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Symposium forderte künstlerisches Denken für die Zukunft

Können künstlerische Methoden auch in außerkünstlerischen Feldern angewendet werden? Diese Frage beantworteten am vergangenen Wochenende mehr als 170 Fachleute aus verschiedensten Disziplinen während des zweitägigen Symposiums „Kunst fördert Wirtschaft“ in der DASA Dortmund mit einem deutlichen „Ja“. Dies schlug sich in einer Resolution nieder, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam im Rahmen des Symposiums erarbeiteten.

Beeindruckende Vorträge, beispielsweise vom Neurobiologen Prof. Gerhard Hüther, dem Philosophen und Staatsminister a.D. Prof. Julian Nida-Rümelin und Totalkünstler und Documenta-Teilnehmer Prof. Timm Ulrichs, regten die hochkarätige Zuhörerschaft des Symposiums an, über die Rolle von künstlerischen, non-linearen Methoden in Wissenschaft und Wirtschaft neu nachzudenken. In Workshops, Diskussionsgruppen und zwischen den Vorträgen erfolgte ein reger Austausch von zukunftsweisenden Ideen, Visionen und Denkansätzen, wie die Zusammenarbeit von künstlerischen und außerkünstlerischen Feldern in Zukunft gestaltet werden könnte. Dabei waren sich alle Anwesenden einig: Innovation lässt sich vor allem durch künstlerisches Denken gestalten, egal ob in der Wissenschaft oder Wirtschaft. Was genau „künstlerisches Denken“ bedeutet, fasste Initiatorin und Künstlerin Prof. Ursula Bertram von der IDfactory der Technischen Universität Dortmund in ihrem Vortrag zusammen: „Wir müssen den Mut entwickeln, wegzudenken. Wir müssen neue Wege suchen, lineare Systeme immer wieder in Frage stellen und aufbrechen, um durch kreative Zusammenarbeit innovative Ideen zu generieren.“ Reinhild Hoffmann verdeutlichte dies bildhaft in ihren außergewöhnlichen Choreographien.

Dass non-lineare, künstlerische Problemlösungsmethoden schon früh in der Kindheit gefördert werden müssen, war eine Hauptforderung der Teilnehmer. So sprachen sich vor allem die Fachleute der Pädagogik für die Verankerung von kreativem Denken und dem Herausbilden von eigenen Innovationskompetenzen in der Grundschule aus – dem schloss sich auch der Neurobiologe Prof. Gerhard Hüther an, der in seinem Vortrag klar machte, dass unser Gehirn, gerade in seinen jungen Jahren, nicht nur Freiraum, sondern auch Faszination und Begeisterung braucht, um sein Potenzial voll entwickeln zu können.

Die Faszination für seine Spezialgebiete – die Physik und James Bond – konnte auch Prof. Metin Tolan bei den Zuhörern wecken. Mit seinem Vortrag, in dem er Filmszenen des britischen Geheimagenten analysierte, zeigte er eindrucksvoll, dass „sogar in der Physik Wissen auch mal belasten kann, wenn man intuitiv vorgehen muss“.

Neben Beispielen aus dem Bildungssektor wurden auch Projekte aus der Wirtschaft präsentiert: Innovationsmanager Eckard Foltin (Bayer MaterialScience, Leverkusen) und Dr.-Ing. Werner Preißing berichtete aus der unternehmerischen Praxis und erklärten, wie zum Beispiel mit „Visual Thinking“, einer Problemlösungsmethode durch Visualisierung, neue Ansätze erarbeitet werden können. Albert Schmidt, Musiker und Manager der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, zeigte anhand des großen Erfolges seinen Orchesters, wie bereits jetzt die Kunst wirtschaftliche Prozesse nicht nur begleiten, sondern auch innovativ verändern kann.

Sehr zufrieden zeigte sich Prof. Ursula Bertram in ihrer Schlussrede, die zugleich ein Ausblick war: „Wir haben Impulse für eine Veränderung gegeben, gemeinsame Potenziale entwickelt, neue Verbindungen geknüpft und Visionen entwickelt, die in der Zukunft eine große Rolle spielen werden.“

Das Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“ der IDfactory der TU Dortmund wurde in Kooperation mit dem Büro für Innovationsforschung Mainz und der DASA - Arbeitswelt Ausstellung Dortmund im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 veranstaltet.

Weitere Informationen, Fotos und die Dokumentation des Symposiums erhalten Sie unter www.id-factory.de.