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»Pause und Stille – im Lied des 18., 19. und 20. Jahrhunderts

Die Veranstaltungsreihe »Begegnungen« verbindet bereits seit drei Jahren Musik, Kunst und Literatur miteinander. Das Wintersemester beginnt mit dem Konzert »Pause und Stille – im Lied des 18., 19. und 20. Jahrhunderts«. Am 25. Oktober stellt die Sängerin Irene Kurka, am Klavier begleitet von Prof. Eva-Maria Houben, bekannte Lieder vor, die sich mit dem Aspekt »Stille« beschäftigen.

musik

Pause und Stille – im  Lied des 18., 19. und 20. Jahrhunderts

Werke von Händel, Houben, Mozart, Schubert, Schumann

Irene Kurka, Sopran; Eva-Maria Houben, Klavier

John Cage hat mit seinem Stück 4‘33‘‘ die Musikwelt revolutioniert und gezeigt, daß Stille kein akustisches Phänomen ist: Stille kann musikalisch ebenso wichtig sein wie Klang. Interessanterweise haben bereits klassische Komponisten wie Mozart, Schumann und Schubert Pausen in ihre Kompositionen eingefügt, welche darauf hinweisen, daß diese Komponisten sich intensiv mit der Wahrnehmung von Stille beschäftigt haben. Die Sopranistin Irene Kurka und die Pianistin und Komponistin Eva-Maria Houben haben sich auf die Suche gemacht, um bekannte Lieder unter dem Aspekt Stille vorzustellen. Die beiden Künstlerinnen sind sehr fündig geworden. Dieses Konzert wird mit einem ebenso „stillen“ Liederzyklus von Eva-Maria Houben abgerundet. Die beiden Künstlerinnen werden das Konzert moderieren.

Hören Sie Vertrautes und Bekanntes mit neuen Ohren!

 

Irene Kurka

erhielt ihre Gesangsausbildung an der Musikhochschule München, an der Meadows School of the Arts, SMU, Dallas/U.S.A., und an der University of British Columbia, Vancouver/Kanada. Die vielseitige Sopranistin wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Irene Kurka singt die Sopranpartien der großen barocken Oratorien und Passionen. Auch in der zeitgenössischen Musik ist sie eine gefragte Sängerin. Zahlreiche Komponisten (Eggert, Denhoff, Heucke, Kampe, Beuger u.a.) schreiben und widmen ihr Stücke, nicht zuletzt für CD- und Rundfunkaufnahmen. Irene Kurka stellt gerne die neue Musik der alten Musik gegenüber in Programmen wie „Rhetorica“, „Liebe, Mystik und Religion“ und auch ihrem Soloprogramm für 2009 mit Werken von John Cage und Hildegard von Bingen. Sie singt mit den Ensembles

e-mex, notabu, Klangkonzepte, La Tenerezza, socell 21 und SOPRAKKORDEON. Irene Kurka war als Solistin u.a. zu Gast bei: Festival Mecklenburg-Vorpommern, Festival Muziek Biennnale Niederrhein, scene österreich in nrw, Tonhalle Düsseldorf, A.DEvantgarde-Festival München, Stadttheater Osnabrück, Ensemblia Mönchengladbach, Oberstdorfer Musiksommer, Greifswalder Bachwoche, Fränkischer Sommer, Neuburger Kammeroper, Bayreuther Barock.

Von und mit Eva-Maria Houben hat sie bereits erfolgreich „pie jesu“, „was brauchst du“ und die Timmermann-Lieder uraufgeführt.

www.irenekurka.de

 

Eva-Maria Houben

geboren 1955 in Rheinberg am Niederrhein; Studium an der Folkwang-Hochschule für Musik Essen (Schulmusik, Künstlerische Abschlussprüfung Orgel). Promotion und Habilitation an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg. Unterrichtstätigkeit an verschiedenen Gymnasien, Lehraufträge für Musikwissenschaft an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.

