Ein entkonventionalisierter Blick auf die Welt ist das zentrale Thema des Projekts. Aus neurowissenschaftlicher Sicht dringen dann Eindrücke ins Bewusstsein, wenn sich die Lernenden in einem Zustand freudiger Erwartungshaltung befinden, ein Eindruck besonders unerwartet ist oder der Sinneseindruck irritiert. In alltäglichen Kontexten bewegen wir uns oft wie Schlafwandelnde. Der Blick auf unsere unmittelbare Umwelt erscheint uns bekannt. Doch was passiert, wenn Wahrnehmungsmuster durchbrochen werden? Wenn man auf Händen auf dem Gehweg herumhüpft und dabei eine Kopfkinomaske trägt, die den Blick auf den Ausschnitt im Format 16:9 beschränkt? Welche Dinge fallen uns da plötzlich auf? Wie sieht die Welt aus der Perspektive von Grundschülern aus? Welche Geschichten verbergen sich hinter den Fundstücken im Viertel Westend? Welche Orte lassen sich neu entdecken und erfinden?
Das Projekt "Experiment Spurensicherung" ist ein offenes Projekt bei dem die Kinder flexibel dazukommen können. Die Struktur des Ganztagsbetreuungsbereichs bedeutet, dass Kinder zwischen 12 und 14 Uhr aus dem Unterricht in die Räumlichkeiten kommen. Die Konzeption des Projekts bietet offene prozessorientierte, intermediale Handlungsräume. Das Ziel ist die Förderung und Heranbildung von Gruppen-, Sozial-, Medien- und Selbstkompetenzen.
Eine performative, audiovisuelle Installation eröffnet dem Besucher der Abschlussausstellung Einblicke in individuelle Forschungsprozesse und verführt selbst zu einem Perspektivenwechsel.
Foto: Elvira Neuendank