Bachelor of Science (B. Sc.): 6 Semester
Master of Science (M. Sc.): 4 Semester
Wintersemester (B.Sc.)
Winter- und Sommersemester (M.Sc.)
Bachelor: Örtliche Zugangsbeschränkung
Master: Informationen
Viele biologische Phänomene werden heute im molekularen Detail untersucht und verstanden. Da letztlich alle biologischen Vorgänge auf chemischen Prozessen basieren und durch die Struktur der beteiligten Moleküle und ihre Wechselwirkungen bestimmt werden, liegt es nahe, biologische und chemische Forschung zu kombinieren. In der "Chemischen Biologie" werden neue chemische Methoden, Techniken und Synthesen entwickelt, um biologische Prozesse auf molekularer Ebene zu analysieren. Molekular-, Zell- und Strukturbiologie, Biochemie, Organische, Anorganische, Physikalische und Analytische Chemie sowie die moderne molekulare Biotechnologie spielen in dieser neuen Wissenschaft eng zusammen. Bei der Durchführung des Studiengangs Chemische Biologie arbeiten Wissenschaftler der Fakultät Chemie mit dem benachbarten Dortmunder Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie eng zusammen.
Der sechssemestrige Bachelor-Studiengang Chemischen Biologie ist stark interdisziplinär ausgerichtet und zeichnet sich durch die Vermittlung eines breiten, grundlegenden Wissens aus. Im Studium werden die notwendigen naturwissenschaftlichen Grundlagen (Mathematik, Physik) erworben und die Studierenden durch Vorlesungen, Übungen und Laborpraktika in die klassischen Disziplinen der Chemie (Anorganische, Analytische, Organische und Physikalische Chemie) und die Fächer Mikrobiologie, Biochemie, Molekularbiologie und Zellbiologie eingeführt. Ergänzt werden diese Kenntnisse durch Lehrveranstaltungen in den Querschnittsdisziplinen Bioanorganische, Bioorganische und Biophysikalische Chemie sowie durch zwei Wahlpflichtveranstaltungen. Das Studium wird mit einer (auf drei Monate begrenzten) Bachelorarbeit abgeschlossen, die fakultätsöffentlich vorgestellt und verteidigt werden muss. Mit dem Abschluss des Bachelor of Science wird ein erster berufsqualifizierender Abschluss erworben.
Eine weiterführende Ausbildung erfolgt in dem sich anschließenden Master-Studiengang in "Chemischer Biologie", der nach weiteren vier Semestern mit dem Master of Science abgeschlossenen werden kann. In diesem Studiengang werden die molekularen Aspekte der Biowissenschaften sowohl im Hinblick auf das Verständnis biologischer Prozesse, als auch im Hinblick auf gezielte chemische Manipulationen vertieft. Außerdem werden moderne Methoden der Biotechnologie und Bioanalytik sowie ihre Anwendungen vermittelt. Der Master-Studiengang Chemische Biologie enthält keine Pflichtveranstaltungen, sondern lediglich Rahmenvorgaben. Das Curriculum im Master-Studiengang umfasst drei Schwerpunkte, in denen die molekularen Aspekte der Biowissenschaften (Schwerpunkt 1: "Chemische Biologie"), die Anwendung mikro- und nanostrukturierter Systeme in Biotechnologie und Bioanalytik (Schwerpunkt 2: "Biologisch-Chemische Mikrostrukturtechnik") und die Molekulare Zellbiologie (Schwerpunkt 3) vertieft werden. Die Bereiche Chemische Biologie und Biologisch-Chemische Mikrostrukturtechnik werden durch zwei Seminare vertieft, in denen von den Studierenden Vorträge zu aktuellen Forschungsthemen ausgearbeitet und präsentiert werden. Darüber hinaus müssen insgesamt acht Wahlpflichtvorlesungen und vier Wahlpflichtpraktika absolviert werden, deren Themen spezielle Aspekte der Schwerpunkte vertiefen. So können aus einer Reihe von Vorlesungen und Praktika (z. B. Chemische Biologie, Bioorganische Chemie, Microarrays, Systembiologie) individuelle Interessenschwerpunkte gebildet werden. Der Studiengang bietet auch die Möglichkeit, Veranstaltungen aus dem Master-Studiengang Chemie und aus ergänzenden Fächern zu wählen. In einem Forschungspraktikum und in der Masterarbeit mit abschließender fakultätsöffentlicher Disputation wird das Erreichen des aktuellen Forschungsstandards nachgewiesen. Eventuell vorhandene fachliche Defizite bei einem Wechsel vom Bachelor-Studiengang Chemie der TU Dortmund in den Master-Studiengang Chemische Biologie können durch eine gezielte Wahl der Studienmodule im vorgegebenen Rahmen aufgearbeitet. In der Masterphase ist ein Studium im Ausland für ein bis zwei Semester am besten möglich und wird von der Fakultät unterstützt. Leistungen, die im Ausland erworben wurden, können aufgrund der Wahlfreiheiten im Master-Studium gut angerechnet werden.
Die Möglichkeit zu einer Doktorarbeit im Anschluss an den Master-Studiengang ist gegeben. Für herausragende Studierende besteht zudem die Möglichkeit, nach dem dritten Studiensemester direkt in den Promotions-Studiengang zu wechseln.
Der BA-Studiengang ist zulassungsbeschränkt.
Für den Master-Studiengang ist ein Bachelor-Abschluss in Chemischer Biologie, Biochemie oder ein Bachelor-Abschluss in Chemie an der TU Dortmund die Zulassungsvoraussetzung. Ein anderer gleichwertiger Abschluss kann auf Antrag anerkannt werden. Das Bachelor-Studium muss im Geltungsbereich des Grundgesetzes mit guten Leistungen abgeschlossen worden sein (ECTS-Grade A bis C). Diese Regelung gilt nicht für Studierende der TU Dortmund, die sich während des Sommersemesters 2010 noch im Bachelor-Studiengang Chemie oder Chemische Biologie befinden. In einem verwandten Studiengang müssen überdurchschnittliche Leistungen im Bachelor-Studium erzielt worden sein (ECTS-Grade A bis B).
Wurde die entsprechende ECTS-Note nicht erreicht oder nicht erteilt, so kann der Prüfungsausschuss in Einzelfällen auf Basis eines Auswahlgesprächs eine Zulassung zum Masterstudium erteilen. Bei Studierenden aus dem Ausland wird vor der Zulassung zum Master-Studium ein Auswahlgespräch geführt, um die Eignung für das Master-Studium zu prüfen. Ist wegen einer Bewerbung aus dem Ausland kein Auswahlgespräch möglich, wird grundsätzlich nur die Zulassung zum Bachelor-Studium erteilt.
Die Berufsaussichten und beruflichen Einsatzgebiete der Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs "Chemische Biologie" entsprechen in etwa denen von Biochemikerinnen und Biochemikern. Die Ausrichtung des Studiums zielt auf eine Tätigkeit in Forschung und Entwicklung, insbesondere auf dem hochaktuellen Gebiet der biologisch-medizinischen Grundlagenforschung.
Chemische Biologinnen und Biologen sind aber auch hervorragend ausgebildet für Tätigkeiten in der molekularen Biotechnologie mit Themen wie neue Arzneimittel-Wirkstoffe oder Agrarprodukte sowie biomedizinische Analytik und Diagnostik. Weitere Perspektiven eröffnen sich aber auch in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie oder der medizinischen Geräteentwicklung.