Zwei neue Projekte zu virtuellen Lebenswelten gestartet
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In der ersten Förderphase untersuchten die Forschenden unter der Sprecherschaft von Prof. Stefan Rieger vom Institut für Medienwissenschaft der RUB Virtualität als Bestandteil lebensweltlicher Praktiken. In der zweiten Phase, an der nun auch Forschende der Universitätsallianz Ruhr beteiligt sind, rücken konkrete Spannungsfelder virtueller Lebenswelten in den Fokus. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, wie Virtualität Bereiche wie Schule, Hochschule, Arbeitswelt und politische Aushandlung neu ordnet. Herzstück des Verbunds ist die „Virtuelle Universität“, die Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation miteinander verbindet.
Wie inklusiv sind virtuelle Arbeitswelten?
Das neue Teilprojekt „Virtuelle Arbeitswelten. Inklusion und Exklusion in sozio-technischen Systemen“ unter der Leitung von Prof. Frauke Mörike und Koordination von Dr. Anne Deremetz von der Fakultät Rehabilitationswissenschaften nimmt die Arbeitswelt in den Blick. Es untersucht, wie virtuelle Arbeitsformen die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verändern. „Virtuelle Arbeitsformen können Menschen mit Behinderungen neue Möglichkeiten der beruflichen Teilhabe eröffnen – etwa wenn Zusammenarbeit und Arbeitsalltag flexibler gestaltet werden können oder assistive Technologien direkt am Arbeitsplatz eingesetzt werden“, sagt Dr. Anne Deremetz.
Gleichzeitig können virtuelle Arbeitsumgebungen neue Barrieren schaffen: Nicht barrierefrei gestaltete Software, schwer zugängliche digitale Meetings oder algorithmische Entscheidungen können die Teilhabe erschweren. Auch der informelle Austausch im Büro muss in virtuellen Kontexten inklusiv gestaltet werden, damit Informationen zugänglich bleiben und soziale Isolation vermieden wird. Das Projekt untersucht, wie Technologie, Arbeitsorganisation und soziale Strukturen Zugang ermöglichen oder verwehren. Im Fokus stehen Erfahrungen von Beschäftigten und informelle Arbeitsweisen wie Workarounds, die Barrieren sichtbar machen und neue Teilhabewege eröffnen können. Feldstudien mit Beobachtungen, Interviews, und digitalen Tagebüchern liefern dafür Erkenntnisse aus dem Arbeitsalltag. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit Praxispartner*innen reflektiert und liefern Impulse für die inklusive Gestaltung virtueller Arbeitswelten.
Wenn Reparatur digital wird
Wie verändern digitale Technologien die Art und Weise, wie repariert wird? Dieser Frage widmet sich das zweite neue Teilprojekt „Virtuelle Reparaturen. Arbeit an technischen Zukünften“ unter der Leitung von Dr. Ronja Trischler von der Fakultät Sozialwissenschaften der TU Dortmund. Im Mittelpunkt stehen digitale Werkzeuge wie Online-Anleitungen, Apps, Simulationen, digitale Zwillinge und KI-Chatbots – und die Frage, wie Reparaturen geplant, gelernt und durchgeführt werden. „Reparatur ist längst nicht mehr nur eine Frage handwerklichen Könnens. Digitale Medien und Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, Reparaturen vorzubereiten, Wissen zu teilen und Vorstellungen von Zukunft zu entwickeln“, sagt Dr. Ronja Trischler.
Anhand zweier Fallstudien untersucht das Projekt unterschiedliche Formen der Reparatur: die alltägliche Reparatur von Kleidung und die Instandhaltung industrieller Textilmaschinen. Dabei geht es darum, wie digitales Wissen und praktische Erfahrung zusammenspielen und welche neuen Möglichkeiten, aber auch Grenzen für Reparatur entstehen. Angesichts sozialökologischer Herausforderungen gewinnt die Frage an Bedeutung, welche Dinge wie repariert werden – und welche Rolle Reparatur für Gesellschaft und Arbeitswelt künftig spielt.
Das Team der TU Dortmund
Im Teilprojekt „Virtuelle Arbeitswelten“ forschen neben Prof. Frauke Mörike und Dr. Anne Deremetz außerdem Kassandra Kyei und Maike Adolph. Im Teilprojekt „Virtuelle Reparaturen“ arbeiten neben Dr. Ronja Trischler auch Clara Gander und Tereza Preussová.
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