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Die Wächter der dicken Wälzer: Fachangestellte(r) für Medien- und Informationsdienste

Zwischen endlos langen Bücherregalen und surrenden Computern finden sich in den Bibliotheken der TU Dortmund nicht nur Studierende: Sechs junge Menschen lernen dort den Beruf Fachangestellte(r) für Medien- und Informationsdienste. Dabei besteht ihr Alltag nicht nur daraus, Bücher zurück in die Regale zu räumen.

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„Am liebsten mag ich die Fernleihe und die Dokumentenlieferung, weil das so abwechslungsreiche Tätigkeiten sind“, erzählt Anika Marcak. Die 23-Jährige ist im dritten Lehrjahr und findet ihre Ausbildung entgegen des Klischees gar nicht langweilig. „Vielen ist der Beruf unbekannt, sie wissen gar nicht, was alles dahinter steckt.“

So geht es beispielsweise im Bereich Fernleihe darum, das gewünschte Buch, das nicht im Bestand der Universitätsbibliothek ist,  in einer von dutzenden anderen Bibliotheken zu finden und möglichst schnell für die Studenten zu beschaffen. Bevor die es aber in die Hände bekommen, muss das Buch registriert und mit einem blauen Bestellzettel versehen werden. Andersherum passiert das aber auch: Wenn auswärtige Bibliotheken ein Buch anfordern, müssen die Auszubildenden das Buch suchen und versandfertig machen.

 

Vom Erwerb bis zur Ausleihe11-08-31_AusbildungBibliothek1

Anika Marcak und ihre Kollegen haben aber nicht nur mit verstaubten und vergilbten Büchern zu tun. Sie versorgen die Nutzer der Bibliothek auch mit ganz frischem Lesestoff. Kleiner Wermutstropfen: Sie dürfen nur Bücher einkaufen, die von den wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU Dortmund vorgeschlagen wurden. Sind die Bücher da, müssen sie katalogisiert werden, bevor sie den Bibliotheksnutzern im Online-Katalog angezeigt werden und zur Ausleihe zur Verfügung stehen. „Für die Erfassung der Bücher gibt es ganz bestimmte Regeln. Da ist höchste Konzentration gefordert“, weiß Ausbilder Gerhard Althaus. Das Katalogisieren lernen die Auszubildenden auch in der Berufsschule, die zweimal in der Woche stattfindet. Daneben stehen beispielsweise Datenverarbeitung und Wirtschaftslehre auf dem Programm.

Kommunikative Kompetenzen finden sich dagegen nicht auf dem Stundenplan. Wie man mit Bibliotheksbenutzern umgeht, lernen die Auszubildenden in der Praxis. „Seit es die Selbstverbuchungsautomaten für die Bücherausleihe gibt, erklären wir den Studenten, wie sie funktionieren“, weiß Paul Kortüm-Jung. Der 18-Jährige hat gerne mit den Nutzern der Bibliothek zu tun und findet es spannend, welche Bücher sich im Bestand der Bibliotheken auf dem Campus befinden. „Ich werfe gerne einen Blick in das ein oder andere Buch. Da sind manchmal ganz schön kuriose Sachen dabei.“

 

11-08-31_AusbildungBibliothek3Bibliothekswesen im Ganzen kennenlernen

Der ein oder andere interessante Titel findet sich schon morgens um 7:30 Uhr. Dann beginnt der Arbeitstag der sechs künftigen Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit dem Abräumen der Arbeitsplätze in der Universitätsbibliothek. Die Bücher, die die Nutzer liegen lassen, müssen wieder an die richtige Stelle ins Regal. Ist das erledigt, geht es in die einzelnen Abteilungen. Die Auszubildenden durchlaufen Stationen wie Bucherwerb oder Fernleihe und gehen in die Bereichsbibliotheken. Doch auch außerhalb des Campus können sie während der Lehrzeit Praxiskenntnisse sammeln. „Unsere Auszubildenden können beispielsweise auch im Westfälischen Wirtschaftsarchiv, in der Bibliothek der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin oder in öffentlichen Bibliotheken wie der Stadt- und Landesbibliothek ein Kurzpraktikum machen“, erklärt Ausbilder Gerhard Althaus.

Die angehenden Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste können nach der Ausbildung nicht nur in Universitätsbibliotheken tätig sein. „Ich könnte mir auch vorstellen, in einer öffentlichen Bibliothek zu arbeiten. Da hat man noch mehr Benutzerkontakt. Die Besucher kommen aus unterschiedlichen Altersgruppen, darunter sind auch viele Kinder“, erzählt die 21-jährige Linda Content, die im dritten Lehrjahr ist. Dank der vielfältigen Ausbildung stehen ihr und ihren Kollegen die Türen aller Bibliotheken offen.

 

Ausbildung an der TU Dortmund

An der TU Dortmund sind insgesamt bis zu 14 Ausbildungsberufe zu erlernen: Von B wie Biologielaborant/in bis Z wie Zerspanungsmechaniker/in gibt es eine Fülle von Möglichkeiten für eine Lehre im Umfeld der Hochschule. Ausbildungsstart ist im August bzw. September jeden Jahres. Bewerben muss man sich bereits ein Jahr vorher: Bis Ende Oktober müssen die Mappen und Zeugnisse eingereicht sein. 2011/2012 ist die TU für 124 junge Menschen Ausbildungsbetrieb. Mehr Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen und Bewerbungszeiträumen gibt es hier.