19. bis 20. November 2010, Stadtkirche St. Reinoldi,
Ostenhellweg, 44135 Dortmund
Prof. Dr. Barbara Welzel
Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft
Raum 5.228
Emil-Figge-Straße 50
44221 Dortmund
Tel: 0231 / 755-2955
E-Mail senden an Barbara.Welzel AT uni-dortmund.de.
Die freie Reichsstadt Dortmund war im Mittelalter bedeutende Hansestadt. Die Dortmunder Fernkaufleute agierten von Brügge bis Novgorod, von Visby (Gotland) bis Riga, Reval/Tallinn und Danzig. Sie hatten Zugang zu den Warenströmen aus dem nahen und fernen Orient. Die Kunstwerke in den Dortmunder Kirchen spiegeln diese nachgerade globale Vernetzung wieder. Das achte Kolloquium zur Kunst, Kultur und Geschichte in der spätmittelalterlichen Stadt beschäftigt sich vom 19. bis 20. November 2010 in der Stadtkirche St. Reinoldi mit dem frühen Dortmund, als es noch Hansestadt war.
Viele der Schätze sind selbst repräsentative Importstücke, in anderen sind kostbare Luxusgüter des Fernhandels (vor allem Textilien) repräsentiert, immer wieder wurden aus fernen Ländern importierte Rohstoffe (Holz aus dem Baltikum, Pigmente für die Farben aus dem Orient) verwendet. Aus heutiger Sicht gewinnt solche weitgespannte Vernetzung in der vormodernen Welt wieder großes Interesse.
Zu folgenden Themen wird es Vorträge geben:
Ökonomische Netzwerke und „Amigonat“ im Zeitalter der Proto-Globalisierung – das Bild von der Hanse im frühen 21. Jahrhundert: Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow, Lübeck
Dortmund und die Hanse: Prof. Dr. Thomas Schilp, Dortmund
Musik in Hansestädten – Musikvorführung (Prof. Dr. Michael Stegemann, Dortmund)
"Naardenschke Laken nehme ich lieber als den Aalborgischen Hering". Hansische Kaufleute und ihr Warenhandel im späten Mittelalter: Prof. Dr. Rudolf Holbach, Oldenburg
Eine Dalmatika und ihre gestickten Besätze. Die Materialien und ihre Herkunft: Prof. Birgitt Borkopp-Restle, Bern
Hinrich II. Bocholt – Inszenierung im Leben und nach dem Tod: Prof. Dr. Barbara Schellewald, Basel
"Aus dem Königreich der Tartaren kommen Goldstoffe und Seide" – Seiden mit chinesischem Dekor im Stralsunder Paramentenschatz: Dr. Juliane von Fircks, Mainz
Kostbare Güter aus dem Süden: Italienische Seiden in Dortmund: Prof. Dr. Annemarie Stauffer, Köln
Auf den Spuren von Marco Polo: Dr. Birgit Franke und Prof. Dr. Barbara Welzel, Dortmund
Die Tagung ist für Interessierte geöffnet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstaltet wird das Kolloquium vom Institut für Kunst und Materielle Kultur der TU Dortmund, vom Stadtarchiv Dortmund, von der Conrad-von-Soest-Gesellschaft, von der Stadtkirche St. Reinoldi sowie dem Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark. Das Kolloquium ist Teil des Projektes "Fremde Impulse. Baudenkmale im Ruhrgebiet“ der Denkmalpflege von LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) und LVR (Landschaftsverband Rheinland).