1993 Berufung als Professorin an das Institut für Musik und Musikwissenschaft der Technischen Universität Dortmund. Schwerpunkte der Forschung und Lehre: Musiktheorie und Neue Musik. Konzerttätigkeit als Organistin seit 35 Jahren.

Kompositionen für Orgel, Klavier und andere Soloinstrumente, Duos, Trios, Streichquartette, Kompositionen für Bläserensemble, Kammerensemble (unterschiedliche Besetzungen), Stimme und Klavier, Stimme und Ensemble, Orchester und Chor (edition wandelweiser).

Zahlreiche Veröffentlichungen zur neuen Musik, u. a. zu Adriana Hölszky, Violeta Dinescu, Hans-Joachim Hespos, Istvàn Zelenka, zum Wandelweiser Komponisten-Ensemble u. a.; Veröffentlichungen zu einem neuen Hören traditioneller Musik (u. a. von Hector Berlioz, Anton Bruckner, Franz Schubert).

www.evamariahouben.de

www.wandelweiser.de

 

Pause und Stille – im  Lied des 18., 19. und 20. Jahrhunderts

 

Programm:

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Süße Stille (HWV 205, aus: Neun Deutsche Arien HWV 202-210; Text:Barthold Heinrich Brockes )

 

Robert Schumann (1810-1856)

Die Stille (aus: Liederkreis op. 39; Text: Joseph v. Eichendorff)

 

Franz Schubert (1797-1828)

Pause (aus: Die Schöne Müllerin D 795; Text: Wilhelm Müller)

 

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Robert Schumann

Mondnacht (aus: Liederkreis op. 39; Text: Joseph v. Eichendorff)

 

Robert Schumann

Auf einer Burg (aus: Liederkreis op. 39; Text: Joseph v. Eichendorff)

 

Franz Schubert (1797-1828)

Der Leiermann (aus: Winterreise D 911; Text: Wilhelm Müller)

 

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Robert Schumann

Nun hast du mir den ersten Schmerz getan (aus: Frauenliebe und Leben op. 42; Text: Adalbert v. Chamisso)

 

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Franz Schubert

Frühlingstraum (aus: Winterreise D 911; Text: Wilhelm Müller)

 

Franz Schubert

Lachen und Weinen (D 777; Text: Friedrich Rückert)

 

PAUSE

 

Franz Schubert

Du bist die Ruh (D 776; Text: Friedrich Rückert)

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Abendempfindung (KV 523: Text: Anonym.)

 

Eva-Maria Houben (geb. 1955)

lieder für die insel (Text: Eva-Maria Houben)

 

Frederic Mompou (1893-1987)

Cantar del alma (Text: Johannes vom Kreuz)

 

Das Programm entfaltet verschiedene Aspekte von Pause und Stille in der Musik. Der erste Komplex mit den Liedern von Händel, Schumann und Schubert stellt Lieder vor, die im Titel bereits darauf hinweisen, dass sie sich inhaltlich und musikalisch mit dem Thema „Pause“ oder „Stille“ auseinandersetzen. Anders ist es in der darauf folgenden Werkgruppe: In den hier vorgestellten Liedern von Schumann und Schubert (aus dem „Liederkreis“ und aus der „Winterreise“ ist weder im Titel noch im vertonten Text ausdrücklich von Stille die Rede; die Lieder sprechen den Hörer aber durch eine Art „auskomponierter Stille“ an. Die Musik klingt im Stillen, erschafft selbst einen Raum der Stille, in den Ausführende und Hörer sich hineinbegeben.

Das nächste Lied Schumanns aus „Frauenliebe und Leben“ zeigt, wie Schweigen und Stille beredt werden können: Dort, wo die Worte versagen, wird das Schweigen sprechend.

Die folgenden beiden Lieder Schuberts reißen die Hörer von einem Gefühl in ein ganz anderes: der plötzliche Gefühlswechsel vollzieht sich über einen Sprung im Stillen; Stille kann Welten trennen.

Nach der Pause mag jeder Hörer, jede Hörerin ganz eigenen Gedanken anhängen und die genannten Aspekte, aber auch noch weitere und andere, in den abschließenden Liedern entdecken.