Können künstlerische Methoden auch in außerkünstlerischen Feldern angewendet werden? Diese Frage beantworteten am vergangenen Wochenende mehr als 170 Fachleute aus verschiedensten Disziplinen während des zweitägigen Symposiums „Kunst fördert Wirtschaft“ in der DASA Dortmund mit einem deutlichen „Ja“. Dies schlug sich in einer Resolution nieder, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam im Rahmen des Symposiums erarbeiteten.
Initiatorin und TU-Professorin Ursula Bertram freute sich über die große Teilnehmerzahl. (Foto: Mark Wohlrab)
Dass non-lineare, künstlerische Problemlösungsmethoden schon früh in der Kindheit gefördert werden müssen, war eine Hauptforderung der Teilnehmer. So sprachen sich vor allem die Fachleute der Pädagogik für die Verankerung von kreativem Denken und dem Herausbilden von eigenen Innovationskompetenzen in der Grundschule aus – dem schloss sich auch der Neurobiologe Prof. Gerhard Hüther an, der in seinem Vortrag klar machte, dass unser Gehirn, gerade in seinen jungen Jahren, nicht nur Freiraum, sondern auch Faszination und Begeisterung braucht, um sein Potenzial voll entwickeln zu können.
Die Faszination für seine Spezialgebiete – die Physik und James Bond – konnte auch Prof. Metin Tolan bei den Zuhörern wecken. Mit seinem Vortrag, in dem er Filmszenen des britischen Geheimagenten analysierte, zeigte er eindrucksvoll, dass „sogar in der Physik Wissen auch mal belasten kann, wenn man intuitiv vorgehen muss“.
Neben Beispielen aus dem Bildungssektor wurden auch Projekte aus der Wirtschaft präsentiert: Innovationsmanager Eckard Foltin (Bayer MaterialScience, Leverkusen) und Dr.-Ing. Werner Preißing berichtete aus der unternehmerischen Praxis und erklärten, wie zum Beispiel mit „Visual Thinking“, einer Problemlösungsmethode durch Visualisierung, neue Ansätze erarbeitet werden können. Albert Schmidt, Musiker und Manager der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, zeigte anhand des großen Erfolges seinen Orchesters, wie bereits jetzt die Kunst wirtschaftliche Prozesse nicht nur begleiten, sondern auch innovativ verändern kann.
Sehr zufrieden zeigte sich Prof. Ursula Bertram in ihrer Schlussrede, die zugleich ein Ausblick war: „Wir haben Impulse für eine Veränderung gegeben, gemeinsame Potenziale entwickelt, neue Verbindungen geknüpft und Visionen entwickelt, die in der Zukunft eine große Rolle spielen werden.“
Das Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“ der IDfactory der TU Dortmund wurde in Kooperation mit dem Büro für Innovationsforschung Mainz und der DASA - Arbeitswelt Ausstellung Dortmund im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 veranstaltet.
Weitere Informationen, Fotos und die Dokumentation des Symposiums erhalten Sie unter www.id-factory.de.