Bachelor of Science (B.Sc.): 6 Semester
Master of Science (M.Sc.): 4 Semester
Wintersemester (B.Sc.)
Winter- und Sommersemester (M.Sc.)
Bachelor: Örtliche Zugangsbeschränkung
An der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der Technischen Universität Dortmund werden Architekten und Bauingenieure im "Dortmunder Modell Bauwesen" gemeinsam ausgebildet.
Das "Dortmunder Modell" verkörpert ein Ausbildungskonzept für Architektur und Bauingenieurwesen, das zusätzlich zu einer gründlichen fachspezifischen Ausbildung in der eigenen Disziplin das Erlernen der interdisziplinären Zusammenarbeit im Team zum Ziel hat.
Seit Beginn der Industrialisierung hat die zunehmende Fülle an neuen Baustoffen, neuen Bautechnologien und Berechnungsverfahren dazu geführt, dass auch heute eine Bauaufgabe nicht mehr von einem Einzelnen gelöst werden kann. Folglich wurde das damalige umfassende Baumeistertum in einen künstlerisch-konzeptionellen Bereich (Architektur) und einen technischwissenschaftlichen Bereich (Bauingenieurwesen) aufgeteilt.
Durch die völlig getrennte Ausbildung fehlt nach Abschluss des Studiums in der Regel das Verständnis für den jeweiligen anderen Berufszweig. Im späteren Berufsleben muss dann die Zusammenarbeit als zwingend erforderliche Grundlage zur Lösung einer gesamtoptimierten Bauaufgabe erlernt werden - ein mühevoller Weg zum Aufbau einer Fähigkeit, die den Studierenden an unserer Fakultät als wesentliche Kompetenz mitgegeben wird.
Das "Dortmunder Modell" knüpft gedanklich an das Berufsbild des Baumeisters an, der durch seine Gesamt-kompetenz sowohl architektonische als auch ingenieurmäßige Belange bei der Lösung einer Bauaufgabe berücksichtigen konnte. Dies bedeutet, dass die Architekturstudierenden in Dortmund eine mit anderen Universitäten vergleichbare fachliche Ausbildung erhalten und zusätzlich umfassend in der Kooperation mit anderen am Bau Beteiligten geschult werden. Denn die kompetente und alle Aspekte umfassende Lösung einer Bauaufgabe ist nur im gemeinsam im Planungsteam bei Beherrschung des eigenen und Kenntnis der weiteren beteiligten Fachgebiete möglich.
Die Projekte (P1 und P2 im Bachelor-Studiengang, P3 im Master-Studiengang), die von Teams aus Studierenden der Architektur und des Bauingenieurwesens gemeinsam bearbeitet werden, bilden nicht nur die Grundlage der fachlichen Qualifikation für die Praxis, sondern auch für das Erlernen der ebenso wichtigen Zusammenarbeit im Team.
In den Studiengängen Bauingenieurwesen und Konstruktiver Ingenieurbau werden technisch-wissenschaftliche Grundlagen des Bauingenieurwesens mit den Konzepten und Methoden für das Entwerfen, Berechnen und Entwickeln von Konstruktionenvermittelt.
Die interdisziplinären Projekte des Dortmunder Modells Bauwesen fördern in besonderem Maße die Kompetenz bei der Anwendung des Grundlagenwissens auf die realen Bauaufgaben, da hier die konstruktionsspezifischen Aspekte den Schwerpunkt bilden. Mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Blicks auf die Planungsaufgaben wird auch der Blick auf die eigene Fachkompetenz in dem interdisziplinären Prozess geschärft und zielorientiert weiterentwickelt.
Ziel der Ausbildung ist die Qualifikation für eine Tätigkeit in Tragwerksplanung und Bauausführung oder auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung.
Der Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen ist ein berufsvorbereitendes und berufsqualifizierendes Vollzeitstudium. Er vermittelt die technisch-wissenschaftlichen Grundlagen, die für eine erfolgreiche Vertiefung in einem Master-Studiengang sowie für die Bearbeitung von Planungs- und Ausführungsaufgaben im allgemeinen Hochbau erforderlich sind.
