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"Mythos Ruhrgebiet": Journalistik-Projekt geht online

Das Revier häutet sich, ohne dass bereits ein neues Muster erkennbar wäre. Was ist vom Mythos Ruhrgebiet geblieben? Wie leben Menschen in dieser Region, die sich so radikal wandelt? Was entsteht neu, was transformiert sich? In einem Projekt am Institut für Journalistik der TU Dortmund gehen Studierende, im Sommersemester 2009, dieser Fragen nach.

Vom Kioskbesitzer über den Stahlarbeiter bis hin zum Designer Duo – das Ruhrgebiet hat viele Gesichter. Einige davon stellen Studierende der Journalistik auf ihrer Internetseite »SCHICHTWECHSEL - Mythos Ruhrgebiet« vor. In den Kategorien "Ideen", "Räume" und "Identitäten" berichten die jungen Journalistinnen und Journalisten aus dem Revier, hinterfragen den Strukturwandel und stellen sich den Mythen des Ruhrgebiets. "Mich hat überrascht, wie präsent bei einigen die »Kulturhauptstadt 2010« zu sein scheint, während andere überhaupt nichts mit dem Begriff anfangen können. Ich finde, daran kann man sehen, wie uneinig das Ruhrgebiet doch in vielen Dingen ist - und dass gerade darin vielleicht auch sein Charme liegt", beschreibt Journalistik-Student, Anton Kurenbach, die Arbeit an dem Online-Projekt.

 

Das Projekt wurde durch ein Seminar im Wintersemester 08/09 vorbereitet, in dem die Studierenden unter Leitung von Prof. Claus Eurich  die wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema "Mythos" erhielten. "Ich möchte, dass die Seminarteilnehmer nun nicht nur wissen, was Mythen, Symbole und Rituale sind, sondern vor allem auch, was davon in ihnen lebt und, wie es sich gegebenenfalls auf die journalistische Arbeit auswirkt", erklärt Claus Eurich seinen Lehransatz. Die Idee, sich im Anschluss an die theoretischen Vorarbeiten mit dem "Mythos Ruhrgebiet" zu beschäftigen, entwickelten die Studierenden gemeinsam mit dem Professor. Die Kraft der alten Traditionen spielte dabei genauso eine Rolle wie aktuelle Entwicklungen im Zuge des Strukturwandels und »Ruhr2010«. "Die einzigartige Geschichte dieser Region und ihre Bedeutung für Deutschland und Europa waren und sind eine äußerst nahrhafte Grundlage für das Entstehen, Wachsen und sich Verändern von Mythen. Spannend ist bei dem Mythos Ruhrgebiet dabei vor allem, dass er im Letzten nicht greifbar und wohl für jeden hier lebenden Menschen mit einer anderen Bedeutung verbunden ist", so Eurich weiter.

 

Auf der Homepage des Online-Projekts finden Interessierte, neben Reportagen, Interviews und Portraits, einen aktuellen Blog, in dem die Studierenden kurze Episoden aus dem Ruhrgebiet erzählen.