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Termin

Lehrveranstaltung: WS 09/10, SS10 und WS 10/11, TU Dortmund

Vortragsabend: 24. November 2010, 18 Uhr, Seminar für Kulturanthropologie des Textilen, Emil-Figge-Straße 50, Raum 4.208

Kontakt

Dr. Beate Schmuck

Raum 5.240

Emil-Figge-Str. 50

44227 Dortmund

Tel: (0231) 755-2905

 

Link

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Burka-Konfrontationen: Fremdgänge und Fremdblicke im urbanen und regionalen Raum

Das Kopftuch gehört in den meisten Ruhrgebietsstädten schon zum Alltag. Doch wie reagieren ganz normale Passanten, wenn sie eine Frau sehen, deren Körper durch die Burka komplett verhüllt ist? Textilstudierende des Instituts für Kunst und Materielle Kultur untersuchen diese Reaktionen seit dem letzten Wintersemester in dem Seminar "Fremdgänge – Fremdblicke: Transdifferente kulturdidaktische Bewegungen im eigenen Raum". Zum Abschluss des Projektes werden die Ergebnisse aus den Seminaren in einer Publikation zu transdifferenten Themen veröffentlicht.

Zu Beginn des Seminars wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst in die philosophische Auseinandersetzung des Themas eingeführt. Seminarleiterin Dr. Beate Schmuck, akademische Rätin am Seminar für Kulturanthropologie des Textilen, führte die Studierenden an Begriffe wie Interkulturalität und Fremdkulturalität sowie an didaktische Modelle heran.

 

Stereotype aus den Medien

Ziel des Seminars ist es jedoch, dass die Studierenden selbst auf die Straße gehen. Eine Gruppen von Seminarteilnehmern versuchte sich so schon auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Die Anwesenheit einer Frau mit Burka an einem Glühweinstand empfanden viele Passanten als Angriff auf ihren schönen Tag. Auch einige fremdenfeindliche Reaktionen konnten die Studierenden beobachten, das allerdings mehr in Dortmunder S- und U-Bahnen, wo die Studierenden das Experiment ebenfalls durchführten. Zwar guckten viele Passanten auch nur, manche fanden sogar, dass die Burka interessant aussehe, generell spiegelten sich aber in den Reaktionen die Stereotype aus den Medien wieder. Viele sehen dieses muslimische Kleidungsstück als Symbol für die Unterdrückung der Frau im Islam oder aber als Zeichen der Überfremdung in Deutschland.

 

Im Sommersemester werden die Experimente fortgeführt. Unter anderem beteiligten sich die Studierenden am 18. Juli 2010 am "Still-Leben Ruhrschnellweg". Sie flanierten in Burkas auf der A40, präsentierten eine Burka-Videoinstallation und erläuterten interessierten Passanten verschiedene Perspektiven der Verschleierungsthematik. Aus den Burkas ertönten gesprochene Texte zu Burka-Diskussionen in der internationalen Presse, zu Reaktionen von Passanten in der Dortmunder Innenstadt, zu religiösen Quellenbezügen oder zur Ganzkörperverschleierung afghanischer Frauen in Reiseberichten des 19. und 20. Jahrhunderts.

 

Studierende entwickeln Unterrichtsreihen und eigene Materialien

Im letzten Seminar der Reihe "Burka-Konfrontationen: Fremdgänge und Fremdblicke im urbanen und regionalen Raum" steht schließlich im Wintersemester 2010/2011 die didaktische Komponente des Themas im Zentrum. Die Seminarteilnehmer sollen sich überlegen, wie man die Problematik am besten in Form von Unterrichtsreihen und mithilfe von eigens entwickelten Materialien in der Schule umsetzen kann. 

 

Die Ergebnisse der Experimente sollen 2011 in einer größeren Publikation zu transdifferenten Themen veröffentlicht werden. Außerdem wird das Thema während eines Vortragsabends am Seminar für Kulturanthropologie des Textilen am 24. November 2010 ab 18 Uhr vertieft. Ein Programm des Abends wird Mitte Oktober veröffentlicht.