Die ersten vier Semester beinhalten hauptsächlich Pflichtfächer. Das Lehrprogramm im 5. und 6. Semester besteht aus Pflichtund Wahlpflichtfächern. Die Wahlpflichtfächer bieten den Studierenden dabei die Möglichkeit, nach individuellen Fähigkeiten und Neigungen ein eigenständiges Qualifikationsprofil zu entwickeln.
Die Regelstudiendauer des Bachelorstudiengangs Bauingenieurwesen beträgt 6 Semester. In den 24 Modulen und der abschließenden Bachelorarbeit werden 180 ECTS-Credits erworben.
Die einzelnen Module sind:
Grundlagen der Darstellung; Bauphysik und TGA; Baustoffkunde; Einführung Baukonstruktion und Baugeschichte; Tragkonstruktionen I/II; Tragkonstruktionen III/IV; Projekt 1; Projekt 2; Höhere Mathematik I; Höhere Mathematik II; Mechanik- Statik I; Mechanik-Statik II; Mechanik-Statik III/IV; Einführung Stahl- und Stahlbetonbau; Stahlbau; Stahlbetonbau; Baugrund- Grundbau; Grundlagen Baubetrieb; Grundlagen Bauwirtschaft und Baurecht; 4 Wahlmodule; Bachelor Arbeit / Thesis
Der Konstruktive Ingenieurbau bildet den Kernbereich der technisch-wissenschaftlichen Ingenieurkompetenz bei der Realisierung von Bauvorhaben. Mit den Einsatzmöglichkeiten in Tragwerks- und Ausführungsplanung für Konstruktionen aller Art, Bauleitung, Überwachung und Qualitätssicherung sowie breit gefächerten Forschungs- und Entwicklungsaufgaben kommt diesem Ingenieurprofil nach wie vor die größte Nachfrage zu.
Das Ausbildungsziel ist die umfassende Erweiterung der technisch-wissenschaftlichen Grundlagen aus dem Bachelorstudium und die Vertiefung der Konzepte und Methoden für das Entwerfen, Berechnen und Entwickeln von Konstruktionen im Bauwesen. Daher wird zu den Pflichtfächern durch umfangreiche Wahlmöglichkeiten, insbesondere in den letzten beiden Semestern, viel Spielraum zur individuellen Spezialisierung auf die persönlichen Interessen im Bauingenieurwesen gelassen.
Der Studiengang erstreckt sich über 4 Semester mit 120 ECTS. In den 14 Modulen und der Masterarbeit werden 120 ECTSCredits erworben.
Die einzelnen Module sind:
Mechanik-Statik VI; Tragkonstruktionen V/VI; Projekt 3; Spannbeton; Stahlbau IV/V; Baugrund-Grundbau III; 4 Wahlmodule; 3 Vertiefungsmodule; Master Arbeit / Thesis
Im Master-Studiengang Bauprozessmanagement und Immobilienwirtschaft werden aufbauend auf dem Bachelor-Studium neben dem technischen Wissen fundierte Kenntnisse aus managementorganisatorischen, betriebswirtschaftlichen, immobilienwirtschaftlichen, finanzwirtschaftlichen sowie bau- und vertragsrechtlichen Aufgabenfeldern vermittelt. Das zentrale Ausbildungsziel liegt dabei auf der Qualifikation der Studierenden für anspruchsvolle Tätigkeiten im Bereich sämtlicher Produktions- und Dienstleistungen, die seitens der Bau- und Immobilienwirtschaft im Lebenszyklus eines Bauprojektes angeboten bzw. gefordert werden.
Der Studiengang erstreckt sich über 4 Semester mit 120 ECTS.
Im Verlauf des Bachelor-Studiums sind zwei und während des Master-Studiums ein weiteres Projekt gemeinsam mit den Studierenden des Studiengangs "Architektur und Städtebau" zu bearbeiten, wobei die Anforderungen der praxisorientierten Aufgabenstellungen mit dem während des Studiums erworbenen Wissensstand wachsen.
