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Trendwende bei der Kindertagesbetreuung

Erstmals weniger Kitas in Nordrhein-Westfalen

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Anschnitt von zwei Kleinkindern, die auf einem Teppich mit einer Holzeisenbahn spielen © Rawpixel.com.stock.adobe.com
In seinem kürzlich erschienenen Bericht „Kindertagesbetreuung NRW 2026” nimmt der Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund die Kita-Landschaft und Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen in den Blick und zeigt dabei einen deutlichen Wandel auf: Nach Jahren des Ausbaus gehen die Kita-Zahlen und die Anzahl der beantragten Plätze erstmals zurück. Eine umfassende Auswertung der Meldungen über Personalunterdeckungen gibt zudem Aufschluss darüber, wie verbreitet diese sind und wie stark sie den Betreuungsalltag einschränken.

Auf Basis von landeseigenen Verwaltungsdaten sowie Daten der Kinder- und Jugendhilfestatistik schreibt der Bericht die Entwicklungen nach Veröffentlichung der ersten Ausgabe aus dem Jahr 2023 fort und bietet eine wertvolle Grundlage für kommunale Kapazitätsplanungen in der Kindertagesbetreuung. Die zugrunde liegenden Daten ermöglichen einen Blick auf die zu erwartenden strukturellen und quantitativen Entwicklungen im Kindergartenjahr 2026/27. 

Erstmals mehr Schließungen als Neueröffnungen

Für das Kita-Jahr 2026/27 sind 10.805 Kitas erfasst – 44 weniger als im Vorjahr. Den geplanten 80 Neueröffnungen stehen 124 Schließungen gegenüber. Auch die beantragten Plätze in Kitas gehen zurück: Für unter Dreijährige sind es 736 Plätze weniger, für Kinder ab drei Jahren 8.241 weniger als im Kita-Jahr 2025/26. Damit deutet sich nach einer langen Ausbauphase eine Trendwende an.

Auch in der Kindertagespflege sinkt die Anzahl der beantragten Betreuungsplätze. Nach einem Höchststand im Kita-Jahr 2024/25 wurden für 2026/27 rund 11.700 Plätze weniger beantragt. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang rund 7.800 Plätze. Besonders betroffen ist das Angebot für unter Dreijährige. 

Personalunterdeckungen betreffen viele Einrichtungen

Im Kalenderjahr 2025 wurden rund 36.000 Meldungen zu Personalunterdeckungen aus gut 6.000 verschiedenen Kitas erfasst. Rund 55 Prozent der Kitas meldeten mindestens eine Personalunterdeckung. Das Meldeaufkommen war jedoch ungleich verteilt: Rund 34 Prozent aller Meldungen entfielen auf nur fünf Prozent der Kitas.

Am häufigsten reagierten Einrichtungen mit kürzeren Betreuungszeiten oder einer Verringerung der Platzzahlen. Damit wird deutlich: Auch wenn der Betrieb nicht vollständig ausfällt, können Personalunterdeckungen spürbare Folgen für Kinder und Familien haben.

Als Grund nannten die Einrichtungen in 92 Prozent der Meldungen kurzfristige krankheitsbedingte Personalausfälle. In etwa der Hälfte der Meldungen wurde mehr als ein Grund angegeben. Das weist darauf hin, dass sich verschiedene Ausfälle und Belastungen häufig überlagern.

Unterschiedliche Voraussetzungen für Sprachbildung

Im März 2026 hatten in Kitas 21 Prozent der unter Dreijährigen und 28 Prozent der Kinder ab drei Jahren eine nichtdeutsche Familiensprache. Zugleich unterscheiden sich die Anteile zwischen den Jugendamtsbezirken deutlich: Über beide Altersgruppen hinweg lagen sie zwischen 10 und 52 Prozent. Die Zahlen machen sichtbar, wie unterschiedlich die Ausgangsbedingungen für Sprachbildung und Sprachförderung vor Ort sind.

Der vollständige Bericht steht zum Download zur Verfügung.

Bericht „Kindertagesbetreuung NRW 2026“

Über den Forschungsverbund DJI/TU Dortmund: 
Der 2002 gegründete Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/TU Dortmund ist eine Forschungseinrichtung an der TU Dortmund. Ziel des Forschungsverbunds ist es, Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Fachveranstaltungen zu den Forschungsfeldern freiwilliges Engagement, Hilfen zur Erziehung, Familie und frühe Hilfen, Kindertagesbetreuung, Kinder- und Jugendarbeit, Kooperation Jugendhilfe und Schule sowie Personal und Qualifikation durchzuführen. Zu den Aufgaben des Forschungsverbunds gehören wissenschaftsbasierte Dienstleistungen und die Beratung von Politik und Fachpraxis auf allen föderalen Ebenen.

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