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Elvis ist nicht tot und der Urknall in Genf – Zweiter Science Slam im ausverkauften domicil

Der große Saal ist voll. Auf den Stühlen, am Rand und sogar auf den Treppenstufen sitzen die Besucher – doch die, die da auf die Bühne kommen, sind keine Superstars, sondern dröge Wissenschaftler. Dröge? Drei Männer und eine Frau sind am Donnerstag (27. Januar) angetreten, dieses Vorurteil zu widerlegen. Licht aus, Bühne frei für den zweiten Science Slam in Dortmund.

Das Konzept ist bekannt vom Poetry Slam, der Schlacht der Dichter: Suche Leute mit spannenden Forschungsthemen, gib ihnen ein Mikrofon und lass das Publikum entscheiden. Der Physiker Dr. Moritz Karbach von der TU Dortmund versucht es als erstes: Thema sind seine Arbeit am CERN und die Frage, ob wir alle eigentlich aus Antimaterie bestehen (Moderator Tim Vogt glaubt an die überdurchschnittliche Konzentration von Antimaterie im RTL-Dschungelcamp). Wenn er Bilder vom Teilchenbeschleuniger zeigt, ist das spannend, beim Zerfall von B- und Anti-B-Teilchen kommen schon weniger Leute mit. Auch andere legen sich ins Zeug: Dr. Simon Harrison von der RWTH Aachen macht mit schmerzender Geräuschkulisse und pantomimischer Einlage deutlich, welche Bedeutung seine Forschung (Natural Media and Engineering) hat: An Orten, an denen verbale Kommunikation nicht möglich ist – zum Beispiel in Fabriken und Maschinenhallen – braucht es eindeutige Gesten, damit sich niemand verletzt. Oder Dr. Melanie Diermann aus Duisburg, die gerne Politologin ist, aber bloß keine Politikerin sein will: „Ein schlecht bezahlter Job, bei dem man Wochenenden auf Parteitagen damit zubringt, darüber zu diskutieren, ob man zwei Halbsätze nun durch ein Semikolon oder ein Komma trennt.“

Das meiste Glück beim Publikum hat Sebastian Bartoschek. Er schreibt seine Doktorarbeit in Psychologie (Münster) über die Bekanntheit und Akzeptanz von Verschwörungstheorien. Dass Elvis angeblich gar nicht tot ist, ist ziemlich bekannt, dass Paul McCartney es aber schon eine ganze Weile sein soll, wissen – und glauben – nur wenige. Das Symbol Satans auf unserem Personalausweis und die Illuminaten auf Geldscheinen – mit seinem Schutzhut aus Alufolie wird Sebastian letztendlich der Held des Abends sein. Bis zum nächsten Mal – wenn ein anderer den Slam gewinnt.