Ziel der Projektarbeit ist die Lösung konkreter Planungsaufgaben, die Erweiterung und Anwendung fachspezifischer Kenntnisse sowie das Erkennen und Abwägen der Fachabhängigkeiten.
Studierenden des Bauingenieurwesens wird bereits im Rahmen der Projektausbildung im "Dortmunder Modell" der Prozess der Konzept- und Formfindung unter Berücksichtigung aller konstruktiven und technischen Randbedingungen sowie architektonischer Aspekte vermittelt. Zusätzlich werden die für die Praxis wichtigen Fähigkeiten der Darstellung und Präsentation des eigenen Entwurfs im Rahmen von Kolloquien erlernt und angewandt.
Näheres zu den einzelnen Projekten: www.bauwesen.tu-dortmund.de
Für Studierende des Bachelor-Studiengangs Bauingenieurwesen ist ein Baupraktikum von insgesamt 10 Wochen vorgeschrieben. Das Praktikum muss bis zum Bearbeitungsbeginn der Bachelorthesis (6. Semester) abgeleistet und anerkannt sein. Es wird empfohlen, das Baupraktikum vor Beginn des Studiums zu absolvieren.
Nähere Informationen und Merkblatt unter: www.bauwesen.tu-dortmund.de
Die Berufsaussichten sind sehr gut. Nach einer über fast 10 Jahre andauernden Rezessionsphase hat die Baukonjunktur seit 2006 wieder deutlich angezogen. Zugleich haben fast alle Bauarbeitgeber die Krisenjahre genutzt, um sich an die veränderten Leistungsanforderungen und Marktbedingungen anzupassen. Derzeit sind viele Arbeitgeber bestrebt, hochqualifizierte und praxisgerecht ausgebildete Absolventinnen und Absolventen langfristig für die Übernahme von Führungspositionen zu gewinnen und den Generationswechsel zu vollziehen, der krisenbedingt vielfach verschoben wurde.
Der Bauboom zu Beginn der 1990er Jahre führte zu hohen Absolventenzahlen zum Ende des letzten Jahrtausends. Selbst im Jahr 2000 wurden alle 6.400 qualifizierten Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen unmittelbar in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Die Bauwirtschaft geht trotz eines mittelfristig nahezu als gleichbleibend erwarteten Bauvolumens von einem zukünftigen Bedarf in ähnlicher Höhe aus und wird auch weiterhin eine Schlüsselbranche der deutschen Volkswirtschaft bleiben.
Insofern trägt auch die Entwicklung der Studierendenzahlen in den vergangenen Jahren zu sehr guten Berufsaussichten bei: Waren im Jahr 1995 noch 5.786 Studienanfänger eingeschrieben, so sank die Zahl der Erstsemester-Studierenden im Jahr 2003 auf 2.416 - mithin ein Rückgang von 60%. Der damit verbundene Rückgang an Absolventenzahlen wird in den nächsten Jahren zu einem erheblichen Mangel an Bauingenieuren führen, der auch aufgrund eines Generationswechsels in den Planungsbüros mit einem Ingenieurdefizit von etwa 4.000 Absolventinnen bzw. Absolventen pro Jahr beziffert wird.
Der Tätigkeitsbereich eines Bauingenieurs ist sehr vielseitig, beispielsweise als Planer, Projektleiter, unabhängiger Gutachter, ausführender Unternehmer oder als Vertreter des Bauherrn bzw. einer überwachenden Behörde.
Je nach Vertiefungsrichtung werden andere Schwerpunkte auf die spätere Tätigkeit gelegt.
In den angebotenen Master-Studiengängen werden unterschiedliche Schwerpunkte für die spätere Tätigkeit gelegt:
Gespräche mit unseren Absolventinnen und Absolventen zeigen, dass sich die nach dem Konzept des "Dortmunder Modell Bauwesen" ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieure in der Praxis schnell zurechtfinden und früh mit selbstständigen Aufgaben betraut werden können