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50 Jahre – 50 Köpfe: Drei Fragen an Elisabeth Mauve zur Einführung des Semestertickets

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Portrait Elisabeth Mauwe © Martina Hengesbach
Elisabeth Mauwe hat die Einführung des Semestertickets von Beginn an begleitet.

Stu­die­ren­de können in ganz NRW den öf­fent­lichen Personennahverkehr mit dem Semesterticket kostenlos nutzen. Dieses Ticket begleitet Elisabeth Mauve, die Geschäftsführerin des Allgemeinen Stu­die­ren­den­aus­schuss (AStA) an der TU Dort­mund, nahezu ihr gesamtes Berufsleben. Die TU Dort­mund war die erste Uni­ver­si­tät in NRW, die das Ticket einführte, fast alle anderen Hoch­schu­len folgten. So selbst­ver­ständ­lich das Ticket inzwischen ist, so „holperte“ es bei seiner Einführung doch gewaltig.

Frau Mauve, warum war das Semesterticket umstritten?

Als das Ticket 1992 eingeführt werden sollte, regte sich vereinzelter Widerstand. Es ging um die grundsätzliche Frage, welche Leistungen der AStA zum Wohl der Stu­die­ren­den einkaufen und ihnen anschließend in Rechnung stellen durfte. Warum sollte ein Student, eine Studentin, der oder die zum Beispiel mit dem eigenen Auto zur Uni­ver­si­tät kam, ein Ticket für den öf­fent­lichen Nahverkehr verpflichtend über den Se­mes­ter­bei­trag kaufen müssen? Mit einer Urabstimmung unter den Stu­die­ren­den, die mit 90 Prozent Zustimmung endete, wurde das Semesterticket auf den Weg gebracht. Die Klage gegen das Ticket kam schließlich von einem Studenten, der in Münster wohnte, das Ticket bezahlen musste und es aber erst ab Lünen nutzen konnte. Das erste Ticket umfasste nämlich nur das Netz der Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und war nicht wie heute für ganz NRW gültig. Schließlich gab es bei einigen Stu­die­ren­den die Befürchtung, dass sie nach dem Ticket wei­tere Dinge über den Sozialbeitrag bezahlen müssten, von denen sie glaubten, dass sie für ein Studium nicht unbedingt notwendig sind.
 

Letztlich hat der AStA den Rechtsstreit aber gewonnen . . .

Ja, wobei wir uns nicht sicher waren, wie die Richter ent­schei­den würden. Sie haben das Semesterticket dann nur unter den vom AStA selbst auferlegten Maß­nahmen durchgewunken. Es gibt eine Reihe von Erstattungsgründen: Stu­die­ren­de, deren finanzielle Situation es nicht zulässt, das Ticket zu erwerben, müssen das Ticket ebenso wenig bezahlen wie zum Beispiel beurlaubte Stu­die­ren­de oder Stu­die­ren­de, die im Auslandssemester sind. Die Liste der Erstattungsgründe ist lang. Es gibt bei den aktuell rund 34.000 Stu­die­ren­den etwa 1.100 Erstattungen je Semester. Es ist meine Aufgabe, sämtliche Erstattungsansprüche zu prüfen. Das ist eine aufwändige Sache, weil nach der HWVO – der Haushalts- und Wirtschaftsführungs-Verordnung – alles noch auf Papier abgerechnet werden muss. Dabei ist das Ticket grundsätzlich eine gute Sache: Studis kommen gut zur Uni, können grundsätzlich ihre Fahrräder, am Abend und am Wochenende sogar wei­tere Personen mitnehmen.
 

Das Ticket ist über die Jahre immer teurer geworden. Wo stehen wir heute?

Für den Sozialbeitrag werden 208,24 Euro je Semester fällig. Der Löwenanteil entfällt davon auf das Semesterticket: Der VRR stellt 143,82 Euro in Rechnung, für den Nahverkehr in Rest-NRW werden wei­tere 52,80 Euro fällig. Das ist für ein halbes Jahr aber immer noch deutlich billiger als ein normales Nahverkehrsticket für ganz NRW. Gestartet sind wir 1992 mit 84,00 D-Mark, die allerdings freies Fahren nur im VRR-Bereich umfassten. Insgesamt fällt der Verwaltungsanteil am Sozialbeitrag mit nur sechs Euro pro Semester gering aus. Als wei­tere Leistungen bezahlen die Stu­die­ren­den mit ihrem Sozialbeitrag bei­spiels­weise noch je 51 Cent für den Hoch­schul­sport, 1,50 Euro für die Theaterflat, 25 Cent für Eldoradio und 2,30 Euro in den Härtefall-Fonds des Semestertickets, der bedürftige Stu­die­ren­de un­ter­stützt. Ich finde, insgesamt ist das angemessen.

 
Zur Person:

Elisabeth Mauve (57) kam 1980 zum Studium nach Dort­mund und blieb dann. Sie schloss das Studium als Diplom-Pädagogin ab und qua­li­fi­zier­te sich anschließend noch zur staatlich geprüften Betriebswirtin. Seit 1990 arbeitet sie für den AStA und ist seit Beginn des Jahrtausends Geschäftsführerin des Allgemeinen Stu­die­ren­den­aus­schuss.

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.