere exzellenten Universitäten, die diesen Wandel zu neuen Chancen machen. Chancen für neue, innovative Produkte, für gute Arbeitsplätze, für Wohlstand und soziale Sicherheit auch in Zukunft.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Nordrhein-Westfalen ist DER Spitzenstandort für Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Diesen Anspruch bestätigt der Erfolg in der Exzellenzstrategie. Ich gratuliere der Universität zu Köln und dem Ruhr Innovation Lab aus der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund sehr herzlich zu ihrem Erfolg. Gemeinsam mit der Universität Bonn und der RWTH Aachen gehören damit künftig fünf nordrhein-westfälische Universitäten zur internationalen Forschungsspitze – so viele wie in keinem anderen Land. Was das Ruhr Innovation Lab in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, ist unglaublich. Es zeigt: Exzellenz ist immer dann möglich, wenn gemeinsame Stärken gesucht werden. Die Universität zu Köln hat den Exzellenzstatus völlig verdient zurückgewonnen. Mit fünf Exzellenzclustern ist sie bereits eine der forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands, und sie wird ihre Kraft in den kommenden Jahren noch weiter entfalten. Der Ministerpräsident und ich haben die Universitäten auf diesem Weg eng begleitet und waren bei den Begehungen mit der Expertenkommission vor Ort dabei. Umso mehr freuen wir uns heute über diesen Erfolg. Der Erfolg unserer Universitäten ist ein eindrucksvoller für Spitzenforschung ‚made in NRW‘. Wir schaffen damit beste Voraussetzungen für neue Erkenntnisse, Innovationen und Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zum Wohl der Menschen.“

Ein Schub für das gesamte Ruhrgebiet

„Unser Credo ist, dass Wissenschaft nicht im Elfenbeinturm stattfinden darf, sondern Lösungen für die Gesellschaft mitgestalten muss“, so Prof. Martin Paul. Die gemeinsamen Forschungsschwerpunkte zielen darauf, Wohlstand für künftige Generationen zu erhalten, Vertrauenswürdigkeit digitaler Systeme zu stärken und die Werte der Demokratie zu wahren. Zu Themen wie nachhaltige Chemie, Cybersicherheit, KI-gestützte Materialentwicklung oder die Natur der Materie forschen die beiden Universitäten schon auf internationalem Spitzenniveau. Durch die Zusammenführung komplementärer Stärken beider Standorte sollen zukünftig zudem komplexe Fragestellungen in Bereichen wie mentale Gesundheit, Medienwirkung oder Fertigungsdesign durchdrungen werden.

„Wir haben bei unserer Bewerbung auf eine langjährige Kooperation aufbauen können und gehen mit dem Ruhr Innovation Lab nun den nächsten Schritt hin zur Integration“, erläuterte Prof. Manfred Bayer. Fundament ist die Universitätsallianz Ruhr, in der die beiden Partner zusammen mit der Universität Duisburg-Essen seit 2007 vielfältige gemeinsame Strukturen geschaffen haben, wie z.B. die gemeinsamen Research Center und das College. Das Ruhr Innovation Lab erprobt nun bilateral eine noch engere Verzahnung, indem Services für Forschung und Transfer schrittweise integriert werden oder Pilotfakultäten ihre Personalplanung sinnvoll verschränken. 

„Unser Erfolg in der Exzellenzstrategie wird dem gesamten Ruhrgebiet einen Schub und höhere internationale Sichtbarkeit geben“, sind sich die beiden Rektoren einig. Noch werde oft übersehen, dass das Ruhrgebiet eine der dichtesten Wissenschaftsregionen Deutschlands sei, mit über zwanzig Hochschulen und zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Charakteristisch für den Ballungsraum ist die eingespielte Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg, nicht nur innerhalb der Wissenschaft, sondern auch mit Unternehmen und Kommunen. Das Ruhr Innovation Lab hatte bei der Bewerbung daher auch starke regionale Partner an seiner Seite wie den Initiativkreis Ruhr und den Regionalverband Ruhr.

Videobotschaft der Rektoren 

Was hat zum Riesenerfolg in der Exzellenzstrategie beigetragen? Was bedeutet die Förderung für die Forschung der beiden Unis? Und was haben die Studierenden eigentlich davon? In einer Videobotschaft ordnen die beiden Rektoren das Ergebnis ein.

Impressionen von der Verkündungsfeier

Gespanntes Warten auf die Entscheidung: Im Westfälischen Industrieklub in Dortmund verfolgten Mitglieder des Ruhr Innovation Lab live die Pressekonferenz des Wissenschaftsrats. Die beiden Rektoren dankten dort all jenen, die besonders eng in die Begutachtung eingebunden waren. Mittendrin war auch das Einhorn, das sich als Glücksbringer des Verbunds erwiesen hat.

Hochschulöffentliches Townhall-Meeting

Alle Mitglieder der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund sind am Mittwoch, den 7. Oktober um 14.15 Uhr zu einem digitalen Townhall-Meeting eingeladen. Die beiden Rektoren informieren dann über die nächsten Schritte und beantworten Fragen. Der Link zu dem Webinar wurde per E-Mail an alle Beschäftigten und Studierenden verschickt. 

Über die Exzellenzstrategie

Die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder ist ein Wettbewerb zur Förderung der Spitzenforschung, der erstmals 2005 unter dem Namen Exzellenzinitiative ausgerufen wurde. Universitäten, die eine hinreichende Zahl an Exzellenzclustern einwerben, dürfen sich in einer zweiten Förderlinie um den Titel Exzellenzuniversität oder Exzellenzverbund bewerben. Dafür ist ein Strategiekonzept erforderlich, das sowohl die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Forschung als auch die strukturelle Erneuerungsfähigkeit der Organisation stärkt. Die Bewertung trifft eine internationale Jury auf Basis eines schriftlichen Antrags sowie eines mehrtägigen Besuchs vor Ort. Für die siebenjährige Förderphase ab 2027 waren bis zu 15 Plätze vorgesehen, um die sich zehn Titelverteidiger sowie elf Neulinge beworben hatten. Alle geförderten Institutionen sind auf der Webseite des Wissenschaftsrats zu finden.

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