Internationale Konferenz der UNESCO-Lehrstühle in Dortmund
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Alle zwei Jahre veranstalten die deutschen UNESCO-Lehrstühle eine internationale Konferenz, um sich über ihre Forschung in den Arbeitsgebieten der UNESCO auszutauschen. Dabei kommen Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen aus dem Bildungsbereich und der Politik sowie Praxispartner zusammen, um gemeinsam Lösungen für globale Herausforderungen zu diskutieren, die insbesondere dazu beitragen sollen, die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, SDG) zu erreichen.
Die diesjährige Konferenz, deren Schwerpunkt auf der Region Südostasien lag, stand unter dem Titel „International Cooperation in Higher Education and TVET: Bridging the Gap Between the Theory and Practice of the SDGs“. Zur Wahl des Themas erklärt Prof. Thomas Schröder: „Es gibt viele kluge Ideen und Konzepte, um der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele ein Stück näher zu kommen, aber die konkrete Implementierung ist häufig eine Herausforderung. Daher möchten wir die internationale Zusammenarbeit in der Hochschulbildung und der beruflichen Bildung intensivieren, um diese Lücke zu schließen.“ Die dreitägige Konferenz, zu der unter anderem Teilnehmende aus Malaysia, Thailand, Indonesien, Kambodscha, Brunei Darussalam, Vietnam, China und Indien sowie aus zahlreichen europäischen Ländern anreisten, bot dazu zahlreiche Gelegenheiten.
Große Bandbreite an Themen
Prof. Thomas Schröder selbst kooperiert besonders eng mit Hochschulen in Ost- und Südostasien. Sein Lehrstuhl entwickelt die Forschung mit Blick auf Berufsbildungspolitiken und -systeme auf nationaler und internationaler Ebene weiter. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf arbeitsbezogenen Lernansätzen und der Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal. Er fördert den praxisorientierten Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, um die Entwicklung von Berufsbildungssystemen weltweit voranzutreiben. Damit trägt er zum 4. Nachhaltigkeitsziel der UN „Hochwertige Bildung“ bei.
Die Bandbreite der Themen, denen sich die nationalen und internationalen UNESCO-Lehrstühle widmen, machte das Konferenz-Programm deutlich: Nach der Eröffnung, bei der unter anderem der Dortmunder Oberbürgermeister und Vertreter*innen der UNESCO anwesend waren (siehe unten), beleuchteten drei Keynote-Vorträge die digitale Transformation von Hochschulen und beruflicher Bildung, die transdisziplinäre Forschung zu nachhaltigem Wassermanagement sowie die Aufrechterhaltung akademischer Bildung in Kriegszeiten. In zahlreichen Workshops setzten sich die Teilnehmenden anschließend unter anderem mit nachhaltiger Stadtentwicklung, der Zukunft der Arbeit, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit in der Bildung, Erinnerungspolitik oder kulturellem Entrepreneurship auseinander.
Internationale und nationale Grußworte
Zur Eröffnung der Konferenz sprachen folgende Gäste Grußworte: Prof. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund, Alexander Kalouti, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Friederike Hansell, Leiterin der Koordinierungsstelle UNESCO-Welterbe im Auswärtigen Amt, Prof. Christoph Wulf, Vize-Präsident der deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Christine Volkmann und Prof. Julius Heinicke, Sprecher*innen der deutschen UNESCO-Lehrstühle, Dr. Sandra Garbade, Präsidentin des Bundesinstituts für Berufsbildung, und Dr. Songheang Ai, Leiter des regionalen Zentrums für die Entwicklung der technischen Bildung in der Organisation der südostasiatischen Bildungsminister (SEAMEO TED).
Neues UNEVOC-Zentrum
An der TU Dortmund gibt es seit Kurzem ein UNEVOC-Zentrum für internationale Berufs- und Betriebspädagogik. Im Rahmen der Konferenz hat Dr. Friedrich Hübler (Foto, r.) , Leiter der UNESCO-UNEVOC, Prof. Philipp Grollmann (Foto, l.) die Ernennungsurkunde überreicht. Grollmann ist seit 2023 Professor für Erziehungswissenschaft im Kontext von Arbeit und Beruf an der TU Dortmund. In enger Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Lehrstuhl von Prof. Schröder wird er am UNEVOC-Zentrum zu nationalen und internationalen Systemen sowie Innovationen in der Berufsbildung forschen. Die Aufgabe der Zentren ist es zudem, durch gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote sowie Beratungen Kompetenzen aufzubauen und die Politik vor Ort zu überprüfen. Die TU Dortmund ist die erste Universität in Deutschland, an der sowohl ein UNESCO-Lehrstuhl als auch ein UNEVOC-Zentrum angesiedelt sind.
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