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50 Jahre – 50 Köpfe: 3 Fragen an Hermann Steiner, den ersten Senatsbeauftragten für die Belange behinderter Studierender

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Herrmann Steiner am Klavier. © Martina Hengesbach
Herrmann Steiner setzte sich an der damaligen Uni­ver­si­tät Dort­mund für Stu­die­ren­de ein. Seit 2002 genießt der Jurist seinen Ruhestand bei­spiels­weise beim Klavierspielen.

Hermann Steiner ist eigentlich Jurist, zusätzlich war er aber auch – im übertragenen Sinne - als Brückenbauer tätig: Er war der erste Beauftragte des Senats für die Belange behinderter Studierender an der damaligen Uni­ver­si­tät Dort­mund. Im Rahmen seiner Tätigkeit baute er regelmäßig Brücken zwischen den Studentinnen und Studenten, die ihren Alltag an der Uni­ver­si­tät mit einer Be­hin­derung meistern, und der Hochschulverwaltung.

Herr Steiner, wie sind Sie zu Ihrer Tätigkeit als Beauftragter des Senats für die Belange behinderter Studierender gekommen?

Ich habe an der Uni­ver­si­tät Dort­mund zunächst im Dezernat für akademische und studentische Angelegenheiten gearbeitet. So hatte ich schon von Anfang an einen guten Bezug zur Studierendenschaft. Da ich selbst blind bin, lagen mir die Stu­die­ren­den mit Be­hin­de­run­gen und chronischen Krankheiten besonders am Herzen. Sie wurden damals von der Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender, die IBS genannt wurde, vertreten. Diese Gruppe benötigte jemanden, der ihre In­teres­sen im Senat und in der Ver­wal­tung vertrat. Aufgrund meines eigenen Lebenswegs und meiner Aufgaben als Beschäftigter an der Uni­ver­si­tät wurde ich von den Mitgliedern der IBS für das Amt des Senatsbeauftragen vorgeschlagen und vom Senat offiziell ernannt.


Womit haben Sie sich als Senatsbeauftragter be­schäf­tigt?

Die Aufgaben waren auf jeden Fall vielfältig: Zu den komplexeren Themen zählten definitiv Bauvorhaben. Ich habe mich gemeinsam mit den Mitgliedern der IBS und dem Dezernat für Bau- und Fa­ci­li­ty­ma­nage­ment dafür eingesetzt, dass es auf dem Campus möglichst wenige Barrieren für Stu­die­ren­de mit Be­hin­de­run­gen gibt. Dabei musste man wirklich viel beachten. Außerdem habe ich mich häufig mit den konkreten Studienbedingungen für junge Frauen und Männer mit Be­hin­de­run­gen auseinandergesetzt. Ich habe mich darum gekümmert, dass die Prüfungsmodalitäten den Belangen der Stu­die­ren­den angepasst wurden. So haben bei­spiels­weise einige mehr Zeit für das Verfassen einer Hausarbeit bekommen, andere konnten ihre Klausur allein in einem Raum schreiben. Ich konnte mit kleinen Änderungen also wirklich viel bewegen.


Hat das immer reibungslos geklappt?

Im Großen und Ganzen schon, aber ich musste manchmal hitzige Diskussionen führen. Bei den Prüfungsausschüssen musste ich hin und wieder Überzeugungsarbeit für meine Vorschläge leisten. Dabei haben mir sowohl meine Gelassenheit als auch die Intensität meines Tuns geholfen. Hilfreich war zudem, dass es für meine Tätigkeit eine feste Struktur gab. Meine Aufgaben waren ganz klar in einer Satzung definiert und festgehalten. Besonders hervorheben möchte ich allerdings die Zu­sam­men­arbeit mit IBS. Ich habe mich zweimal pro Semester mit den Stu­die­ren­den getroffen, um mich mit ihnen über die Themen aus­zu­tau­schen, die sie beschäftigen. Die Treffen mit dieser lebhaften Gruppe haben mich immer wieder darin bestärkt, dass es sich lohnt, sich für eine stabile Brücke zwischen den behinderten Stu­die­ren­den und der Hochschulverwaltung einzusetzen.

Zur Person

Hermann Steiner wurde in Neustadt bei Coburg geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Nürnberg und in Marburg. Dort studierte Steiner Jura und absolvierte sein juristisches Re­fe­ren­da­riat. Für eine Stelle bei der damaligen Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) kam der Jurist nach Dort­mund. Anfang 1990 wechselte er an die Uni­ver­si­tät Dort­mund. Dort war er zunächst im Dezernat für akademische Angelegenheiten und später im Justitiariat tätig. Von 1991 bis zu sei­nem Ruhestand im Jahr 2002 war Herman Steiner zudem Senatsbeauftragter für die Belange behinderter Studierender.

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.
Für E-Autos gibt es eine Ladesäule am Campus Nord, Vogelpothsweg.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der TU Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.